Einrichten und gestalten

Toilette, Untergrund & Streu

Geborgenheit durch Gesellschaft

Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt

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Die ideale Toilette

Stubenreinheit ist bei Wohnungshaltung für die meisten Besitzer von großer Bedeutung. Die meisten Kaninchen benutzen ihre Toiletten ganz von selber, sofern diese ein paar Voraussetzungen erfüllen:

Sehr beliebt sind großzügig bemessene Toilettenschalen (Kaninchen legen sich gerne gemeinsam hinein) unter zu 1-2 Seiten offenen Unterständen, die den Kaninchen gleichzeitig ein Dach über dem Kopf und einen guten Überblick über die Umgebung bieten. Gleichzeitig bevorzugen sie einen Sichtschutz von 2-3 Seiten.

Desweiteren erleichtern sich Kaninchen gerne an ihrem Futterplatz. Daher empfiehlt es sich, die Futterraufen direkt am Unterstand zu befestigen, sodass die Kaninchen beim Fressen automatisch in ihrer darunter befindlichen Toilettenschale sitzen.

Auch in Zimmerecken aufgestellte Toilettenschalen sind erfolgsversprechend. Für viele Kaninchen ist die Überdachung nicht zwingend erforderlich, wenn stattdessen von zwei Seiten "Sichtschutz" durch die Wände des Raums besteht. Probieren Sie aus, was bei Ihren Tieren am besten funktioniert.

Welche Einstreu ist am besten geeignet?

Toilettenschalen für Wohnung oder Balkon werden mit Sägespänen, Holzpellets, Hanfstreu, seltener Erde, Sand oder Rindenmulch eingestreut – je nach Ihren eigenen sowie den Vorlieben Ihrer Kaninchen. Die saugfähige Streu kann mit einer Schicht Heu oder Stroh bedeckt werden, um es den Kaninchen besonders gemütlich zu machen. Allerdings kommt es dabei relativ schnell zur Geruchsbildung.

Gibt es bei der “Erziehung” zur Stubenreinheit Schwierigkeiten, kann ein Streuwechsel helfen. Um das herauszufinden, stellen Sie idealerweise mehrere, mit unterschiedlichen Streusorten gefüllte Schalen auf und beobachten Sie, welche von den Tieren bevorzugt genutzt wird.

Grundsätzlich sind aber alle genannten Streusorten erfolgsversprechend, wenn der Toilettenplatz attraktiv gestaltet wird.

Generell verursachen mit Holzpellets oder Hanfstreu gefüllte Toilettenschalen die geringsten Verschmutzungen und binden Gerüche am besten.

Bei stubenreinen Kaninchen und einer regelmäßigen Reinigung der Toiletten (je nach Größe und Anzahl der Toiletten sowie Anzahl der Kaninchen alle 1-4 Tage) entstehen aber auch in anderweitig eingestreuten Toiletten keine übermäßigen Gerüche.

Achtung: Katzenklumpstreu und Strohpellets sind ungeeignet, da sie lebensgefährliche Verdauungsbeschwerden verursachen können, wenn die Kaninchen daran knabbern.

Benutzen Ihre Kaninchen ihre Toiletten nicht ganz von selbst, können Sie sich unter dem folgenden Link informieren:

Untergrund in der Wohnung

Bei freier Wohnungshaltung sollte idealerweise zumindest ein Zimmer mit Teppichen ausgelegt sein.

Dies ermöglicht den Kaninchen einen optimalen Halt beim Hoppeln. Verzichten Sie jedoch auf langfaserige Modelle, die bei Verzehr gefährlich werden könnten. Nehmen Sie vorzugsweise gezielt Kaninchen bei sich auf, von denen Ihnen der aktuelle Besitzer bzw. die Pflegestelle aus eigener Erfahrung versichern kann, dass sie stubenrein sind und auch weichen Untergrund nicht als Toilette "interpretieren". Sollte dies doch der Fall sein, können Sie anstelle eines Teppichs auch einen möglichst stark angerauten PVC-Boden verwenden.

Für Kaninchen, die trotz eines adäquaten Toilettenangebots längerfristig auf die Teppiche urinieren, sind diese nicht geeignet: Auch bei waschbaren Modellen kommt es sehr schnell zu einer erhöhten Ammoniakkonzentration in der Luft, was sowohl streng riecht als auch den Atemwegen schadet. Hierbei sollte vor allem bedacht werden, dass die Kaninchen sich viel näher am Boden befinden als ihr Besitzer und den Gerüchen und Schadstoffen somit noch erheblich stärker ausgesetzt sind. Wer sich also fragt, ob der Ammoniakgehalt noch "im Rahmen" ist, sollte sich einfach einmal zu den Kaninchen ins Gehege legen und auf Bodenhöhe schnuppern.

Um Parkett oder nicht-waschbare Teppiche vor Urin zu schützen (der insbesondere während der Eingewöhnungsphase oder einer Vergesellschaftung verteilt wird, um das Revier zu markieren), eignet sich eine Abdeckung aus PVC. Ist dies problematisch - meist, wenn freie Wohnungshaltung geplant ist - können Sie die Kaninchen während der Eingewöhnungsphase in einem Zimmergehege oder einem einzelnen Raum unterbringen und nur dort vorübergehend PVC verlegen.

Kaninchenzimmer - also Zimmer, die ausschließlich für die Kannchen eingerichtet werden - , können Sie, sofern der Boden und die Wände gegen das Eindringen von Flüssigkeiten gut geschützt sind, theoretisch komplett einstreuen. Dies kann z.B. bei der Haltung größerer Gruppen sinnvoll sein, die selten stubenrein werden. Die Reinigung ist hier allerdings relativ aufwändig und es kommt aufgrund der sehr großen Fläche, die als Toilette verwendet wird, häufig zu unangenehmen Gerüchen.

Sollten Sie das Zimmer komplett einstreuen, sollte die Schicht eher dünn ausfallen, da der Boden ansonsten zu weich ist, als dass die Tiere noch rennen und toben könnten. Eine begrenzte Fläche kann als Buddelbereich dicker eingestreut werden.

Die meisten Kaninchenbesitzer bevorzugen daher einzelne Toilettenbereiche; auch dann, wenn die Kaninchen sie nicht zu 100 % nutzen. Bei stubenreinen Kaninchen (i.d.R. bei Paarhaltung) empfiehlt es sich grundsätzlich, Toilettenschalen mit Holzpellets anzubieten und den übrigen Boden nicht einzustreuen.

Als Einstreu eignen sich Sägespänen oder Holzpellets und anschließend einer Schicht Heu oder Stroh.

Ein Erdhaufen oder eine mit Erde gefüllte Kiste ist empfehlenswert, damit die Kaninchen ihr Grabebedürfnis ausleben können.

Zimmergehege können – abhängig davon, wie reinlich die Kaninchen sind – lediglich mit Teppichen oder mit PVC ausgelegt werden.

Ansonsten gilt hier dasselbe wie für den Untergrund des Kaninchenzimmers (siehe oben).

Verwenden Sie ein Holz- oder Plexiglasgehege, bleibt der umliegende Boden in der Regel relativ sauber. Anders sieht es bei Gitterumrahmungen aus. Hier kann ein zusätzlicher, niedrigerer Rahmen aus Holz oder Kunststoff rund ums Gehege helfen, das Herauswirbeln von Streu einzudämmen.

Äußerst "anwenderfreundlich" sind Holzpellets. Sie werden kaum aus der Toilette befördert und wirken sehr stark geruchsbindend.

Untergrund im Außengehege

Außengehege sind natürlich am schönsten und nützlichsten für die Kaninchen, solange der Bodenuntergrund noch aus frischem Grün besteht. Allerdings ist dieses in der Regel binnen weniger Wochen kahlgefressen, -getreten und oftmals auch untergegraben. In überdachten Gehegen können Sie es anschließend bei Erde belassen, anderenfalls leistet Rindenmulch gute Dienste, da er bei Regen weniger matschig wird. Achten Sie darauf, dass er nicht von giftigen Bäumen stammt.

Stroh, Heu, Sägespäne oder Kleintierstreu sind in Außengehegen grundsätzlich ungeeignet, da sie nach einmaliger Befeuchtung schnell muffig werden und schimmeln. Dies kann zu Atemwegserkrankungen und bei Verzehr zu schweren Verdauungsstörungen führen. Auch eine Überdachung bietet an nass-windigen Tagen keinen Schutz, da der Regen seitlich ins Gehege eintritt.

Abwechslung ist gegeben, wenn Sie mehrere verschiedene Böden einrichten – z.B. Erde, Sand, Rindenmulch und unterschiedlich feinen Kies. Ein mit Steinplatten ausgelegter Bereich hilft bei der Krallenabnutzung und bietet im Sommer unter Beschattung einen angenehm kühlen Aufenthaltsort.

Untergrund auf dem Balkon

Balkone brauchen während der warmen Jahreszeit nicht eingestreut zu werden, im Gegenteil: Bei ausreichender Beschattung empfinden die Kaninchen den (schattigen) Boden meist als angenehm kühl. Wichtig sind erhöhte Ebenen und eine eingestreute Schutzhütte, damit sie der Bodenkälte bei Bedarf ausweichen können. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Kaninchen bei offen stehender Balkontür keinen Schmutz mit in die Wohnung tragen.

Es empfiehlt sich jedoch, Balkone mit einer dünnen Schicht PVC-Boden auszulegen - er ist deutlich leichter zu reinigen als Beton. Um mehr Halt beim Hoppeln zu bieten, können darüber waschbare Teppiche verlegt werden.

Im Winter sind nackte Betonböden zu kalt. Hier ist eine Bodenbedeckung notwendig, die den Witterungseinflüssen standhält - beispielsweise PVC.

Optimal zur Befriedigung des Grabebedürfnisses, jedoch insbesondere bei Regen- und Schneefällen deutlich schwerer sauberzuhalten sind Bodenbeläge wie Erde, Rindenmulch oder Sand.

Strohmatten eignen sich, solange die Kaninchen zum Urinieren Toilettenschalen o.ä. aufsuchen. Anderenfalls werden sie im Nu verschmutzt und müssen ersetzt werden, da eine Säuberung nur sehr begrenzt möglich ist. Bei reinlichen Kaninchen hingegen sind sie ein für Mensch und Tier angenehmer Untergrund, da sie kälteisolierend wirken, keinen Schmutz verursachen, Halt beim Hoppeln und ein weiches Sitzpolster bieten.

Kleintierstreu, Sägespäne, Stroh und Heu sind auf Balkonen aus demselben Grund ungeeignet wie im Außengehege: Die witterungsbedingte Befeuchtung – bei nur einseitig geöffneten Balkonen zumindest in Brüstungsnähe – lässt die Streu erst muffig und schließlich schimmelig werden, was den Atemwegen schadet und bei Verzehr schwerwiegende Verdauungsstörungen verursacht.

Einstreu in der Schutzhütte

Schutzhütten benötigen eine möglichst kälteisolierende Einstreu. Dazu eignet sich eine dicke Schicht Sägespäne oder Holzpellets, die mit reichlich Heu oder noch besser Stroh bedeckt wird. Die Späne bieten eine gute Isolation und schützen den Holzboden vor einem Großteil des Urins – ganz im Gegensatz zu Sand, Erde und Rindenmulch, die nicht besonders saugfähig sind.

Diese Heu- oder Strohschicht bietet den Kaninchen ein angenehmes Sitz- und Liegepolster, duftet aromatisch und ist aus diesen Gründen sehr komfortabel für die Tiere. Ein weiterer Vorteil besteht in ihrer Eigenschaft, Urin nach unten abzuleiten; selbst Kotkügelchen fallen meist hindurch, sodass sich Verschmutzungen nicht auf der oberen Schicht konzentrieren.