Erkrankungen der inneren Organe

Lebererkrankungen

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Mögliche Symptome

Leberlipidose (=Fettleber)

Ursache

Die Ursache der Leberpididose - der häufigsten Lebererkrankung unserer Kaninchen - ist ein überschießender Hungerstoffwechsel.

Dieser kann einerseits eintreten, wenn das Tier sehr gehaltvoll gefüttert wird, da es hierdurch lange gesättigt ist und keine Nahrung aufnimmt. Stundenlanges Fasten sind für das Kaninchen unphysiologisch und der Organismus gerät immer wieder in einen Hungerstoffwechsel.

Die gleiche Problematik tritt ein, wenn die Fütterung eines übergewichtigen Kaninchen zu schnell umgestellt wird und es in zu kurzer Zeit zu viel Gewicht verliert. Letzteres kann auch bei einem Tier eintreten, das krankheitsbedingt plötzlich rapide abnimmt.

Der Verdauungstrakt des Kaninchens ist darauf ausgelegt, zwanzig bis siebzigmal pro Tag Futternachschub zu erhalten. Da die natürliche Nahrung der Kaninchen sehr karg ist, können sie ihren Energiebedarf nur durch diese enorm häufige Nahrungsaufnahme decken.

Handelsübliches Trockenfutter, Brot sowie in größeren Mengen Getreide, Nüsse oder Saaten werden diesen Bedürfnissen in keiner Weise gerecht: Der hohe Energiegehalt sorgt dafür, dass das Kaninchen binnen kürzester Zeit und für einen vergleichsweise langen Zeitraum gesättigt ist und demzufolge keine Nahrung aufnimmt. Dadurch wird dem Organismus ein Notstand vorgegaukelt: Infolgedessen erfolgt eine Einschmelzung von Fettreserven, welche anschließend zur Leber transportiert und dort - bedingt durch die dauerhafte Organüberlastung - zum Teil eingelagert werden (metabolische Leberverfettung).

Zusätzlich erfolgt eine Umwandlung der verbliebenen Fettsäuren in Ketone, die in Hungerzeiten der Energiegewinnung dienen, bei der erläuterten Pseudo-Hungersnot jedoch auf Dauer in solchen Massen produziert werden, dass sie den Stoffwechsel der Leber vollkommen überlasten und schließlich zum Organversagen führen (toxische Leberverfettung).

Symptomatik

Die Leberlipidose äußert sich - allerdings erst im Endstadium - in einer Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens inform von Apathie und Inappetenz; zuletzt auch inform von Krämpfen, Bewusstseinseintrübungen sowie Untertemperatur.

Diagnostik

Die durch Fetteinlagerungen vergrößerte Leber lässt sich vom Tierarzt mitunter bereits ertasten. Im Blutprofil zeigen sich erhöhte Leberwerte: Bei einer chronischen Fettleber ist insbesondere die ALT (Alamin-Aminotransferase) erhöht. Bei einem akuten Problem zeigt sich zunächst eine Erhöhung der γ-Glutamyltransferase (GGT).

Die Differentialdiagnose zu anderen Lebererkrankungen erfolgt anhand einer Ultraschalluntersuchung. Stoffwechselveränderungen sind mithilfe einer Urinprobe feststellbar, in der sich gegebenenfalls vermehrt Ketonkörper finden lassen.

Therapie

Neben der Zwangsernährung anorektischer Tiere werden Infusionen mit Glukose- oder Vollelektrolytlösungen durchgeführt. Selbstverständlich besteht die wichtigste Therapie-, vor allem aber Vorsorgemaßnahme in einer angemessenen Ernährung.

Mariendistelpräparate schützen die Leber und unterstützen ihre Funktion. Sie sind als spezielle Präparate für Haustiere in Saftform erhältlich, können aber auch in Drogeriemärkten als Kapsel erworben werden.

Prognose

Eine Therapie ist meist nur erfolgsversprechend, wenn die Diagnose noch vor dem Auftreten klinischer Symptome gestellt wird - d.h. im Verlauf der regelmäßigen tierärztlichen Allgemeinuntersuchung oder einer gezielten Leberuntersuchung infolge eines konkreten Verdachts, z.B. bei der Übernahme eines Kaninchens, das zuvor vollkommen falsch ernährt wurde.

Prophylaxe

Der Leberlipidose kann nur vorgebeugt werden, indem die Kaninchen vernünftig, d.h. kalorienarm und rohfaserreich, ernährt werden: Trockenfutter ist immer sättigender als flüssigkeitshaltiges Frischfutter und fördert somit die zu seltene Nahrungsaufnahme mit ihren fatalen langfristigen Folgen. Weiterhin müssen anorektische (=appetitlose) Kaninchen intensiv zwangsernährt werden, um sie vor einem Energiedefizit und somit dem "Hungerstoffwechsel" zu bewahren.

Übergewichtige Kaninchen müssen langsam und behutsam auf gesunde Nahrung umgestellt werden: Gehaltvolle Futtersorten sorten über mindestens eine Woche hinweg langsam abgesetzt werden. Während der Diät sollte das Kaninchen jede Woche gewogen werden, um einen zu schnellen Gewichtsverlust erkennen und eingreifen zu können.

Leberlappentorsion

Diese Erkrankung wird beim Tierarzt sehr häufig nicht in Erwägung gezogen und bleibt unerkannt. In der Folge versterben die Kaninchen oft innerhalb von Stunden. Umso wichtiger ist es, als Besitzer darüber Bescheid zu wissen und den Tierarzt gegebenenfalls auf eine entsprechende Diagnostik hinzuweisen.

Ursache

Bei der Leberlappentorsion dreht sich ein Leberlappen um seine eigene Achse; vergleichbar mit der Magendrehung beim Hund. Dadurch werden lebenswichtige Blutgefäße abgeklemmt. Der Blutabfluss ist unterbunden, das Blut staut sich im Leberlappen und es kommt zum druckbedingten Absterben von Leberzellen.

Die konkrete Ursache ist bisher unklar. Zwergwidder werden verdächtigt, eine Rasseprädisposition, also eine genetisch bedingte Anfälligkeit, aufzuweisen. Auch Magenüberladungen und -aufgasungen stehen im Verdacht, durch den entstehenden Druck auf die Leber die Torsion eines Leberlappens zu fördern.

Symptomatik

In den meisten Fällen handelt es sich um ein akutes Krankheitsgeschehen: Betroffene Kaninchen sind plötzlich apathisch und zeigen massive Schmerzsymptome wie Krümmen, Futterverweigerung, zusammengekniffene Augen, Zähneknirschen und Unruhe mit ständigem Wechsel der Körperposition.

Derartige Symptome stellen einen dringenden Notfall dar, bei dem jede Minute zählt! Das Kaninchen muss umgehend einem (Not-)Tierarzt vorgestellt werden!

Der seltene chronische Verlauf kann sich dahingehend äußern, dass das Kaninchen immer wieder Magen-Darm-Beschwerden zeigt, die mitunter nur leicht sind. Diese Kaninchen sollten daher sicherheitshalber ebenfalls einen Ultraschall der Leber erhalten.

Diagnostik

Tragischerweise werden Kaninchen mit den genannten Symptomen oft "blind" auf Magen-Darm-Erkrankungen behandelt. Erschwerend kommt hinzu, dass Leberlappentorsionen durchaus oft mit Auffälligkeiten des Magen-Darm-Trakts kombiniert auftreten: Entweder sind die Magenbeschwerden zuerst aufgetreten und haben die Drehung eines Leberlappens ausgelöst; oder sie sind im Nachhinein aufgetreten, da der verlagerte Leberlappen auf den Dünndarm drückt.

Selbst, wenn ein überladener oder aufgegaster Magen oder Darm eindeutig diagnostiziert wird, sollte die Leberlappentorsion unbedingt abgeklärt werden - angesichts der Tatsache, dass das Kaninchen sonst sehr sicher versterben wird!

Starke Schmerzhaftigkeit im Oberbauch und ein sehr plötzliches Auftreten der Beschwerden sind absolute Alarmsignale, bei denen Sie auf einen Ultraschall bestehen sollten!

Anders kann eine Leberlappentorsion nicht ausgeschlossen werden: Weder beim Abtasten noch auf Röntgenbildern sind Auffälligkeiten zu erwarten. Selbst eine Blutuntersuchung muss nicht zwingend erhöhte Leberwerte hervorbringen! Ratsam ist sie - wie bei jedem Notfall - dennoch, um sich ein Gesamtbild zu machen. Insbesondere der Hämatokrit und der Thrombozytenwert können wertvolle Hinweise darauf liefern, ob innere Blutungen vorhanden sind. Bezüglich der Leberwerte sind Erhöhungen von ALT sowie GGT möglich.

Im Ultraschall hingegen kann mittels Doppler-Technik der Blutfluss in der Leber beurteilt werden. Dadurch ist schnell feststellbar, ob einer der Leberlappen von der Blutversorgung abgeschnitten ist. Die Stauung des Blutes in den Lebervenen zeigt sich in Form einer Vergrößerung und Abrundung des betroffenen Leberlappens. Ist es infolge der Blutstauung bereits zu einer Blutung in den Bauchraum gekommen, zeigt sich diese im Ultraschall als freie Flüssigkeit.

Therapie

Wurde eine Leberlappentorsion diagnostiziert, muss das Kaninchen umgehend stabilisiert und operiert werden. Die Stabilisierung erfolgt mittels intravenöser Infusionen und Wärmezufuhr bereits vor und während der Narkose. Der betroffene, in der Regel irreparabel geschädigte Leberlappen wird operativ entfernt.

Im Anschluss wird das Kaninchen zunächst auf dem Rücken gelagert, um das Risiko postoperativer Blutungen zu mindern. Es erhält Schmerzmittel sowie ein Antibiotikum und Mariendistelpräparate zur Unterstützung der Leberfunktion. Gegebenfalls müssen auch die ursächlichen oder sekundär aufgetretenen Magen-Darm-Probleme behandelt werden.

Kaninchen, die innere Blutungen erlitten haben, benötigen je nach Blutwerten gegebenenfalls eine Bluttransfusion.

Prognose

Je schneller die Erkrankung diagnostiziert und behandelt wird, desto höher sind die Überlebenschancen des Patienten. Hat das Kaninchen die Operation gut überstanden, ist die weitere Prognose gut.

Prophylaxe

Eine Prophylaxe der Erkrankung ist kaum möglich. Eine artgerechte Ernährung trägt dazu bei, Magen-Darm-Beschwerden vorzubeugen und dadurch das Risiko eines auf die Leber drückenden Magens zu senken.

Leberkokzidiose (Gallengangskokzidiose)

Gallengangskokzidiosen betreffen in erster Linie Jungkaninchen und verlaufen meist schleichend. Es sind die allgemeinen Symptome einer Leberproblematik erkennbar.

Ursache

Erreger (Protozoon):

Übertragung indirekt durch

Die hochgradige Vermehrung des Einzellers Eimeria stiedai führt zur Gewebezerstörung in den Gallengängen, woraus Entzündungen, Narbenbildung und Gallengangsverengungen resultieren. Im fortgeschrittenen Stadium entstehen knotige Umfangsvermehrungen. Die Erkrankung betrifft vor allem Kaninchen ab der siebten Lebenswoche.

Diagnostik

Je nachdem, wie lange das Problem bereits besteht, ist im Blut (nur) die GGT oder bereits die ALT erhöht. Im Blut junger Kaninchen zeigt sich außerdem häufig ein erhöhter Bilirubin-Wert. Dieser kommt dadurch zustande, dass die Kokzidien hier häufig zu Verstopfungen der Gallenwege führen. Die bilirubinhaltige Galle staut sich dadurch in die Leber zurück und das Bilirubin gelangt zurück ins Blut, anstatt über den Darm ausgeschieden zu werden.

Im Ultraschall lassen sich Leberveränderungen nachweisen, die den Verdacht auf eine Kokzidiose erhärten. Durch die Untersuchung einer Sammelkotprobe können Kokzidien in einigen Fällen sicher nachgewiesen werden. Diese Nachweismethode ist bei der Leberkokzidiose aber weitaus unsicherer als bei der Darmkokzidiose.

Therapie

Neben einem sulfonamidehaltigen Antiobiotikum zur Eliminierung der Kokzidien sind je nach Zustand des Kaninchens zusätzlich Infusionen und/oder Zwangsfütterungen durchzuführen.

Mariendistelpräparate schützen die Leber und unterstützen ihre Funktion. Sie sind als spezielle Präparate für Haustiere in Saftform erhältlich, können aber auch in Drogeriemärkten als Kapsel erworben werden.

Pro- und Präbiotika verhindern ein Absterben der physiologischen Darmflora, welche als Nebenwirkung des Antibiotikums vorkommen kann. Darüber hinaus fördern sie die Ammoniakausscheidung mit dem Kot, wodurch die Leber entlastet wird.

Prognose

Tieren mit bereits erheblichen Organschädigungen kann allenfalls durch minimal lebensverlängernde Maßnahmen geholfen werden; eine frühzeitige Therapie ist daher das A und O, um die Erkrankung erfolgreich zu bekämpfen.

Prophylaxe

Fremde Kaninchen stellen immer eine mögliche Ansteckungsquelle dar, da sie mitunter latent (=verborgen) infiziert sind und infektiösen Kot ausscheiden. Daher sollte der Kontakt nach Möglichkeit unterbunden werden. Neu angeschaffte Kaninchen gehören in Quarantäne, damit vor der Vergesellschaftung eine Kotuntersuchung und ggf. eine Therapie durchgeführt werden kann.

Um den Zyklus der Kokzidien zu unterbrechen, sollten die Toilettenecken der Kaninchen mindestens alle drei Tage, besser täglich, gereinigt werden.

Futter sollte nach Möglichkeit so angeboten werden, dass es möglichst wenig mit Ausscheidungen in Berührung kommt - z.B. in Heuraufen. Wird am Boden liegendes Futter verunreinigt und anschließend gefressen, besteht theoretisch eine Infektionsgefahr.

Leberabszess

Ursache

Leberabszesse entstehen durch über das Blut eindringende Eitererreger. Diese stammen häufig aus erkrankten Organen, welche die Pfortader auf dem Weg zur Leber durchläuft (Darm, Milz oder Magen), können aber auch aus jeglichen im Organismus vorhandene Eiterherde eingeschwemmt werden - z.B. durch fortgeschrittene Zahnerkrankungen oder entzündete Bissverletzungen.

Eine große Gefahr der Leberabszesse besteht darin, dass sie sich beim Aufbrechen in die Bauchhöhle oder in benachbarte Organe ergießen können, wodurch es dort zu schweren Entzündungen kommt.

Symptomatik

Leberabszesse gehen neben der allgemeinen Symptomatik von Lebererkrankungen mit starken Schmerzen einher, die sich neben Druckempfindlichkeit im Bauchbereich anhand von Apathie und Anorexie (=Appetitlosigkeit) äußern.

Diagnostik

Die Diagnose wird vorzugsweise anhand einer Ultraschalluntersuchung gestellt.

Therapie

Da Leberabszesse jederzeit aufbrechen und dabei fatalen Schaden anrichten können, erfordern sie eine schnellstmögliche operative Entfernung! Zusätzlich sind Analgetika (=Schmerzmittel), Antibiotika und Pro-/Präbiotika (um Nebenwirkungen des Antibiotikums vorzubeugen und die Ammoniakbelastung der Leber zu senken) zu verabreichen.

Mariendistelpräparate schützen die Leber und unterstützen ihre Funktion. Sie sind als spezielle Präparate für Haustiere in Saftform erhältlich, können aber auch in Drogeriemärkten als Kapsel erworben werden.

Prognose

Bereits aufgebrochene Leberabszesse sind in den meisten Fällen ein Todesurteil. Anderenfalls kann eine Operation erfolgreich sein.

Prophylaxe

Entzündungen und Abszesse - egal, in welchem Körperareal - müssen immer tierärztlich behandelt werden, um ein Verschleppen der Eitererreger über die Blutbahn zu vermeiden; denn neben der Leber können dadurch auch alle anderen Organe in Mitleidenschaft gezogen werden.

Leberzirrhose (=Schrumpfleber)

Ursache

Die Leberzirrhose bezeichnet das Endstadium chronischer Leberleiden, in welchem es zu einer Zerstörung von Lebergewebe und ersatzweise zur Bildung von Bindegewebe in der Leber führt. Infolge des Druckes von Seiten des Bindegewebes auf das sogenannte Leberparenchym kommt es auch hier zum Gewebeuntergang. Dadurch verliert die Leber an Volumen, es kommt zur deutlich ertastbaren "Schrumpfleber". Das in sich zusammenschrumpfende Gewebe engt die Gallengänge und die Pfordader ein; infolgedessen tritt die Gallenflüssigkeit ins Blut über bzw. es treten Blutstauungen in den Organen ein, von denen aus die Pfortader zur Leber verläuft.

Zur Leberzirrhose führt u.a. die dauerhafte Zufuhr von Giftstoffen, z.B. infolge einer gänzlich falschen Ernährung, aber auch eine durch Infektionserkrankungen verursachte Organschädigung.

Symptomatik

Infolge der gestörten Blutzirkulation kommt es allmählich zu einer - durch den Tierarzt - fühlbaren Vergrößerung der Milz, einen durch Flüssigkeitsansammlungen aufgedunsenen Bauch (Bauchwassersucht) sowie zur Gastritis (=Magenentzündung) und infolgedessen zu schweren Verdauungsstörungen.

Diagnostik

Die Schrumpfleber ist vom Fachmann durch Abtasten zu erkennen. Durch Ultraschalldiagnostik kann die Diagnose bestätigt und es können Folgebeschwerden erkannt werden.

Therapie

oder (nur symptomatisch:)

Eine Therapie ist nur symptomatisch möglich, z.B. durch entsprechende Infusionen, angepasste Ernährung, Antibiotika zur Bekämpfung der Gastritis und - sofern dadurch massive Beschwerden verursacht werden - das Absaugen der im Bauchraum angesammelten Flüssigkeit. Ist eine Besserung des Allgemeinbefindens nicht mehr zu erwarten, sollte das Kaninchen erlöst werden.

Prophylaxe

Durch regelmäßige Allgemeinuntersuchungen können Lebererkrankungen frühzeitig erkannt und therapiert werden. Halbjährliche Ultraschallchecks des Bauchraums sind grundsätzlich sehr empfehlenswert.

Prognose

Da die Leberzirrhose das Endstadium einer Lebererkrankung bezeichnet, ist sie nicht therapierbar. Der Verlauf kann zwar durch eine symptomatische Behandlung verlangsamt werden, doch letztlich führt die Erkrankung zum Tod.

Leberinsuffizienz durch Enzephalitozoonose

Ursache

Ist keine anderweitige Ursache für erhöhte Blutleberwerte ermittelbar - d.h. Leberkokzidien, eine Leberlipidose oder -zirrhose, ein Lebertumor, -abszess sowie Trauma sind ausgeschlossen - , ist eine E. cuniculi-bedingte Funktionsstörung denkbar.

Symptomatik

Der weit verbreitete Einzeller kann sich in nahezu jedem Organ ansiedeln, so ist in einigen Fällen auch die Leber betroffen. Zusätzliche anderweitige Symptome können, müssen aber nicht auftreten.

Diagnostik

Ob Symptome, egal welcher Art, tatsächlich durch E. cuniculi verursacht werden, lässt sich nie sicher bejahen, da viele Kaninchen einen positiven IgG-Antikörper-Titer besitzen, der jedoch keinerlei Symptome verursacht. Ein positiver IgG-Titer besagt lediglich, dass das Tier bereits irgendwann in seinem Leben Kontakt zu dem Erreger hatte - nicht jedoch, ob seine Krankheitssymptome dadurch verursacht werden.

Der IgM-Titer hingegen zeigt an, ob das Kaninchen aktuell einen Schub durchmacht, der mit Fenbendazol behandelt werden müsste. Da Schübe sich allerdings sehr unterschiedlich äußern, ist auch ein positiver IgM kein Beweis dafür, dass EC die Ursache für die aktuellen Symptome ist - er erhärtet lediglich den Verdacht. Erschwerend kommt hinzu, dass EC-Schübe in Folge eines geschwächten Immunsystems auftreten. Ein positiver IgM-Titer kann also schlichtweg die Folge einer anderweitigen Grunderkrankung sein, die den Schub erst ermöglicht hat.

Daher sollten im Falle von Lebererkrankungen immer erst anderweitige Ursachen (s.o.) ausgeschlossen werden, ehe man von E. cuniculi ausgeht. Die Blutuntersuchung empfiehlt sich dennoch: Erstens, da im Falle negativer Antikörper-Titer eine Infektion zu 98% ausgeschlossen ist und eine andere Ursache vorliegt, die es zu ermitteln gilt; und zweitens, da im Falle eines positiven IgM auf jeden Fall mit Fenbendazol behandelt werden muss, unabhängig davon, ob die Leberprobleme EC-bedingt sind oder nicht.

Therapie

Die einzig wirksame Maßnahme, um E. cuniculi einzudämmen, ist die Medikation mit dem Wirkstoff Fenbendazol. Nebenwirkungen sind nicht zu erwarten, weshalb es im Zweifelsfall immer gegeben werden sollte. Je nachdem, ob weitere Symptome vorhanden sind und wie der Allgemeinzustand des Patienten ist, sind zusätzlich evtl. weitere Therapiemaßnahmen notwendig.

Mariendistelpräparate (Kapseln oder Saft) sollten zum Schutz und zur Unterstützung der Leber zusätzlich verabreicht werden.

Prä- und Probiotika fördern die Ammoniakausscheidung mit dem Kot, wodurch die Leber entlastet wird.

Prognose

Die Prognose ist davon abhängig, wie stark der Leberschaden bereits ist und wie gut das Kaninchen auf die Therapie anspricht. Schlägt die Therapie an, sollten die Leberwerte sich binnen 1-2 Wochen normalisieren.

Prophylaxe

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