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Dosierungen: Medikamente für Kaninchen

Im Folgenden finden Sie eine Übersicht der empfohlenen Medikamentendosierungen für Kaninchen. Diese Liste ist nicht vollständig, sondern soll die gängigsten Medikamente in der Kaninchenmedizin zusammenfassen.

Diese Seite ersetzt keinesfalls einen Tierarztbesuch! Soweit nicht anders vermerkt, dürfen die Medikamente nur nach Rücksprache mit einem Tierarzt verabreicht werden! Unsere Übersicht soll Ihnen helfen, im Notfall schnell zu handeln und nach einem Tierarztbesuch zu überprüfen, ob die verordnete Therapie den aktuellen Empfehlungen entspricht; denn leider kommt es bei Tierärzten, die nicht explizit auf Kaninchen spezialisiert sind, immer wieder zu Behandlungsfehlern.

Generell gilt: Suchen Sie, wann immer möglich, einen Spezialisten für Kleinsäuger /  Heimtiere (NICHT "Kleintiere" = Hunde und Katzen!)  auf, ehe Sie einen selbstständigen Therapieversuch starten beziehungsweise nachdem Sie erste Hilfe geleistet haben.

(Tier)medizinische Empfehlungen ändern sich regelmäßig. Die nachfolgenden Angaben sind daher ohne Gewähr.


Wie rechne ich die richtige Menge aus?

Die Konzentration eines Medikaments kann sich je nach konkretem Produkt und Hersteller unterscheiden. Daher sind Dosierungsempfehlungen nie in Millilitern, sondern immer in Milligramm angegeben. Daher müssen SIe die korrekte Menge zunächst ausrechnen. So gehen Sie vor:

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1. Wiegen Sie das Kaninchen und notieren Sie sein Gewicht in Kilogramm (Beispiel: 2 kg).

2. Schauen Sie auf der Verpackung des Medikaments nach, wie der Wirkstoff heißt (Beispiel: Der Wirkstoff von Panacur® ist Fenbendazol).

3. Schauen Sie auf der Verpackung nach, wie viele Milligramm Wirkstoff in einem Milliliter enthalten sind (Beispiel: Panacur® 10% enthält 100 mg Fenbendazol pro ml).

4. Schauen Sie in den Dosierungsempfehlungen nach, wie viele Milligramm Wirkstoff pro Kilogramm Körpergewicht empfohlen werden (Beispiel: 20 mg Fenbendazol pro kg).

5. Multiplizieren Sie die empfohlenen mg pro kg mit dem Körpergewicht in kg (Beispiel: 20 mg x 2 kg = 40 mg). So viele mg benötigt Ihr Kaninchen.

6. Teilen Sie die errechnete Menge durch die mg pro ml (Beispiel: Panacur® enthält 100 g Fenbendazol pro ml. Also: 40 mg : 100 mg = 0,4 ml. Ihr 2 kg schweres Kaninchen benötigt also 0,4 ml Panacur®).


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Abkürzungen

Die folgenden Abkürzungen finden Sie in den Dosierungsempfehlungen:

  • p. o. = oral (Eingabe ins Mäulchen)
  • s. c. = subkutan (Injektion unter die Haut)
  • i. v. = intravenös (Injektion in die Vene - normalerweise nur durch den Tierarzt)
  • i. m. = intramuskulär (Injektion in den Muskel - normalerweise nur durch den Tierarzt)

Antibiotika

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Amikacin (z. B. Amikacin 5 mg / ml Inj.)

Dosierung: 2-3x tgl. 5-10 mg / kg s. c. oder i. m.

Anwendungsgebiete: Bestimmte resistente Erreger. Bakterizides Breitspektrum-Antitibiotikum aus der Gruppe der Aminoglykoside mit gramnegativem, aerobem Wirkspektrum.

Warnung: Nierentoxisch - nur anwenden, wenn keine besser verträglichen Antibiotika wirksam sind! Begleitend sollte eine Infusionstherapie erfolgen.


Azithromycin (z. B. Zithromax® Saft, Azi Teva® Saft)

Dosierung: 1x tgl. 30 mg / kg p. o.

Anwendungsgebiete: Infektionen, v. a. schwere Atemwegsinfektionen mit Pneumonie (Lungenentzündung).  Bakteriostatisches Breitspektrumantibiotikum aus der Gruppe der Makrolide mit grampositivem und gramnegativem Wirkspektrum.

Hinweis: Kann die Darmflora beeinträchtigen. Muss in diesem Fall abgesetzt und durch ein anderes Antibiotikum ersetzt werden.


Amoxicillin (z. B. Duphamox® Inj.)

Dosierung: alle 1-2 Tage 15 mg / kg s. c.

Anwendungsgebiete: Infektionen, insbesondere bei eitrigen Entzündungen / Abszessen. Bakterizides Breitspektrumantibiotikum aus der Gruppe der Penicilline mit grampositivem und gramnegativem Wirkspektrum. 

Warnung: Niemals oral geben - PLACE-Antibiotikum! Bei versehentlicher oraler Aufnahme (auch von Kleinstmengen) sofort Therapie mit Gegenantibiose (z. B. Enrofloxacin) sowie Prä- und Probiotika beginnen!


Benzylpenicillin (z. B. Procain-Penicillin® Inj.)

Dosierung: 1x tgl. 40.000 I.E. / kg s. c. oder i. m. über 5 Tage

Anwendungsgebiete: Infektionen, insbesondere bei eitrigen Entzündungen / Abszessen. Bakterizides Breitspektrumantibiotikum aus der Gruppe der Penicilline mit grampositivem und gramnegativem Wirkspektrum; in Kombination mit Dihydrostreptomycin auch gegen gramnegative Stäbchen.

Warnung: Niemals oral geben - PLACE-Antibiotikum! Bei versehentlicher oraler Aufnahme (auch von Kleinstmengen) sofort Therapie mit Gegenantibiose (z. B. Enrofloxacin) sowie Prä- und Probiotika beginnen!


Cefovecin (z. B. Convenia® Inj.)

Dosierung: alle 2-7 Tage 8 mg / kg s. c.  

Anwendungsgebiete: Schwere oder chronische Infektion mit multiresistentem Keim. Bakterizides Breitspektrumantibitikum aus der Gruppe der Cephalosporine mit grampositivem und gramnegativem Wirkspektrum.

Risiken: Niemals oral geben - PLACE-Antibiotikum! Die orale Aufnahme, selten auch die Injektion kann zu einer tödlichen Entgleisung der Darmflora führen! Wirkdauer beim Kaninchen unklar, nicht untersucht. Nur anwenden, wenn ein Erreger gegen alle gut verträglichen Wirkstoffe resistent ist.


Chloramphenicol

Dosierung: 2-3x tgl. 25-50 mg / kg p. o., s. c., i. m. oder i. v.

Anwendungsgebiete: Bakterielle Infektionen, Encephalitis. Bakteriostatisches Breitbandantibiotikum aus der Gruppe der Amphenicole mit grampositivem und gramnegativem Wirkspektrum.

Hinweis: Nicht mit anderen Antibiotika kombinieren!


Ciprofloxacin (z. B. Ciprobay® Saft)

Dosierung: 2x tgl. 5-20 mg / kg p. o

Anwendungsgebiete: Alternative zu Enrofloxacin. Bakterizides Breitspektrumantibiotikum aus der Gruppe der Fluorchinolone (Gyrasehemmer) mit grampositivem und gramnegativem Wirkspektrum inklusive Mykoplasmen.

Warnung: Nicht anwenden bei trächtigen oder säugenden Häsinnen sowie bei Jungtieren im Wachstum - Gelenkschädigungen möglich! 


Clindamycin (z. B. Clindamycin-ratiopharm® Inj.)

Dosierung: 2x tgl. 7,5 mg / kg s. c.

Anwendungsgebiete: Knocheninfektionen, Toxoplasmose, sonstige Infektionen mit resistenten Bakterienstämmen. Bakteriostatisches Mittelbandspektrumantibiotikum aus der Gruppe der Lincosamide mit grampositivem, anaerobem Wirkspektrum.

Hinweis: Niemals oral geben (wie in älterer Literatur z. T. noch empfohlen!!) - PLACE-Antibiotikum! Bei versehentlicher oraler Aufnahme (auch von Kleinstmengen) sofort Therapie mit Gegenantibiose (z. B. Enrofloxacin) sowie Prä- und Probiotika beginnen!


Doxycyclin (z. B. Doxycyclin-ratiopharm® Inj.)

Dosierung: 2x tgl. 2,5 mg / kg s. c. über 7 Tage

Anwendungsgebiete: Infektionen, intrazelluläre Bakterien. Bakteriostatisches Breitspektrumantibiotikum aus der Gruppe der Tetracycline mit grampositivem und gramnegativem Wirkspektrum inklusive Mykoplasmen und Chlamydien.

Warnung: Nicht geben bei Trächtigkeit oder in den ersten Lebenswochen (während des Zahnwachstums)

Hinweis: Kann theoretisch auch oral eingegeben werden; calciumhaltige Futtermittel können die Resorption jedoch beeinträchtigen. Da Kaninchen immer Futter zur Verfügung haben müssen und fast jedes Futtermittel Calcium enthält, ist die orale Medikation bedenklich.


Enrofloxacin (z. B. Baytril® Saft, Orniflox® Saft, Baytril® Inj.)

Dosierung: 2x tgl. 5-10 mg / kg oder 1x tgl. 10 mg / kg p. o., s. c. oder i. v. über mindestens 7 Tage

Anwendungsgebiete: Infektionen, Entgleisung der Darmflora, Fieber unbekannter Ursache, Immunschwäche (Vermeidung von bakteriellen Sekundärinfektionen). Bakterizides Breitspektrumantibiotikum aus der Gruppe der Fluorchinolone (Gyrasehemmer) mit grampositivem und gramnegativem Wirkspektrum inklusive Mykoplasmen.

Warnung: Nicht anwenden bei trächtigen oder säugenden Häsinnen sowie bei Jungtieren im Wachstum - Gelenkschädigungen bei den Jungtieren möglich!

Hinweis: Meist das Antibiotikum 1. Wahl, da es für Kaninchen offiziell zugelassen ist.


Gentamicin (z. B. Gentamicin-ratiopharm® Inj., Genta® 5% Inj.)

Dosierung: 2x tgl. 2,5 mg / kg s. c., i. m. oder i. v. über 5-7 Tage

Anwendungsgebiete: Schwere oder chronische Infektion mit multiresistentem Keim. Bakterizides Breitspektrumantibiotikum aus der Gruppe der Aminoglykoside mit vorwiegend gramnegativem Wirkspektrum.

Wichtig: Kann zu schweren Nierenschädigungen führen! Nur anwenden, wenn gegen alle besser verträglichen Antibiotika Resistenzen vorliegen! 2 Tage nach erster Injektion Nierenwerte (Kreatinin und Harnstoff) kontrollieren! Während des Therapiezeitraums intensiv infundieren (1x tgl. 50 ml / kg oder alle 2 Tage 100 ml / kg)


Marbofloxacin (z. B. Marbocyl FD® 1% Inj., MARBOCYL P® Tbl.)

Dosierung: 1x tgl. 5 mg / kg p. o. oder 2 mg / kg i. m., i. v. über 10 Tage

Anwendungsgebiete: Alternative zu Enrofloxacin. Bakterizides Breitspektrumantibiotikum aus der Gruppe der Fluorchinolone (Gyrasehemmer) mit grampositivem und gramnegativem Wirkspektrum inklusive Mykoplasmen.

Warnung: Nicht anwenden bei trächtigen oder säugenden Häsinnen sowie bei Jungtieren im Wachstum - Knorpel- und Zahngewebe der Jungen kann schwer geschädigt werden.


Metronidazol (z. B. Eradia® Saft, Arilin® Tbl., Metronidazol Infusionslösung)

Dosierung: 2x tgl. 20-30 mg / kg p. o. oder 5 mg / kg i. v. über mind. 1 Woche

Anwendungsgebiete: v. a. Infektionen mit anaeroben Bakterien (z. B. Zahnwurzelabszesse, Otitis media, Entgleisung der Darmflora). Bakterizides Breitspektrumantibiotikum aus der Gruppe der Nitroimidazole mit grampositivem und gramnegativem Wirkspektrum inklusive Anaerobier und Protozoen.


Oxytetracyclin (z. B. Terramycin LA® Inj., Baxyl LA® Inj.)

Dosierung: 2x tgl. 50 mg / kg p. o. oder 25 mg / kg s. c. über mind. 7 Tage

Anwendungsgebiete: v.a. Abszesse. Bakteriostatisches Breitspektrumantibiotikum aus der Gruppe der Tetracycline mit grampositivem und gramnegativem Wirkspektrum inklusive Anaerobier, Mykoplasmen und Chlamydien.


Pradofloxacin (z. B. Veraflox® Susp.)

Dosierung: 2x tgl. 5 mg / kg p. o. über 7 Tage  

Anwendungsgebiete: Alternative zu Enrofloxacin. Bakterizides Breitspektrumantibiotikum aus der Gruppe der Fluorchinolone (Gyrasehemmer).


Sulfadamin + Trimethoprim

Dosierung

  • Sulfadiazin + Trimethoprim: 2x tgl. 15-30 mg / kg p. o. oder s. c.
  • Sulfadimethoxin + Trimethoprim: 2x tgl. 10-15 mg / kg p. o.
  • Sulfadoxin + Trimethoprim (z. B. Borgal®): 30-40 mg / kg + 6-8 mg / kg entweder 2x tgl. p. o. oder 1x tgl. s. c.

Anwendungsgebiete: Infektionen. Bakterizides Breitbandantibiotikum, das zwei Wirkstoffe vereint, mit grampositivem und gramnegativem Wirkspektrum.

Hinweis: Gewebereizend - Injektionspräparate vor der Anwendung verdünnen!

Nicht geben bei: Trächtigkeit


Tobramycin

Dosierung: 1 g auf 20 mg Methylmethycrylat in gereinigte Wundhöhle einbringen.  

Anwendungsgebiete: v.a. Kieferabszesse. Bakterizides Breitspektrumantibiotikum aus der Gruppe der Aminoglykoside mit vorwiegend gramnegativem Wirkspektrum. 

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Antimykotika (Anti-Pilz-Mittel)

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Enilconazol (z. B. Imaverol® Lsg.)

Dosierung: 4 Waschungen im Abstand von jeweils 3 Tagen

Anwendungsgebiete: Dermatomykose (Hautpilz)

Warnung: Darf nicht in die Augen gelangen! 


Itraconazol (z. B. Itrafungol® Saft)

Dosierung: 1x tgl. 5-10 mg / kg p. o. über 3-4 Wochen

Anwendungsgebiete: Dermatomykose (Hautpilz), Ohrenentzündung durch Hefepilze


Miconazol (z. B. 2%ige Lösung)

Dosierung: 2-3x tgl. Ohrspülung mit einer 0,5%igen wässrigen Spüllösung über mindestens 7 Tage und mehrere Tage über die Abheilung hinaus.

Anwendungsgebiete: Ohrenentzündung durch Hefepilze

Hinweis: Kann mit systemischem Antimykotikum (z. B. Itraconazol) kombiniert werden.


Nystatin (z. B. Nystatin® Dechra Susp., Nystaderm® Susp.)

Dosierung: 2x tgl. 100.000 I.E. / kg p. o. über 10-14 Tage 

Anwendungsgebiete: Unterstützende Maßnahme bei starkem Hefepilzbefall im Darm, der mit Symptomen (Durchfall, Aufgasungen, Inappetenz, Bauchgluckern usw.) einhergeht. 

Hinweis: Präparate ohne Zucker sind zu bevorzugen. Ein starker Hefepilzbefall ist immer das Symptom einer Grunderkrankung. Eine Behandlung ist nur sinnvoll, wenn gleichzeitig die Grundursache abgeklärt und behandelt wird und wenn das Kaninchen Symptome zeigt. Ein symptomloser Hefepilzbefall muss nicht behandelt werden! Ein geringgradiger Hefepilzbefall ist beim Kaninchen normal.

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Antiparasitika

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Doramectin (z. B. Dectomax® Inj.)

Dosierung: 0,5 mg / kg einmalig s. c.

Anwendungsgebiete: Ekto- und Endoparasiten (Wurm-, Milben-, Madenbefall)


Febantel [+ Pyrantel + Praziquantel] (z. B. Drontal® Susp.) 

Dosierung: 8-10 mg / kg einmalig p. o.

Anwendungsgebiete: Wurmbefall (Nematoden, in höheren Dosen auch Zestoden)

Warnung: Nicht anwenden bei trächtigen oder säugenden Häsinnen!


Fenbendazol (z. B. Panacur® Susp., Panacur® Tbl., Panacur® Paste)

Dosierung: 1x tgl. 20 mg / kg p. o. über 5 Tage (bei Wurmbefall) bzw. 28 Tage (bei EC-Symptomen) bzw. prophylaktisch für immunsupprimierte EC-Träger über einen variablen Zeitraum

Anwendungsgebiete: Wurmbefall (Passalurus ambiguus, Trichostrongylose, ...), Verdacht auf EC-Schub, prophylaktisch für EC-Trägertiere

Warnung: Nicht anwenden bei trächtigen oder säugenden Häsinnen!


Flubendazol (z. B. Flubenol® Paste, Flimabend® Susp.)

Dosierung: 20 mg / kg p. o., Wiederholung nach 3 Wochen

Anwendungsgebiete: Wurmbefall (Askariden, Trichuris, Oxyuren)


Imidacloprid (z. B. Advantage® Spot-on)

Dosierung: 10-30 mg / kg als Spot-on, Wiederholung nach 4 Wochen

Anwendungsgebiete: Flohbefall 

Warnung: Nicht bei Jungtieren unter 8 Wochen anwenden!

Hinweis: Scheiteln Sie das Fell an mehreren Stellen im Bereich des Nackens und des Hinterkopfes und tropfen Sie den Inhalt der Tube in mehreren Portionen auf die Haut. Zu viel Wirkstoff auf derselben Stelle kann zu Hautirritationen führen.


Imidacloprid+ Permethrin (z. B. Advantix® Spot-on)

Dosierung: 10-30 mg / kg als Spot-on, Wiederholung nach 4 Wochen

Anwendungsgebiete: Prophylaxe & Therapie von Floh-, Zecken- und Madenbefall

Warnung: Nicht bei Jungtieren unter 8 Wochen anwenden!

Hinweis: Scheiteln Sie das Fell an mehreren Stellen im Bereich des Nackens und des Hinterkopfes und tropfen Sie den Inhalt der Tube in mehreren Portionen auf die Haut. Zu viel Wirkstoff auf derselben Stelle kann zu Hautirritationen führen.


Imidacloprid + Moxydectin (z. B. Advocate® Spot-on)

Dosierung: 10-30 mg / kg als Spot-on, Wiederholung nach 4 Wochen

Anwendungsgebiete: Floh-, Rundwurm-, Milbenbefall

Warnung: Nicht bei Jungtieren unter 8 Wochen anwenden!

Hinweis: Scheiteln Sie das Fell an mehreren Stellen im Bereich des Nackens und des Hinterkopfes und tropfen Sie den Inhalt der Tube in mehreren Portionen auf die Haut. Zu viel Wirkstoff auf derselben Stelle kann zu Hautirritationen führen.


Ivermectin (z. B. Ivomec® Inj., Ivomec P® Paste, Eraquell® Paste)

Dosierung: 1x wöchentlich 0,1-0,6 mg / kg s. c. oder 0,4 mg / kg p. o. über 2-3 Wochen

Anwendungsgebiete: Wurmbefall (Nematoden), Milbenbefall, Madenbefall


Levamisol (z. B. Levamisol Inj.)

Dosierung: 8-20 mg / kg s. c.

Anwendungsgebiete: Wurmbefall (Nematoden)


Mebendazol

Dosierung: 1x tgl. 50 mg / kg p. o.

Anwendungsgebiete: Wurmbefall (Asariden, Trichuris, Uncinaria, Oxyuren, Acylostoma)


Moxidectin (z. B. Cydectin® Susp.)

Dosierung: 0,2 mg / kg p. o. oder 0,17 mg / kg s. c. Wiederholung nach 10 Tagen

Anwendungsgebiete: Wurmbefall (Nematoden), Milbenbefall


Nitenpyram (z. B. Capstar® Tbl.)

Dosierung: 1 mg / kg einmalig p. o. oder rektal. Kann auch vielfach überdosiert werden (z. B. komplette 11-mg-Tablette), wenn eine schnelle Eingabe erforderlich ist.

Anwendungsgebiete: Fliegenmadenbefall


Praziquantel (z. B. Anipracit® Tbl., Anipracit® Inj., Droncit® Spot-on

Dosiserung: 5-10 mg / kg p. o., s. c., i. m. oder als Spot-on, Wiederholung nach 10 Tagen 

Anwendungsgebiete: Bandwurmbefall 


Pyrantelpamoat (z. B. Pyrantel® Paste

Dosierung: 5-10 mg / kg p. o., s. c. oder i. m., Wiederholung nach 10 Tagen

Anwendungsgebiete: Fadenwurmbefall


Selamectin (z. B. Stronghold® Spot-on)

Dosierung: 6-18 mg / kg auf die Haut - d.h. eine 15-mg-Tube eignet sich für Kaninchen bis zu 2,5 kg; und eine 30-mg-Tube für Kaninchen zwischen 2,6 und 7 kg.

Anwendungsgebiete: Floh- und Milbenbefall

Hinweis: Scheiteln Sie das Fell an mehreren Stellen im Bereich des Nackens und des Hinterkopfes und tropfen Sie den Inhalt der Tube in mehreren Portionen auf die Haut. Zu viel Wirkstoff auf derselben Stelle kann zu Hautirritationen führen.

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Atmungstrakt

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Acetylcystein (z. B. ACC Kindersaft®, ACC® Inj.)

Dosierung: 2-3x tgl. 5 mg / kg p. o. oder s. c.

Anwendungsgebiete: Schleim- / Sekretlöser => Atemwegserkrankungen, Otitis.

Hinweis: Kann seine Wirkung nur bei reichlicher Flüssigkeitsaufnahme voll entfalten. Idealerweise wird das Tier parallel zur ACC-Therapie täglich infundiert. Auch Grünfutter ad libitum fördert eine reichliche Wasseraufnahme.


Acetylcystein steril (z. B.  ACC Injekt®  oder Equimucin Inj.®)+ NaCl

Dosierung: ACC Injektionslösung (100 mg / ml) im Verhältnis 1:5 mit steriler Kochsalzlösung anmischen. Bei ACC Injektionslösung 200 mg / ml (z. B. Equimucin®) beträgt das Verhältnis 1:10. Mischung in einen Vernebler geben und den Patienten für 10-15 Minuten inhalieren lassen. 

Anwendungsgebiete: lokaler Schleimlöser => Atemwegserkrankungen

 

Bromhexin (z. B. Bisolvon® Saft, Bisolvon® Inj., Bisolvon® Pulver

Dosierung: 2-3x tgl. 0,5 mg / kg p. o. oder s. c.

Anwendungsgebiete: Schleimlöser => Atemwegserkrankungen


Theophyllin (z. B. Afpred forte® Inj.)

Dosierung: 4 mg / kg 2–3 × tgl. s. c. oder p. o.

Anwendungsgebiete: Bronchodilatator (Bronchien-Erweiterer) => Atembeschwerden z. B. bei Lungenentzündung, Thymom


Terbutalin (z. B. Bricanyl® Inj.)

Dosierung: 0,01 mg / kg 4–6x tgl. s. c.

Anwendungsgebiete: Bronchodilatator (Bronchien-Erweiterer) => Atembeschwerden z. B. bei Lungenentzündung, Thymom

 

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Herzmedikamente

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Digoxin (z. B. Lanicor® Tbl., Lenoxin Mite® Tbl., Lanicor® Inj.)  

Dosierung: alle 1-2 Tage 0,005-0,01 mg / kg p. o. oder i. v.

Anwendungsgebiete: kongestive (dilatative) Kardiomyopathie, Vorhofflimmern

Wirkungsweise: Gehört zur Gruppe der Herzglykoside: erhöht Calciumkonzentration in den Herzmuskelzellen => erhöht die Schlagkraft (positiv ionotope Wirkung). Stimuliert weiterhin Nervus vagus am Herzen => verzögert Erregungsweiterleitung (negativ dromotrope Wirkung).

Nicht anwenden bei: obstruktiver und hypertropher Kardiopathie, Bradykardie und ventrikulärer Tachykardie! 

Vorsicht bei Niereninsuffizienz


Enalapril (z. B.  Enadog® Tbl.)

Dosierung: 1x tgl. 0,5 mg / kg p. o.

Anwendungsgebiete: dilatative Kardiomyopathie, Herzschwäche, Bluthochdruck, Niereninsuffizienz mit Proteinverlust

Wirkungsweise: Gehört zur Gruppe der ACE-Hemmer: hemmt die Freisetzung von Angiotensin => Erweiterung der Blutgefäße, Senkung des Blutdrucks, Proteinverlust über den Harn wird reduziert.

Nicht geeignet bei: Mitralklappeninsuffizienz, Aortenstenose 

Vorsicht bei Niereninsuffizienz


Furosemid (z. B. Dimazon® Tbl., Dimazon® Inj., Furosoral® Tbl.)

Dosierung: 4-6x tgl. 1-10 mg / kg i. v. oder i. m. bei akuter Lebensgefahr (Hirn- / Lungenödem, akutes Nierenversagen, Thoraxerguss); bzw. 2-3x tgl. 0,3-2 mg / kg p. o., s. c., i. m. oder i. v. bei anderweitigen Krankheitsbildern

Anwendungsgebiete: Entwässerung; z. B. bei Lungenödem, Hirnödem, sonstige Ödemen, Thoraxerguss, Aszites (Bauchwassersucht), Herzschwäche, akuter Niereninsuffizienz mit ausbleibender Urinproduktion

Wirkungsweise: Gehört zur Gruppe der Schleifendiuretika: Hemmt die Na+/K+/2Cl--Cotransporter am sogenannten aufsteigenden dicken Ast der Henle-Schleife in den Nierennephronen => Hemmung der Wasserrückresorption, Produktion sehr großer Harnmengen

Vorsicht bei chronischer Nieren- oder Leberinsuffizienz, Blutniedrigdruck, Kreislaufschwäche


Lidocain (z. B. Licocain Inj.)

Dosierung: 1-2 mg / kg i. v.

Anwendungsgebiete: ventrikuläre, tachykarde Herzrhythmusstörungen


Pimobendan (z. B. Vetmedin® Tbl. oder Vetmedin® Inj.

Dosierung: 1-2x tgl. 0,1-0,3 mg / kg p. o.

Anwendungsgebiete: dilatative Kardiomyopathie

Wirkungsweise: Gehört zur Gruppe der Calcium-Sensitizer: Hemmt das Enzym Phosphodiesterase 3 => gefäßerweiternde Wirkung. Setzt Empfindlichkeit der Herzmuskelfasern für Calcium-Ionen herab => erhöhte Kontraktionskraft (positiv ionotrope Wirkung). 


Ramipril (z. B. Vasotop® Tbl.)

Dosierung: 1x tgl. 0,125 mg / kg p. o.

Anwendungsgebiete: Herzinsiffuzienz mit Kongestion, Herzdilatation, Herzhypertrophie, Bluthochdruck; Niereninsuffizienz mit Proteinverlust

Wirkungsweise: Gehört zur Gruppe der ACE-Hemmer: Hemmt die Freisetzung von Angiotensin => Erweiterung der Blutgefäße, Senkung des Blutdrucks, Proteinverlust über den Harn wird reduziert.

Nicht geeignet bei: Mitralklappeninsuffizienz, Aortenstenose 

Vorsicht bei chronischer Niereninsuffizienz

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Magen-Darm-Medikamente

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Aktivkohle / medizinische Kohle (z. B. Kohle-Compretten®)

Dosierung: 4-6x tgl. 1 g / kg (nicht überschreiten - Verstopfungsgefahr!)

Anwendungsgebiete: hochgradiger Durchfall, hochgradige Aufgasung, orale Aufnahme von Giftstoffen

Wirkungsweise: Festigt den Kot, bindet Toxine im Darm und verhindert ihre Aufnahme ins Blut

Hinweis: Wirkt ausschließlich im Magen-Darm-Trakt. Muss mindestens 30 Minuten zeitversetzt zu anderen oralen Medikamenten gegeben werden, da es ihre Resorption beeinträchtigen kann.


Bariumsulfat (z. B. hier)

Dosierung: 2-3 ml/kg p. o. bei Magendilatation zur Abklärung der Magen-Darm-Passage; 15 ml / kg p. o. zur Bezoar-Diagnostik.

Anwendungsgebiete: Abklärung Magenbezoar, Ileus, Stase, Engstellen im Darm, Darmwandverklebungen; bessere Darstellung / Abgrenzung der Leberlappen und von Umfangsvermehrungen im Bauch


Cisaprid (z. B. Ciseral Drops®)

Dosierung: 2-3x tgl. 0,5 mg / kg p. o.

Anwendungsgebiete: Prokinetikum, Antiemetikum => Magen-Darm-Passagestörungen (Ileus, Stase, Magendilatation), Magenüberladung, Aufgasung, Inappetenz, Bauchschmerzen

Hinweis: Wirkung beim Kaninchen nicht nachgewiesen. Max. 3 Tage in Folge geben. 


Diclazuril (z. B. Vecoxan® Saft)

Dosierung: 1 mg / kg p. o. einmalig

Anwendungsgebiete: Kokzidiose

Hinweis: Gute Alternative zu Toltrazuril, wenn dieses von den Kaninchen nicht vertragen wird. 


Dimeticon / Simeticon (z. B. Simeticon Dechra® Susp., Sab Simplex® Susp.)

Wirkung: wirkt gegen "schaumige Gärung" - zerkleinert große Gasblasen, sodass sie leichter abtransportiert werden können

Dosierung: mind. 3x tgl. 60-80 mg / kg p. o.; bei hochgradigen Aufgasungen stündliche Gabe möglich!

Anwendungsgebiete: Aufgasung, Bauchgluckern, Bauchschmerzen

Hinweis: wirkt ausschließlich im Magen-Darm-Trakt


Huminsäuren (z. B. Dysticum® Pulver)

Dosierung: 2x tgl. 0,5-1 g / kg p. o. über 3-5 Tage

Anwendungsgebiete: orale Aufnahme von Giftstoffen, hochgradige Entgleisung der Darmflora 

Hinweis: Wirkt ausschließlich im Magen-Darm-Trakt. Muss mindestens 30 Minuten zeitversetzt zu anderen oralen Medikamenten gegeben werden, da es ihre Resorption beeinträchtigen kann.


Laktulose (z. B. Laxatrakt® Sirup, Laxulon® Sirup)

Wirkung: Abführmittel, Probiotikum

Dosierung: bei Köttelketten / Magenbezoaren 2-3x tgl. 2-3 ml / kg p. o. als langfristige Therapie; bei Ileus / Verstopfung / starker Aufgasung stündliche Gabe möglich!

Anwendungsgebiete: Fellwechsel, Trichobezoare (Haarballen), Verstopfung, Stase, mechanischer Ileus, Leberinsuffizienz, Vergiftung

Hinweis: Wirkt ausschließlich im Magen-Darm-Trakt. Muss mindestens 30 Minuten zeitversetzt zu anderen oralen Medikamenten gegeben werden, da es ihre Resorption beeinträchtigen kann.


Maropitant (z. B. Cerenia® Inj., Prevomax® Inj.)

Dosierung: 1x tgl. 1 mg / kg s. c. in Depot

Anwendungsgebiete: Inappetenz, Übelkeit (z. B. bei Niereninsuffizienz, Bauchschmerzen)

Hinweis: Injektion schmerzhaft - immer erst mind. 5 ml Infusionslösung spritzen, danach das Maropitant direkt ins Depot


Metoclopramid (z. B. MCP® Saft, Emeprid® Susp., MCP® Inj., Emeprid® Inj.)

Dosierung: 3x tgl. 0,5 mg / kg p. o., s. c. oder i. v. Bei Passagestörungen sollte die erste Dosis mit 5 mg / kg dosiert und in diesem Fall NICHT oral gegeben werden.

Anwendungsgebiete: Inappetenz, Übelkeit (z. B. bei Niereninsuffizienz), Bauchschmerzen, Verstopfung, Durchfall, Aufgasung, Darmträgheit (Stase), Darmlähmung (paralytischer Ileus), Darmverschluss (mechanischer Ileus), akutes Megacolon

Hinweis: möglichst nicht länger als 3 Tage geben


Mirtazapin (z. B. Mirtazapin 15 mg Tbl.)

Dosierung: 1x tgl. 3 mg / kg p. o.

Anwendungsgebiete: Inappetenz, Antriebslosigkeit

Hinweis: Kein "echtes" Magen-Darm-Medikament, sondern genau genommen ein Antidepressivum mit appetitanregender Wirkung. Kann bei Inappetenz unterschiedlicher Ursache unterstützend eingesetzt werden.


Nystatin (z. B. Nystatin® Dechra Susp., Nystaderm® Susp.)

Dosierung: 2x tgl. 100.000 I.E. / kg p. o. über 10-14 Tage 

Anwendungsgebiete: Unterstützende Maßnahme bei starkem Hefepilzbefall im Darm, der mit Symptomen (Durchfall, Aufgasungen, Inappetenz, Bauchgluckern usw.) einhergeht.

Hinweis: Präparate ohne Zucker sind zu bevorzugen. Ein starker Hefepilzbefall ist immer das Symptom einer Grunderkrankung. Eine Behandlung ist nur sinnvoll, wenn gleichzeitig die Grundursache abgeklärt und behandelt wird und wenn das Kaninchen Symptome zeigt. Ein symptomloser Hefepilzbefall muss nicht behandelt werden! Ein geringgradiger Hefepilzbefall ist beim Kaninchen normal.


Omeprazol (z. B. Omep® Kapseln, Omep® Mut Tbl.)

Dosierung: 2x tgl. 20 mg / kg s. c. oder p. o.

Anwendungsgebiete: Protonenpumpenhemmer - hemmt die Produktion von Magensäure => wiederkehrende Probleme mit Inappetenz / Bauchschmerzen, Verdacht auf Blutung im Magen-Darm-Trakt, Magenreizung durch Trichobezoar.


Pro- und Präbiotika

Ausführliche Informationen zu Medikamenten, die die Darmflora unterstützen, finden Sie hier.


Ranitidin (z. B. Ranitic® Tbl. oder Ranitic® Inj.)

Dosierung: 2x tgl. 2-5 mg / kg p. o. oder 1x tgl. 2 mg / kg i. v.

Anwendungsgebiete: H2-Antagonist - hemmt die Produktion von Magensäure => wiederkehrende Probleme mit Inappetenz / Bauchschmerzen, Verdacht auf Blutung im Magen-Darm-Trakt, Magenreizung durch Trichobezoar.


Sucralfat (z. B. Sucrabest® Granulat, Sucrabest® Tbl.)

Dosierung: 2x tgl. 25 mg / kg p. o. über 4-6 Wochen

Anwendungsgebiete: wiederkehrende Probleme mit Inappetenz / Bauchschmerzen, Verdacht auf Blutung im Magen-Darm-Trakt, Magenreizung durch Trichobezoar, erhöhte Nierenwerte; begleitend zur Meloxicam-Therapie bei Kaninchen mit empfindlichem Magen.

Wirkungsweise: bildet einen Schleimhautschutz im Magen und vorderen Dünndarmabschnitt

Hinweis: Wirkt ausschließlich im Magen-Darm-Trakt. Muss mindestens 30 Minuten zeitversetzt zu anderen oralen Medikamenten gegeben werden, da es ihre Resorption beeinträchtigen kann.


Toltrazuril (z. B. Baycox® 5% Susp.)

Dosierung: 1x tgl. 10-15 mg / kg p. o. über 2 Tage; danach 5 Tage Pause; danach erneut 1x tgl. 10-15 mg / kg p. o. über 2 Tage

Anwendungsgebiete: Kokzidiose

Hinweis: Manche Kaninchen reagieren mit Bauchschmerzen und Inappetenz auf Toltrazuril. Sie müssen begleitend mit Metamizol behandelt werden. Im Falle einer erneuten Kokzidien-Therapie können sie anstelle von Toltrazuril z. B. Diclazuril bekommen.

Warnung: Für Kaninchen darf ausschließlich das 5-%ige Baycox mit milchiger Konsistenz verwendet werden! Das 2,5%-ige, wässrige Präparat ist für Kaninchen stark schleimhautreizend! Toltrazuril darf nicht während der Trächtigkeit angewendet werden. 

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Schmerzmittel

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Buprenorphin (z. B. Buprenovet® Inj.)

Dosierung: 2-4x tgl. 0,01-0,05 mg / kg

Anwendungsgebiete: starke Schmerzen aller Art, Magen-Darm-Passagestörungen

Hinweis: Betäubungsmittel, darf vom Tierarzt nicht abgegeben werden. Kann gut mit Meloxicam und Metamizol kombiniert werden.


Butorphanol (z. B. Morphasol® Inj.)

Dosierung: 4-6x tgl. 0,4 mg / kg s. c., i. m. oder i. v.

Anwendungsgebiete: starke Schmerzen aller Art

Hinweis: Kann gut mit Meloxicam und Metamizol kombiniert werden.


Carprofen (z. B. Carporal® Tbl.)

Dosierung: 2x tgl. 1-2,2 mg / kg p. o. oder 1x tgl. 2-4 mg s. c.

Anwendungsgebiete:  Verletzungen, Entzündungen, OP-Wunden - entzündungshemmendes Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAID

Nicht anwenden bei: Kreislaufschwäche / Untertemperatur, Magen-Darm-Beschwerden, Dehydratation (Austrocknung), Kaninchen unter Cortison (Thymom-Patienten!)

Vorsicht bei: Nierenpatienten, Kaninchen mit empfindlichem Magen, EC-positiven Kaninchen

Hinweis: Alternative zu Meloxicam. Kann gut mit Metamizol und / oder Tramadol kombiniert werden. 


Flunixin (z. B. Fynadine® Paste, Flunidol® Inj.

Dosierung: 1-2x tgl. 0,3-2 mg / kg p. o., s. c., i. m. oder i. v. über maximal 3 Tage

Anwendungsgebiete: Entzündungen, Operationen, Bewegungsschmerzen, Endotoxin-Schock. Entzündungshemmendes Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAID

Nicht anwenden bei: Kreislaufschwäche / Untertemperatur, Magen-Darm-Beschwerden, Dehydratation (Austrocknung), Kaninchen unter Cortison (Thymom-Patienten!)

Vorsicht bei: Nierenpatienten, Kaninchen mit empfindlichem Magen, EC-positiven Kaninchen

Hinweis: Entzündungshemmend. Kann gut mit Metamizol und / oder Tramadol kombiniert werden. 


Gabapentin (z. B. Gabapentin Glenmark® Kapseln)

Dosierung: 2x tgl. 25 mg / kg p. o.

Anwendungsgebiete: Nervenschmerzen

Hinweis: Kann müde machen - Dosis ggf. reduzieren; bei unzureichender Wirkung kann die Dosis auch langsam erhöht werden. Nicht abrupt absetzen, immer ausschleichen!

Hinweis: Kann gut mit Metamizol und je nach Krankheitsbild auch mit Meloxicam kombiniert werden.


Meloxicam (z. B. Metacam® Susp., Metacam® Inj., Novacam® Susp., Melosus ® Susp., Meloxidyl® Susp., Meloxoral® Susp.)

Dosierung: 2x tgl. 0,3-0,5 mg / kg oder 1x tgl. 0,6-1,0 mg / kg p. o. oder s. c.

Anwendungsgebiete: Verletzungen, Entzündungen, OP-Wunden - entzündungshemmendes Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAID

Nicht anwenden bei: Kreislaufschwäche / Untertemperatur, Magen-Darm-Beschwerden, Dehydratation (Austrocknung), trächtigen oder säugenden Häsinnen, Jungtieren unter 6 Wochen, Kardiomyopathie, Kaninchen unter Cortison (Thymom-Patienten!)

Vorsicht bei: Nierenpatienten, Kaninchen mit empfindlichem Magen, EC-positiven Kaninchen

Hinweis: Entzündungshemmend. Kann gut mit Metamizol und / oder Tramadol kombiniert werden. Wird von nicht-spezialisierten Tierärzten oft unterdosiert, da Kaninchen eine zehnfach höhere Menge als Hunde und Katzen benötigen!


Metamizol (z. B. Novalgin® Tropfen, Novaminsulfon® Tropfen, Novaminsulfon® Inj., Vetalgin® Inj.)

Dosierung: 4-6x tgl. 50 mg / kg oder 4x tgl. 75 mg / kg p. o., s. c. oder i. v.

Anwendungsgebiete: Fieber, Schmerzen aller Art, besonders Bauchschmerzen und postoperative Schmerzen

Hinweis: Kann immer als Erste-Hilfe-Maßnahme gegeben werden, wenn ein Kaninchen Schmerzverhalten zeigt oder nicht frisst! Kann gut mit Tramadol und je nach Krankheitsbild auch mit Meloxicam kombiniert werden.


Tramadol (z. B. Tralieve® Tbl., Tralieve® Inj., Tramadol Tropfen)

Dosierung: 2-3x tgl. 10-20 mg / kg p. o. oder s. c.

Anwendungsgebiete: starke Schmerzen aller Art, oft als palliative Dauertherapie für Otitis-media-Patienten

Hinweis: Kann müde machen - Dosis ggf. reduzieren. Kann gut mit Metamizol und je nach Krankheitsbild auch mit Meloxicam kombiniert werden.

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Sonstige

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Butafosfan (z. B. Catosal® Inj.

Dosierung: 1x tgl. 0,5 ml / kg s. c. 

Anwendungsgebiete: Kreislaufschwäche


Maropitant (z. B. Cerenia® Inj., Prevomax® Inj.)

Dosierung: 1x tgl. 1 mg / kg s. c. in Depot

Anwendungsgebiete: Inappetenz, Übelkeit (z. B. bei Niereninsuffizienz, Bauchschmerzen)

Hinweis: Injektion schmerzhaft - immer erst mind. 5 ml Infusionslösung spritzen, danach das Maropitant direkt ins Depot


Mirtazapin (z. B. Mirtazapin 15 mg Tbl.)

Dosierung: 1x tgl. 3 mg / kg p. o.

Anwendungsgebiete: Inappetenz, Antriebslosigkeit

Hinweis: Antidepressivum mit appetitanregender Wirkung. Kann bei Inappetenz unterschiedlicher Ursache unterstützend eingesetzt werden.


Prednisolon (z. B. Prednisolon AL Tbl., Prednisolut® Injektionslösung)

Dosierung: 2x tgl. 0,5-2 mg / kg p. o. oder s. c.

Anwendungsgebiete: Thymome (Tumore der Thymusdrüse), lebensbedrohliche Atemnot

Risiken: Bei Kaninchen stark immunsuppressiv und lebertoxisch! Nur in lebensbedrohlichen Fällen (v. a. zugeschwollene Atemwege!) oder zur Therapie unheilbarer Krankheiten, für die es keine andere Behandlungsmöglichkeit gibt, einsetzen. In letzterem Fall regelmäßige Blutkontrollen (weißes Blutbild und Leberwerte) durchführen.

Warnung: Darf nicht zeitgleich mit Meloxicam oder einem anderen NSAID verwendet werden - mind. 1-2 Tage Abstand lassen.


Ursodeoxycholsäure (z. B. Ursochol®)

Dosierung: Info folgt

Anwendungsgebiete: Abflussstörung / Stauung der Galle, z. B. durch Leberkokzidiose 

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Infusionslösungen

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Geeignete Infusionslösungen

In aller Regel werden Kaninchen mit RingerLactat- oder Sterofundin-Infusionslösung infundiert. Bei leberkranken Tieren sollte kein RingerLactat verwendet werden. Hier eignet sich ersatzweise Ringerlösung (ohne Lactat).

NaCl (Natriumchlorid, Kochsalzlösung) ist weniger gut geeignet als die genannten Vollelektrolytlösungen, darf im Notfall aber ebenfalls verwendet werden.


Infusionsdauer und -häufigkeit

Viele Kaninchen in einem sehr schlechten Allgemeinzustand benötigen intravenöse Infusionen (Dauertropfinfusionen). Im Gegensatz zur subkutanen Infusion, die als Depot unter die Haut gespritzt werden kann und von dort nach und nach resorbiert wird, wird die intravenöse Infusion direkt in die Blutbahn gegeben. Dies darf immer nur langsam über mehrere Stunden erfolgen - eine zu schnelle intravenöse Infusion ist lebensgefährlich (Lungenödem!)!  

Für eine Dauertropfinfusion muss zunächst der Tagesbedarf an Flüssigkeit bestimmt werden. Anschließend wird die Rate pro Stunde ausgerechnet. Soll das Kaninchen 24 Stunden lang infundiert werden, wird demnach der Tagesbedarf durch 24 geteilt und das Ergebnis als Stunden-Rate in den Infusomaten eingegeben.

Soll ein Kaninchen kürzer infundiert werden, z. B. nur tagsüber, kann eine höhere Rate gewählt werden, um dennoch den Tagesbedarf zu decken. 


Berechnung der Infusionsmenge

Die benötigte Infusionsmenge setzt sich aus dem Flüssigkeitstagesbedarf, dem Flüssigkeitsdefizit und den Flüssigkeitsverlusten zusammen. 

Ein chronisch krankes und dehydriertes Tier (z. B. bei chronischer Niereninsuffizienz, langfristig schlechter Futteraufnahme, ...) sollte pro Stunde so viel Flüssigkeit erhalten, dass das Defizit nach 12-24 Stunden ausgeglichen ist. 

Ein akut dehydriertes Tier (z. B. durch Ileus oder akuten hochgradigen Durchfall) sollte pro Stunde so viel Flüssigkeit erhalten, dass das Defizit bereits nach 6-8 Stunden ausgeglichen ist.

  • Tagesbedarf ohne Defizit (Erhaltungsbedarf): 50 ml/kg

  • Tagesbedarf bei 5% Defizit: 50 ml/kg (Erhaltungsbedarf) + 50 ml/kg (Defizit)

  • Tagesbedarf bei 6-8% Defizit: 50 ml/kg (Erhaltungsbedarf) + 60-80 ml/kg (Defizit)

  • Tagesbedarf bei 10-12% Defizit: 50 ml/kg (Erhaltungsbedarf) + 100-120 ml/kg (Defizit)

  • Tagesbedarf bei 10-15% Defizit (Lebensgefahr - hypovolämischer Schock!): 50 ml/kg (Erhaltungsbedarf) + 10-150 ml/kg (Defizit)

  • Bei Verlusten (z. B. Durchfall): zusätzlich ca. 50 ml/kg


Defizit berechnen: Wie dehydriert ist das Kaninchen?

Der Dehydratationsgrad, also das Flüssigkeitsdefizit, wird i. d. R. grob geschätzt. Je größer das Defizit, desto mehr Flüssigkeit benötigt der Patient pro Stunde und Tag. Folgende Merkmale helfen bei der Einschätzung:

  • 5 % Defizit: noch keine Auffälligkeiten; es sollte dennoch automatisch von 5 % Defizit ausgegangen werden, wenn das Tier z. B. nicht frisst, ein Ileus (Darmverschluss, Darmlähmung) oder eine Stase (Darmträgheit) vorliegt.

  • 6 % Defizit: Hautturgor leicht verzögert, d. h. eine hochgezogene Hautfalte verstreicht etwas langsamer als normalerweise.

  • 6-8 % Defizit: Hautturgor deutlich verzögert, d. h. eine hochgezogene Hautfalte verstreicht nur noch langsam.

  • 10-12 % Defizit: Hautturgor hochgradig verzögert, d. h. eine hochgezogene Hautfalte bleibt stehen. Eingesunkene Augäpfel.

  • 12-15 % Defizit: Wie bei 10-12%, außerdem Kreislaufkollaps, hochgradige Apathie


Schockinfusion

Ein Schock ist ein lebensbedrohliches Kreislaufversagen, das sich durch Apathie, Untertemperatur, Blässe, Dehydratation, kalte Gliedmaßen und einen schnellen, flachen Puls äußert.

Der Schock stellt in der Infusionstherapie einen Sonderfall dar, da hier ausnahmsweise große Flüssigkeitsmengen innerhalb eines kurzen Zeitraums intravenös verabreicht werden müssen: Der Patient erhält innerhalb von 15-20 Minuten eine Flüssigkeitsmenge von 10-15 ml/kg. Bei ausbleibender Besserung kann dies bis zu dreimal wiederholt werden.

Beispiel: Ein 1 kg schweres Kaninchen im Schock soll innerhalb von 20 Minuten 15 ml Flüssigkeit intravenös bekommen. Die Rate des Infusomaten muss in diesem Fall auf 45 ml pro Stunde gestellt werden. Nach 20 Minuten ist die Infusion zu unterbrechen und zu prüfen, ob eine Wiederholung der Schockinfusion erforderlich ist. Liegt kein Schockzustand mehr vor, wird die Rate nach der allgemeinen Empfehlung (s.o.) neu berechnet.

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