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Der EC-Status:  Kaninchen auf E. cuniculi testen

Hat dieses Kaninchen EC? Ohne Bluttest können Sie das nicht wissen.


Abschnitte auf dieser Seite:


Was ist der EC-Status?

Der EC-Status sagt aus, ob ein Kaninchen den Infektionserreger Encephalitozoon cuniculi (EC) in sich trägt. Dabei handelt es sich um einen Einzeller, der die Krankheit Enzephalitozoonose auslösen kann. In Deutschland sind je nach Region zwischen 30 und 45 % der Hauskaninchen positiv auf EC (bei meinen eigenen Patienten im Raum Gütersloh & Umgebung sind es lediglich 30%), tragen den Erreger also lebenslang in sich und können sowohl selber einen Krankeitsausbruch erleiden als auch andere Kaninchen jederzeit über ihren Urin anstecken.

Der EC-Status ist einem Kaninchen nicht anzusehen, sondern ausschließlich per Blutuntersuchung festzustellen. Die ebenfalls angebotenen Urintests auf EC-Sporen sind nicht zuverlässig, da die Sporen nur unregelmäßig ausgeschieden werden, wodurch die Tests zu 60 % ein falsch-negatives Ergebnis anzeigen. Der Bluttest auf Antikörper hingegen ist zu mindestens 96 % korrekt.

Ausführliche Informationen zur Infektion, Symptomatik, Diagnostik, Therapie und Prognose von EC finden Sie hier:


Welche Probleme kann EC verursachen?

Der Erreger verbleibt lebenslang im Körper des Tieres, wo er sich in verschiedenen Organen manifestieren kann. Besonders häufig sind die Augen, das Gehirn und die Nieren betroffen. EC-positive Kaninchen können mit der Zeit erblinden, durch Nervenschädigungen neurologische Symptome entwickeln (Gleichgewichtsprobleme, Lähmungserscheinungen, Kopfschiefhaltung, Krampfanfälle, Harninkontinenz u.v.m.) und eine chronische, auf lange Sicht zum Tod führende Niereninsuffizienz erleiden. Auch Leber, Herz und Lungen können geschädigt werden.

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Die organischen Schädigungen können entweder zu plötzlichen, schweren Symptomen (d.h. einem akuten Ausbruch) führen - insbesondere, wenn das Gehirn betroffen ist - oder schleichend voranschreiten und dadurch lange Zeit unentdeckt bleiben. Die Kaninchen zeigen dann oft unspezifische Symptome wie Gewichtsverlust, Appetitmangel, "Einnässen" oder eine allgemein erhöhte Anfälligkeit gegen Erkrankungen.

EC kann dazu führen, dass Impfungen nicht (optimal) wirken. Dies erklärt z. B. Todesfälle durch RHD-2 trotz Impfung: Ist das Immunsystem durch EC "beschäftigt" oder sind bestimmte organische Schädigungen vorhanden, kann der Impfschutz mitunter nicht in ausreichendem Maße aufgebaut werden.

Manchmal fallen die Organschäden erst nach dem Tod des Tieres auf: Werden verstorbene Tiere pathologisch untersucht, können regelmäßig multiple EC-bedingte Gewebeschäden festgestellt werden, die sich nicht (eindeutig) geäußert haben.

Da die meisten Besitzer ihre verstorbenen Kaninchen nicht pathologisch untersuchen lassen - insbesondere, wenn es sich um ältere Tiere gehandelt hat - , ist hier von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. Dies trägt dazu bei, dass vielen Kaninchenfreunden gar nicht bewusst ist, welche Gewebeschäden EC auch bei scheinbar gesunden Tieren im Körper verursacht.

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Wieso sollte der EC-Status eines jeden Kaninchens bekannt sein?

Warum sollte jeder Kaninchenhalter wissen, ob seine Tiere EC in sich tragen oder nicht?

Von besonderer Bedeutung ist der EC-Status vor einer Vergesellschaftung. Dadurch lässt sich vermeiden, dass EC-positive mit EC-negativen Kaninchen zusammengeführt werden und es zu einer Ansteckung der gesunden Tiere kommt. Nur auf diese Weise lassen sich EC-negative Kaninchen schützen und die Ausbreitung der Krankheit eindämmen.

Auch von Kaninchen, die bereits zusammen adoptiert wurden, sollte der EC-Status getestet werden, da er in vielen Situationen von Bedeutung ist:

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EC-positive Kaninchen

Kaninchen, die Antikörper gegen EC besitzen oder mit einem Partnertier zusammenleben, das EC-Antikörper aufweist, gelten als positiv und werden auch als "Trägertiere" bezeichnet. Trägertiere können jederzeit mit dem Urin Sporen ausscheiden und andere Tiere anstecken - nicht nur dann, wenn sie selber gerade Symptome zeigen. 

Folgendes sollten Besitzer von Trägertieren beachten:

  • Vergesellschaftung ausschließlich mit anderen nachgewiesenermaßen EC-positiven Kaninchen  

  • Kontakt zu Meerschweinchen vermeiden, da diese sich prinzipiell ebenfalls anstecken können  

  • Kontakt zu stark immungeschwächten Personen (z. B. Chemotherapie-, AIDS- oder Transplantationspatienten) vermeiden, da es sich bei EC um eine  Zoonose handelt, an der auch Menschen erkranken können; dies ist bisher zwar nur in Einzelfällen nachgewiesen, aber dennoch möglich.  

  • Bei Symptomen eines akuten EC-Ausbruchs in Form neurologischer Probleme (s.o.) muss das Tier sofort ein Medikament erhalten, das den Wirkstoff Fenbendazol enthält. Dieser verringert die Erregerdichte im Körper. Ein entsprechendes Medikament erhalten Sie beim Tierarzt. Besitzer EC-positiver Kaninchen sollten für den Notfall eine kleine Menge zu Hause haben, um im Verdachtsfall sofort eine Dosis eingeben zu können, noch ehe sie sich auf den Weg zum Tierarzt machen.

  • Fenbendazol sollte außerdem vor und während Stress- und Krankheitssituationen gegeben werden, da diese mit einer Beeinträchtigung des Immunsystems einhergehen, wodurch der Erreger sich vermehren und einen akuten Erkrankungsausbruch auslösen kann.
     
  • Auch vor Impfungen sollte eine Kur mit Fenbedazol erfolgen, um die Erregerdichte möglichst stark herunterzufahren und sicherzustellen, dass das Immunsystem optimal auf die Impfung ansprechen kann.

  • Ein allgemeiner Blutcheck mindestens alle 12, besser alle 6 Monate ist anzuraten, um Funktionsstörungen der Organe frühzeitig zu erkennen - insbesondere Niereninsuffizienzen.
     
  • In sehr vielen Fällen siedelt sich der Erreger in den Nieren an und verursacht dort fortschreitende Schäden. Da diese erst Symptome auslösen, wenn  bereits 70% der Nierenfunktion erloschen sind, muss also auch bei scheinbar  gesunden Kaninchen immer von einer entsprechenden Vorbelastung ausgegangen werden.  
    Daher muss mit Medikamenten, die prinzipiell nierenbelastend (z.B. Meloxicam und andere Schmerzmittel aus der Gruppe der  NSAID sowie Entwässerungsmittel) sind, besonders vorsichtig verfahren werden. Sofern nicht auf andere Medikamente ausgewichen werden kann, ist die Dosierung möglichst gering und  der Zeitraum der Verabreichung möglichst kurz zu wählen. Eine begleitende Infusionstherapie zur Unterstützung der Nieren kann ratsam sein.  


EC-negative Kaninchen

Besitzer von Kaninchen ohne Antikörper gegen EC sollten Folgendes beachten:

  • Vergesellschaftung nur mit anderen nachgewiesenermaßen EC-negativen Kaninchen, um eine Infektion zu vermeiden

  • Treten Symptome auf, die "typisch für EC" sind, muss von einer anderen Ursache ausgegangen werden (z. B. Mittelohrentzündung bei Kopfschiefhaltung, Nystagmus und Scan-Bewegungen des Kopfes).

  • Fenbendazol-Kuren bei Stress, Krankheiten und vor Impfungen sind nicht nötig. Dem Tier werden überflüssige Medikamente erspart.

  • Die Tiere stellen keine Gefahr für Meerschweinchen oder immungeschwächte Menschen dar.

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Wie läuft die Untersuchung auf EC ab?

Es handelt sich um einen einmaligen Bluttest, dessen Ergebnis entweder innerhalb von 30 Minuten (Schnelltest in der Praxis) oder 1-3 Tagen (Test im Fremdlabor) vorliegt.  

Erfahrene Tierärzte nehmen beim Kaninchen heutzutage routinemäßig Blut ab. Für die Tiere bedeutet die Blutentnahme kaum mehr Stress als beispielsweise eine Impfung. Es handelt sich also um einen kurzen, unkomplizierten Tierarztbesuch ohne Vor- oder Nachsorge.


Woher bekomme ich auf EC getestete Kaninchen?

Glücklicherweise steigt die Anzahl der Besitzer, die sich über EC informieren und getestete Kaninchen adoptieren möchten, immer weiter an. Leider haben gerade diese gut informierten und verantwortungsvollen Besitzer oft erhebliche Schwierigkeiten, ein Kaninchen zu finden, da viele Vermittlungsstellen ihre Kaninchen noch immer nicht routinemäßig auf EC testen. 

Obwohl ein Schnelltest nur etwa 10 € in der Anschaffung kostet und insbesondere Tierheime durch ihre Tierärzte besondere Konditionen erhalten, werden die Kosten oft als Argument gegen den Test genannt.

Auch Tierschutzvereine und Tierheime, die ansonsten auf eine verantwortungsvolle Vermittlung achten, lehnen die aus Tierschutzsicht dringend notwendige  Blutuntersuchung oftmals aus Kostengründen ab (s.u.); oder das Problembewusstsein über die Krankheit und deren Verbreitung ist (noch) nicht vorhanden. Oft wird sie dem Interessenten gegenüber verharmlost oder er erhält fehlerhafte Informationen.

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Lassen Sie sich nicht beirren: Bestehen Sie auf die Blutuntersuchung und bieten Sie im Gegenzug an, eine entsprechend höhere Vermittlungsgebühr zu bezahlen, sofern das Testergebnis wie gewünscht ausfällt. Wenden Sie sich gegebenenfalls an eine andere Vermittlungsstelle.

Auch hier bestimmt die Nachfrage das Angebot: Tierbesitzer müssen den Vermittlungsstellen verdeutlichen, dass ihnen im Sinne des Tierschutzes daran gelegen ist, gesunde Tiere vor einer Ansteckung zu schützen und die Ausbreitung der Infektionskrankheit einzudämmen. Die etwas höhere, einmalige Schutzgebühr sollte kein Argument dafür sein, bislang gesunde Kaninchen dem Risiko schwerer bis tödlicher Organschäden und dauerhafter Behinderungen auszusetzen.

Tipp: Sollten Sie neu mit der Kaninchenhaltung beginnen oder Ihre bisherigen Kaninchen EC-negativ sein, denken Sie doch darüber nach, ehemaligen Laborkaninchen ein Zuhause zu schenken - für viele Versuche ist ein negativer EC-Titer vorgeschrieben, die Tiere sind in diesem Fall also bereits getestet.

Laborkaninchen werden von der entsprechenden Versuchseinrichtung "freigegeben", nachdem der Versuch abgeschlossen ist, um dann ein ganz normales, glückliches Kaninchenleben zu führen. Wenden Sie sich am besten an einen Laborkaninchenverein in Ihrer Nähe.

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Häufige Argumente gegen die Blutuntersuchung


"Es sind ohnehin die meisten Kaninchen infiziert."

Dieses Gerücht hält sich sowohl unter Besitzern als auch unter Tierärzten und Vermittlungsstellen hartnäckig. Oft werden Prozentzahlen von 80-90 % angegeben. Woher diese Angaben ursprünglich stammen, ist unklar; jedenfalls sind sie schlichtweg falsch.

Abhängig von der Region sind lediglich 30 bis 45 % der Hauskaninchen EC-positiv.

Unabhängig davon sollte man sich überlegen, inwiefern die angeblich hohe Prozentzahl ein Argument gegen den Test darstellen sollte: Selbst, wenn nur 20, 10 oder 1 % der Kaninchen EC-negativ wären, wäre eine Ansteckung für diese Tiere nicht weniger risikoreich und daher auch nicht zu rechtfertigen.


"EC-positive Kaninchen können völlig gesund sein, oft bricht die Krankheit ihr Leben lang nicht aus."

Diese Aussage ist nur zur Hälfte richtig: Es ist zwar durchaus möglich, dass ein EC-positives Kaninchen sein ganzes Leben lang keinen akuten Ausbruch erleidet. Dies bedeutet aber keinesfalls, dass es "völlig gesund" ist!

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Der Erreger ist und bleibt lebenslang im Körper, beschäftigt das Immunsystem und kann organische Schäden anrichten; auch ohne deutliche Symptome. In diesem Fall mag das Tier gesund erscheinen, ist aber dennoch anfälliger gegenüber anderen Krankheiten, kann eventuell keinen optimalen Impfschutz aufbauen und verstirbt mitunter früher, als es bei einem negativen EC-Titer der Fall gewesen wäre.

Unabhängig davon kann die Hoffnung, dass die Krankheit "vielleicht" oder auch "wahrscheinlich" niemals ausbrechen wird, kein Argument dafür sein, dieses Risiko einzugehen!

Im Zweifelsfall sollte man einmal in sich gehen und überlegen, wie man bei sich selbst verfahren würde: Würde ich selbst es leichtfertig riskieren, mich mit einem Krankheitserreger zu infizieren, der lebenslang in meinem Körper wütet und jedes Mal dann, wenn ich gerade Stress habe oder gesundheitlich angeschlagen bin, mein Gehirn, meine Augen oder meine Nieren zerstören kann? Würde mich der Gedanke beruhigen, dass das ja "vielleicht" auch nicht passiert und ich nie Probleme haben werden? Und all das, um mir einen einmaligen Bluttest zu sparen?

Wer diese Fragen verneint, sollte bei seinem Haustier ebenso verantwortungsvoll verfahren.

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"EC ist nur während eines akuten Schubs ansteckend."

Auch dieses Gerücht kursiert: "Symptomlose Kaninchen können ihre Partnertiere gar nicht anstecken, da die Sporen nur während eines Schubes ausgeschieden werden."

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Es ist richtig, dass ein Kaninchen nicht dauerhaft Sporen über den Urin ausscheidet. Allerdings ist es unmöglich, anhand vorhandener oder nicht-vorhandener Symptome vorherzusagen, wann die Sporenausscheidung tatsächlich erfolgt.

Das Immunsystem eines Tieres wie auch eines Menschen kann auch einmal angeschlagen sein, ohne dass man es bemerkt. Und in genau diesen Situationen vermehrt sich EC unbemerkt im Körper: Organe werden schleichend geschädigt und die Sporen über den Harn ausgeschieden. Da es sich nicht sicher vermeiden lässt, dass zusammenlebende Kaninchen gegenseitig mit ihrem Urin in Kontakt kommen, ist eine Ansteckung jederzeit möglich.

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"Als Vermittlungsstelle können wir uns keine Blutuntersuchung leisten."

Weshalb scheuen Vermittlungsstellen die Kosten? Die Aufnahme und Weitervermittlung von Tieren ist immer mit hohen Kosten verbunden, die durch die Schutzgebühr, die der neue Besitzer bei der Adoption bezahlt, in der Regel nur anteilig abgedeckt werden. Weitere Kosten sind daher für die meisten Vermittlungsstellen nicht vorstellbar.

Zu Unrecht wird oftmals angenommen, dass man mit einer leichten Anhebung der Schutzgebühr keine Tiere mehr vermitteln könnte. Gerade Besitzer, die gezielt nach einem getesteten Kaninchen suchen, investieren dafür gerne auch deutlich höhere Kosten!

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Natürlich steht und fällt die Vermittlung immer mit der Bereitschaft des neuen Tierbesitzers, die Schutzgebühr zu bezahlen. In den meisten Fällen lehnen Tierbesitzer eine höhere Gebühr aber nicht etwa ab, weil ihnen das Tier die Kosten nicht wert wäre; sondern weil das Verständnis dafür fehlt, warum eine Vermittlungsstelle eine höhere Gebühr erhebt als die andere.

Es ist traurige Realität, dass viele Tierbesitzer zunächst offen gegenüber der Blutuntersuchung und der damit verbundenen höheren Schutzgebühr sind; dann aber von einer anderen Stelle (zum Beispiel einem anderen Tierheim, dem Tierarzt oder einem Züchter) die Aussage erhalten, der Test sei "nicht nötig". Dadurch wird die Glaubwürdigkeit der ersten, verantwortungsvollen Vermittlungsstelle in Frage gestellt, der Interessent empfindet die höhere Gebühr als "unfair" und adoptiert sein Tier stattdessen dort, wo auf den wichtigen Test verzichtet wird.

Auf die Weise wird der schwarze Peter vom einen zum anderen geschoben: Die Vermittlungsstelle stellt die Untersuchung als unnötig dar, weil sie ein Problem in den damit verbundenen Kosten sieht, und der Besitzer ist nicht bereit, die höhere Gebühr zu bezahlen, weil von der Vermittlungsstelle geäußert wurde, der Test sei nicht nötig.

Aber sind die Kosten tatsächlich ein Problem für den Besitzer? Bei der Schutzgebühr handelt es sich um einmalige Ausgaben für ein Tier, das im Anschluss im Normalfall viele Jahre bei dem neuen Besitzer leben wird. Die Winterfütterung von Kaninchen ist teuer, ebenso summieren sich die Kosten für regelmäßige Impfungen und Tierarztbesuche im Falle von Erkrankungen. Kaninchen kosten in ihrem Leben mehrere tausend Euro, allein die Kosten für eine notwendige Operation oder chronische Erkrankung können binnen kürzester Zeit mehr als tausend Euro betragen. All diese Kosten bezahlen die meisten Besitzer bereitwillig!

Auf die Jahre umgerechnet, fällt es so gut wie nicht ins Gewicht, ob die Schutzgebühr bei der Anschaffung nun 40, 80 oder 120 € betragen hat. Das Problem sind nicht die Kosten an sich, sondern dass dem Besitzer das Gefühl vermittelt wird, es handle sich um unnötige Kosten.

Weiterhin ist dem Besitzer oft nicht bewusst, dass EC-positive Kaninchen im Laufe ihres Lebens tendenziell viel höhere Kosten verursachen als EC-negative Tiere; sei es aufgrund akuter EC-Ausbrüche, ihrer erhöhten Anfälligkeit gegenüber anderen Erkrankungen, chronischer Organschäden oder der regelmäßig erforderlichen Fenbendazol-Kuren. In Summe übersteigen diese Ausgaben die anfängliche "Ersparnis" bei der Schutzgebühr oft deutlich, sodass langfristig nichts gewonnen ist.

Ist es realistisch, dass Besitzer künftig eine höhere Schutzgebühr für Kaninchen bezahlen werden? Zumindest ist aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte stark davon auszugehen: Auch die heutigen Vermittlungsbedingungen und Preise waren vor 20-30 Jahren noch schier undenkbar. Mehr als 5-10 € für ein Kaninchen ausgeben? Die Tiere vor der Vermittlung impfen, auf Kokzidien untersuchen und (einschließlich der Häsinnen) kastrieren lassen? 6 qm Fläche als Minimum für die Behausung fordern?

Vieles, was damals absurd wirkte, ist heute völlig normal. Wichtig ist es, Probleme zu erkennen, das Bewusstsein dafür zu schärfen und eine Lösung im Sinne der Tiere zu finden, anstatt die Situation schönzureden oder die Schuld auf der jeweils anderen Seite zu suchen. Das Ziel der verschiedenen Vermittlungsstellen ist immerhin dasselbe: Die Tiere sollen gut vermittelt und artgerecht gehalten werden. Dementsprechend sollten auch ein ausgeprägter Zusammenhalt und eine sachliche Kommunikation zwischen den einzelnen Organisationen erfolgen.

"Mein Tierarzt hat gesagt, das wäre Unsinn."

Es ist eine traurige Tatsache: Die meisten Kleintierärzte behandeln Kaninchen und Nagetiere, obwohl sie nicht auf diese Tierarten spezialisiert sind. Die Inhalte des Tiermedizin-Studiums beschränken sich in Bezug auf die Kleintiere überwiegend auf Katzen und Hunde. Auch der Titel "Fachtierarzt für Kleintiere" bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als dass der Tierarzt im Bereich Hund und Katze fortgebildet ist.

Ein Tierarzt hingegen, der auf kleinere Tierarten spezialisiert ist, wird als "Fachtierarzt für Heimtiere / Kleinsäuger" betitelt oder besitzt die "Zusatzbezeichnung Heimtiere / Kleinsäuger".

Anstatt sich hinreichend zu informieren oder schlichtweg Verantwortungsbewusstsein zu zeigen, werden neue oder unbekannte Informationen von vielen Menschen erst einmal abgelehnt, da man schließlich "noch nie etwas davon gehört" oder "es schon immer anders gemacht" habe.

Leider kommt es durchaus auch vereinzelt bei Heimtier-Spezialisten vor, dass sie keine Blutuntersuchungen auf EC empfehlen. Vermutlich ist es für diese Personen einfach nicht vorstellbar, eine solch grundlegende Neuerung in die Kaninchenmedizin zu integrieren. Auffällig ist, dass die Argumente auch hier letztlich rein der menschlichen Bequemlichkeit zugute kommen ("zu teuer", "zu umständlich", "unrealistisch", "sowieso nicht umsetzbar", ...).

Dieser Artikel sollte Ihnen aufgezeigt haben, weshalb eine Blutuntersuchung auf EC alles andere als "unsinnig", sondern im Zuge verantwortungsbewusster, tierfreundlicher Kaninchenhaltung ein unerlässlicher Schritt nach vorne ist - und gegenteilige Aussagen entweder von Unwissenheit, einem Mangel an Verantwortungsbewusstsein oder einer fehlenden Bereitschaft, sich auf neue Erkenntnisse und Konzepte einzulassen, zeugen.

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"Mein Kaninchen ist ein EC-Kontakttier, man braucht es nicht zu testen."

Immer wieder liest man in Vermittlungsanzeigen für "EC-Kontakttieren". Damit sind Kaninchen gemeint, bei deren (ehemaligen) Partnertieren EC nachgewiesen wurde. Infolgedessen geht der Besitzer davon aus, dass das Partnertier ebenfalls infiziert ist und als "positiv" vermittelt werden muss. Das lässt sich aber pauschal nicht sagen. 

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Zwar ist die Wahrscheinlichkeit, dass Partnertiere sich anstecken, hoch - vor allem, wenn sie lange mit dem EC-Trägertier zusammengelebt haben - , es kommt aber auch regelmäßig vor, dass dies nicht der Fall ist. Daher lohnt es sich in jedem Fall, ein Kaninchen, dessen EC-positives Partnertier verstorben ist, ebenfalls zu testen, ehe man es neu vergesellschaftet. 

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Wie können die Blutuntersuchungen etabliert werden?


Was kann ich als Vermittlungsstelle tun?

Vermittlungsstellen müssen möglichst einstimmig Farbe bekennen, die Besitzer über die Problematik aufklären und ihre Kaninchen zu (geringfügig) höheren Preisen vermitteln (ein EC-Schnelltest kostet in der Anschaffung lediglich ca. 10 €!) Dies mag anfangs einen Teil der Interessenten abschrecken, wird sich aber mit der Zeit als die Norm etablieren und von verantwortungsvollen Interessenten auch erwartet werden.

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Dieser Wandel wird desto schneller erfolgen, je mehr Tierheime, Tierschutzvereine und sonstige Vermittlungsstellen einschließlich Privatpersonen sich zu dem Schritt nach vorne entscheiden. Es muss unbedingt vermieden werden, dass der Besitzer durch Verharmlosungen oder falsche Informationen verunsichert wird und den vermeintlich "überflüssigen" Test nicht bezahlen möchte.

Die Vermittlungsstellen müssen sich in ihrer Position gegenseitig unterstützen und den Rücken stärken, damit der Besitzer von mehreren Anlaufstellen dieselbe Aussage bekommt und von der Bedeutung der Blutuntersuchung überzeugt wird.

Informationsmaterial wie unser Flyer, Links zu Studien usw. helfen dabei, das Problembewusstsein zu schärfen und den eigenen Standpunkt zu untermalen. 

Insbesondere für Tierheime, die durch ihre zuständigen Tierärzte besondere Konditionen erhalten, fallen keine sonderlich hohen Kosten für eine Blutentnahme an. Das Blut muss im Anschluss nicht bearbeitet werden; das Röhrchen muss lediglich 15-30 Minutenruhig stehen, damit sich das Serum von den Blutkörperchen absetzt. Im Anschluss wird ein Teil des Serums mit einer Pipette aufgenommen und der Schnelltest durchgeführt. Dies muss nicht durch einen Tierarzt erfolgen, sondern kann problemlos auch von den Tierheimmitarbeitern erledigt werden. Die Gesamtkosten beschränken sich dann auf die tierärztliche Leistung der Blutentnahme und die Anschaffungskosten für den Schnelltest.

Für Vermittlungsstellen, die trotz allem skeptisch sind, wäre als "Kompromiss" auch eine Übergangs- / Probephase denkbar: Ein Teil der Vermittlungstiere wird getestet und zu einer entsprechend höheren Vermittlungsgebühr abgegeben. Die nicht-getesteten Kaninchen werden zu der gewohnten Schutzgebühr an Besitzer vermittelt, die eine Blutuntersuchung trotz aller Aufklärung ausdrücklich ablehnen. 

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Was kann ich als Tierbesitzer tun?

Die Nachfrage bestimmt das Angebot und etabliert schließlich die Norm: Fragen Sie aktiv nach einer Blutuntersuchung auf EC, wenn Sie Kaninchen adoptieren möchten oder das erste Mal mit bislang nicht getesteten Tieren beim Tierarzt sind. Stellen Sie klar, dass Sie kein gesundes Tier anstecken möchten und kein Risiko eingehen werden.

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Möchten Sie ein Kaninchen bei sich aufnehmen, dessen EC-Status nicht bekannt ist, bieten Sie dem bisherigen Besitzer an, die Kosten für den Bluttest in Form einer höheren Schutzgebühr zu übernehmen.

Auf die Weise bezahlen Sie die Untersuchung nur dann, wenn Sie das Kaninchen tatsächlich bei sich aufnehmen. Falls der Bluttiter nicht mit dem Ihrer bisherigen Kaninchen übereinstimmt, kann der aktuelle Besitzer es stattdessen anderweitig passend zum Titer vermitteln; zu einer entsprechend höheren Schutzgebühr.

Ist der bisherige Besitzer dazu nicht bereit, sollten Sie sich anderweitig umschauen. Je mehr Interessenten auf diese Weise vorgehen, desto größer ist der Anreiz für die Vermittlungsstellen, bezüglich EC umzudenken; und desto geringer ihre Sorge, dass eine höhere Schutzgebühr gesellschaftlich nicht akzeptiert werden würde.

Nutzen Sie gerne auch unseren Flyer zur Aufklärung über Blutuntersuchungen auf EC.

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Was kann ich als Tierarzt tun?

Auch Tierärzte sind hier gefragt: Besitzer müssen ehrlich über die Bedeutung der Blutuntersuchungen und Titer-passenden Vergesellschaftungen aufgeklärt werden. Es sollte immer das Tierwohl im Vordergrund und nicht eine möglichst bequeme Variante für den Menschen.

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Erläutern Sie dem Besitzer ausführlich, aus welchen Gründen sie den EC-Status ihrer Tiere kennen sollten. Empfehlen Sie ihnen ausdrücklich, vor der Anschaffung weiterer Tiere darauf zu bestehen, dass diese zuvor getestet werden.

Informationsmaterialien wie unser Flyer sind zur Überzeugung skeptischer Besitzer besonders hilfreich. 

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass nahezu alle Besitzer der Blutuntersuchung zustimmen, nachdem man sie detailliert über ihre Bedeutung aufgeklärt hat. Insbesondere der seit 2025 verfügbare Schnelltest vereinfacht das Prozedere enorm. 

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