Vorab-Entscheidungen

EC-Status bei neuen Kaninchen

Geborgenheit durch Gesellschaft

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Was ist der EC-Status?

Der EC-Status sagt aus, ob ein Kaninchen den Erreger Encephalitozoon cuniculi (EC) in sich trägt. Dabei handelt es sich um einen Einzeller, der die Krankheit Enzephalitozoonose auslösen kann. In Deutschland sind je nach Region zwischen 39 und 45 % der Hauskaninchen positiv auf EC, tragen den Erreger also lebenslang in sich und können sowohl selber einen Krankeitsausbruch erleiden als auch andere Kaninchen jederzeit anstecken.

Der EC-Status ist einem Kaninchen nicht anzusehen, sondern ausschließlich per Blutuntersuchung festzustellen. Die ebenfalls angebotenen Urintests auf EC-Sporen sind nicht zuverlässig, da die Sporen nur unregelmäßig ausgeschieden werden, wodurch die Tests zu 50 % ein falsch-negatives Ergebnis anzeigen. Der Bluttest auf Antikörper hingegen ist zu mehr als 96 % korrekt.

Ausführliche Informationen zur Infektion, Symptomatik, Diagnostik, Therapie und Prognose von EC finden Sie hier:

Welche Probleme kann EC verursachen?

Der Erreger verbleibt lebenslang im Körper des Tieres, wo er sich in verschiedenen Organen manifestieren kann. Besonders häufig sind die Augen, das Gehirn und die Nieren betroffen. EC-positive Kaninchen können mit der Zeit erblinden, durch Nervenschädigungen neurologische Symptome entwickeln (Gleichgewichtsprobleme, Lähmungserscheinungen, Kopfschiefhaltung, Krampfanfälle, Harninkontinenz u.v.m.) und eine chronische, auf lange Sicht zum Tod führende Niereninsuffizienz erleiden.

Auch Leber, Herz und Lungen können geschädigt werden.

Die organischen Schädigungen können entweder zu plötzlichen, schweren Symptomen (d.h. einem akuten Ausbruch) führen - insbesondere, wenn das Gehirn betroffen ist - oder schleichend voranschreiten und dadurch lange Zeit unentdeckt bleiben. Die Kaninchen zeigen dann oft unspezifische Symptome wie Gewichtsverlust, Appetitmangel, "Einnässen" oder eine allgemein erhöhte Anfälligkeit gegen Erkrankungen.

EC kann dazu führen, dass Impfungen nicht (optimal) wirken. Dies erklärt z.B. Todesfälle durch RHD-2 trotz Impfung: Ist das Immunsystem durch EC "beschäftigt" oder sind bestimmte organische Schädigungen vorhanden, kann der Impfschutz mitunter nicht in ausreichendem Maße aufgebaut werden.

Manchmal fallen die Organschäden erst nach dem Tod des Tieres auf: Werden verstorbene Tiere pathologisch untersucht, können regelmäßig multiple EC-bedingte Gewebeschäden festgestellt werden, die sich nicht (eindeutig) geäußert haben. Da die meisten Besitzer ihre verstorbenen Kaninchen nicht pathologisch untersuchen lassen - insbesondere, wenn es sich um ältere Tiere gehandelt hat - , ist hier von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. Dies trägt dazu bei, dass vielen Kaninchenfreunden gar nicht bewusst ist, was EC auch bei scheinbar gesunden Tieren innerlich anrichtet.

Wieso sollte der EC-Status eines jeden Kaninchens bekannt sein?

Warum sollte jeder Kaninchenhalter wissen, ob seine Tiere EC in sich tragen oder nicht?

Von besonderer Bedeutung ist der EC-Status vor einer Vergesellschaftung. Dadurch lässt sich vermeiden, dass EC-positive mit EC-negativen Kaninchen zusammengeführt werden und es zu einer Ansteckung der gesunden Tiere kommt. Nur auf diese Weise lassen sich EC-negative Kaninchen schützen und die Ausbreitung der Krankheit eindämmen.

Auch von Kaninchen, die bereits zusammen adoptiert wurden, sollte der EC-Status getestet werden, da er in vielen Situationen von Bedeutung ist:

EC-positive Kaninchen

Kaninchen, die Antikörper gegen EC besitzen oder mit einem Partnertier zusammenleben, das EC-Antikörper aufweist, gelten als positiv und werden auch als "Trägertiere" bezeichnet. Sie können jederzeit mit dem Urin Sporen ausscheiden und andere Tiere anstecken. Folgendes sollten Besitzer von Trägertieren beachten:

EC-negative Kaninchen

Besitzer von Kaninchen ohne Antikörper gegen EC sollten Folgendes beachten:

Wie läuft die Untersuchung ab?

Es handelt sich um einen einmaligen Bluttest, dessen Ergebnis in der Regel innerhalb von ein bis zwei Tagen vorliegt.

Erfahrene Tierärzte nehmen beim Kaninchen heutzutage routinemäßig Blut ab. Für die Tiere bedeutet die Blutentnahme kaum mehr Stress als beispielsweise eine Impfung. Es handelt sich also um einen kurzen, umkomplizierten Tierarztbesuch ohne Vor- oder Nachsorge.

Woher bekomme ich auf EC getestete Kaninchen?

Leider scheuen auch Tierschutzvereine und Tierheime, die ansonsten auf eine verantwortungsvolle Vermittlung achten, häufig noch die Kosten der dringend notwendigen Blutuntersuchung (s.u.); oder das Problembewusstsein über die Krankheit und deren Verbreitung ist (noch) nicht vorhanden. Oft wird sie dem Interessenten gegenüber verharmlost oder er erhält fehlerhafte Informationen.

Lassen Sie sich nicht beirren: Bestehen Sie auf die Blutuntersuchung und bieten Sie im Gegenzug an, eine entsprechend höhere Vermittlungsgebühr zu bezahlen, sofern das Testergebnis wie gewünscht ausfällt. Wenden Sie sich gegebenenfalls an eine andere Vermittlungsstelle.

Auch hier bestimmt die Nachfrage das Angebot: Tierbesitzer müssen den Vermittlungsstellen verdeutlichen, dass ihnen im Sinne des Tierschutzes daran gelegen ist, gesunde Tiere vor einer Ansteckung zu schützen und die Ausbreitung der Infektionskrankheit einzudämmen. Die etwas höhere, einmalige Schutzgebühr sollte kein Argument dafür sein, bislang gesunde Kaninchen dem Risiko schwerer bis tödlicher Organschäden und dauerhafter Behinderungen auszusetzen.

Tipp: Sollten Sie neu mit der Kaninchenhaltung beginnen oder Ihre bisherigen Kaninchen EC-negativ sein, denken Sie doch darüber nach, ehemaligen Laborkaninchen ein Zuhause zu schenken - für viele Versuche ist ein negativer EC-Titer vorgeschrieben, die Tiere sind in diesem Fall also bereits getestet. Laborkaninchen werden von der entsprechenden Versuchseinrichtung "freigegeben", nachdem der Versuch abgeschlossen ist, um dann ein ganz normales, glückliches Kaninchenleben zu führen. Wenden Sie sich am besten an einen Laborkaninchenverein in Ihrer Nähe.

Häufige Argumente gegen die Blutuntersuchung

"Es sind ohnehin die meisten Kaninchen infiziert."

Dieses Gerücht hält sich sowohl unter Besitzern als auch unter Tierärzten hartnäckig. Oft werden Prozentzahlen von 80-90 % angegeben. Woher diese Angaben ursprünglich stammen, ist unklar; jedenfalls sind sie schlichtweg falsch.

Abhängig von der Region sind lediglich 39 bis 45 % der Hauskaninchen EC-positiv.

Unabhängig davon sollte man sich überlegen, inwiefern die angeblich hohe Prozentzahl ein Argument gegen den Test darstellen sollte: Selbst, wenn nur 20, 10 oder 1 % der Kaninchen EC-negativ wären, wäre eine Ansteckung für diese Tiere nicht weniger risikoreich und daher auch nicht zu rechtfertigen.

"EC-positive Kaninchen können völlig gesund sein, oft bricht die Krankheit ihr Leben lang nicht aus.

Diese Aussage ist nur zur Hälfte richtig: Es ist zwar durchaus möglich, dass ein EC-positives Kaninchen sein ganzes Leben lang keinen akuten Ausbruch erleidet. Dies bedeutet aber keinesfalls, dass es "völlig gesund" ist!

Der Erreger ist und bleibt lebenslang im Körper, beschäftigt das Immunsystem und kann organische Schäden anrichten; auch ohne deutliche Symptome! In diesem Fall mag das Tier gesund erscheinen, ist aber dennoch anfälliger gegenüber anderen Krankheiten, kann eventuell keinen optimalen Impfschutz aufbauen und verstirbt mitunter früher, als es bei einem negativen EC-Titer der Fall gewesen wäre.

Unabhängig davon kann die Hoffnung, dass die Krankheit "vielleicht" oder auch "wahrscheinlich" niemals ausbrechen wird, es unmöglich rechtfertigen, dieses Risiko einzugehen!

Man sollte sich in diesem Fall die Frage stellen, wie man bei sich selbst verfahren würde: Würden Sie als Mensch es leichtfertig riskieren, sich mit einem Krankheitserreger zu infizieren, der lebenslang in Ihrem Körper wütet und Ihnen jedes Mal dann, wenn Sie gerade Stress haben oder gesundheitlich angeschlagen sind, Ihr Gehirn, Ihre Augen oder Ihre Nieren zerstören kann? Würde Sie der Gedanke beruhigen, dass das ja "vielleicht" auch nicht passiert und Sie nie Probleme haben werden? Und all das, um sich einen einmaligen Bluttest zu sparen?

Wer sich selber einem solchen Risiko nicht aussetzen wollen würde, sollte das auch bei seinen geliebten Haustieren nicht tun.

"EC ist nur während eines akuten Schubs ansteckend."

Auch dieses Gerücht kursiert: "Symptomlose Kaninchen können ihre Partnertiere gar nicht anstecken, da die Sporen nur während eines Schubes ausgeschieden werden."

Es ist richtig, dass ein Kaninchen nicht dauerhaft Sporen über den Urin ausscheidet. Allerdings ist es unmöglich, anhand vorhandener oder nicht-vorhandener Symptome vorherzusagen, wann die Sporenausscheidung tatsächlich erfolgt.

Das Immunsystem eines Tieres wie auch eines Menschen kann auch einmal angeschlagen sein, ohne dass man dies demjenigen ansieht oder derjenige es selber bemerkt. Auch ein Tier kann jederzeit einen kleinen Infekt durchmachen oder durch etwas gestresst sein, ohne, dass man es ihm anmerkt. Und genau in diesen Situationen vermehrt sich EC unbemerkt im Körper: Organe werden schleichend geschädigt und die Sporen über den Harn ausgeschieden. Da es sich nicht vermeiden lässt, dass zusammenlebende Kaninchen gegenseitig mit ihrem Urin in Kontakt kommen, ist eine Ansteckung jederzeit möglich.

"Als Vermittlungsstelle können wir uns keine Blutuntersuchung leisten."

Weshalb scheuen Vermittlungsstellen die Kosten? Die Aufnahme und Weitervermittlung von Tieren ist immer mit hohen Kosten verbunden, die durch die Schutzgebühr, die der neue Besitzer bei der Adoption bezahlt, in der Regel nur anteilig abgedeckt werden. Weitere Kosten sind daher für die meisten Vermittlungsstellen nicht vorstellbar.

Letztendlich steht und fällt alles mit der Bereitschaft des neuen Tierbesitzers, eine etwas höhere Schutzgebühr zu bezahlen. In den meisten Fällen lehnen Tierbesitzer eine höhere Gebühr aber nicht ab, weil das Tier ihnen prinzipiell nicht so viel wert wäre; sondern weil das Verständnis dafür fehlt, warum eine Vermittlungsstelle eine höhere Gebühr erhebt als die andere.

Es ist traurige Realität, dass viele Tierbesitzer zunächst offen gegenüber der Blutuntersuchung und der damit verbundenen höheren Schutzgebühr sind; dann aber von einer anderen Stelle (zum Beispiel einem anderen Tierheim, dem Tierarzt oder einem Züchter) die Aussage erhalten, der Test sei "nicht nötig". Dadurch wird die Glaubwürdigkeit der ersten, verantwortungsvollen Vermittlungsstelle in Frage gestellt, der Interessent empfindet die höhere Gebühr als "unfair" und adoptiert sein Tier stattdessen dort, wo auf den wichtigen Test verzichtet wird.

Auf die Weise wird der schwarze Peter vom einen zum anderen geschoben: Die Vermittlungsstelle stellt die Untersuchung als unnötig dar, weil sie ein Problem in den damit verbundenen Kosten sieht, und der Besitzer ist nicht bereit, die höhere Gebühr zu bezahlen, weil von der Vermittlungsstelle geäußert wurde, der Test sei nicht nötig.

Aber sind die Kosten tatsächlich ein Problem für den Besitzer? Bei der Schutzgebühr handelt es sich um einmalige Ausgaben für ein Tier, das im Anschluss im Normalfall viele Jahre bei dem neuen Besitzer leben wird. Die Winterfütterung von Kaninchen ist teuer, ebenso summieren sich die Kosten für regelmäßige Impfungen und Tierarztbesuche im Falle von Erkrankungen. Kaninchen kosten in ihrem Leben mehrere tausend Euro, allein die Kosten für eine notwendige Operation oder chronische Erkrankung können binnen kürzester Zeit mehr als tausend Euro betragen. All diese Kosten bezahlen die meisten Besitzer bereitwillig!

Auf die Jahre umgerechnet, fällt es so gut wie nicht ins Gewicht, ob die Schutzgebühr bei der Anschaffung nun 40, 80 oder 120 € betragen hat. Das Problem sind nicht die Kosten an sich, sondern dass dem Besitzer das Gefühl vermittelt wird, es handle sich um unnötige Kosten.

Weiterhin ist dem Besitzer oft nicht bewusst, dass EC-positive Kaninchen im Laufe ihres Lebens tendenziell viel höhere Kosten verursachen als EC-negative Tiere; sei es aufgrund akuter EC-Ausbrüche, ihrer erhöhten Anfälligkeit gegenüber anderen Erkrankungen, chronischer Organschäden oder der regelmäßig erforderlichen Fenbendazol-Kuren. In Summe übersteigen diese Ausgaben die anfängliche "Ersparnis" bei der Schutzgebühr oft deutlich, sodass langfristig nichts gewonnen ist.

Ist es realistisch, dass Besitzer künftig eine höhere Schutzgebühr für Kaninchen bezahlen werden? Zumindest ist aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte stark davon auszugehen: Auch die heutigen Vermittlungsbedingungen und Preise waren vor 20-30 Jahren noch schier undenkbar. Mehr als 5-10 € für ein Kaninchen ausgeben? Die Tiere vor der Vermittlung impfen, auf Kokzidien untersuchen und (einschließlich der Häsinnen) kastrieren lassen? 6 qm Fläche als Minimum für die Behausung fordern?

Vieles, was damals absurd wirkte, ist heute völlig normal. Wichtig ist es, Probleme zu erkennen, das Bewusstsein dafür zu schärfen und eine Lösung im Sinne der Tiere zu finden, anstatt die Situation schönzureden oder die Schuld auf der jeweils anderen Seite zu suchen. Das Ziel der verschiedenen Vermittlungsstellen ist immerhin dasselbe: Die Tiere sollen gut vermittelt und artgerecht gehalten werden. Dementsprechend sollten auch ein ausgeprägter Zusammenhalt und eine sachliche Kommunikation zwischen den einzelnen Organisationen erfolgen.

"Mein Tierarzt hat gesagt, das wäre Unsinn."

Es ist eine traurige Tatsache: Die meisten Kleintierärzte behandeln Kaninchen und Nagetiere, obwohl sie nicht auf diese Tierarten spezialisiert sind. Die Inhalte des Tiermedizin-Studiums beschränken sich in Bezug auf die Kleintiere überwiegend auf Katzen und Hunde. Auch der Titel "Fachtierarzt für Kleintiere" bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als dass der Tierarzt im Bereich Hund und Katze fortgebildet ist.

Ein Tierarzt hingegen, der auf kleinere Tierarten spezialisiert ist, wird als "Fachtierarzt für Heimtiere / Kleinsäuger" betitelt oder besitzt die "Zusatzbezeichnung Heimtiere / Kleinsäuger".

Anstatt sich hinreichend zu informieren oder schlichtweg Verantwortungsbewusstsein zu zeigen, werden neue oder unbekannte Informationen leider von Tierärzten ebenso wie von Tierbesitzern oftmals erst einmal abgelehnt, da man schließlich "noch nie etwas davon gehört" oder "es schon immer anders gemacht" habe. Der Tierbesitzer erhält dann keine fachlich korrekte Auskunft, sondern die Antwort, die sich der Tierarzt in diesem Moment eben denkt oder wovon er meint, dass der Tierbesitzer sie gerne hören möchte.

Leider kommt es durchaus auch vereinzelt bei Heimtier-Spezialisten vor, dass sie keine Blutuntersuchungen auf EC empfehlen. Vermutlich ist es für diese Personen einfach nicht vorstellbar, eine solch grundlegende Neuerung in die Kaninchenmedizin zu integrieren. Auffällig ist, dass die Argumente auch hier letztlich rein auf der Bequemlichkeit des Menschen basieren ("zu teuer", "zu umständlich", "unrealistisch", "sowieso nicht umsetzbar", ...).

Dieser Artikel sollte Ihnen aufgezeigt haben, weshalb eine Blutuntersuchung auf EC alles andere als "unsinnig", sondern im Zuge verantwortungsbewusster, tierfreundlicher Kaninchenhaltung ein unerlässlicher Schritt nach vorne ist - und gegenteilige Aussagen entweder von Unwissenheit, einem Mangel an Verantwortungsbewusstsein oder einer fehlenden Bereitschaft, sich auf neue Erkenntnisse und Konzepte einzulassen, zeugen.

Wie können die Blutuntersuchungen etabliert werden?

Was kann ich als Vermittlungsstelle tun?

Vermittlungsstellen müssen möglichst einstimmig Farbe bekennen, die Besitzer über die Problematik aufklären und ihre Kaninchen zu höheren Preisen vermitteln. Dies mag anfangs Interessenten abschrecken, wird sich aber mit der Zeit als die Norm etablieren und von verantwortungsvollen Interessenten auch erwartet werden; dieser Wandel wird desto schneller erfolgen, je mehr Tierheime, Tierschutzvereine und sonstige Vermittlungsstellen einschließlich Privatpersonen sich zu dem Schritt nach vorne entscheiden. Es muss unbedingt vermieden werden, dass der Besitzer durch Verharmlosungen oder falsche Informationen verunsichert wird und den vermeintlich "überflüssigen" Test nicht bezahlen möchte. Die Vermittlungsstellen müssen sich in ihrer Position gegenseitig unterstützen und den Rücken stärken, damit der Besitzer von mehreren Anlaufstellen dieselbe Aussage bekommt und von der Bedeutung der Blutuntersuchung überzeugt wird.

Informationsmaterial, Links zu Studien usw. helfen dabei, das Problembewusstsein zu schärfen und den eigenen Standpunkt zu untermalen. Gerne können Sie diesen Flyer verwenden.

Was kann ich als Tierbesitzer tun?

Die Nachfrage bestimmt das Angebot und etabliert schließlich die Norm: Fragen Sie aktiv nach einer Blutuntersuchung auf EC, wenn Sie Kaninchen adoptieren möchten oder das erste Mal mit bislang nicht getesteten Tieren beim Tierarzt sind. Stellen Sie klar, dass Sie kein gesundes Tier anstecken möchten und kein Risiko eingehen werden.

Möchten Sie ein Kaninchen bei sich aufnehmen, dessen EC-Status nicht bekannt ist, bieten Sie dem bisherigen Besitzer an, die Kosten für den Bluttest in Form einer höheren Schutzgebühr zu übernehmen. Auf die Weise bezahlen Sie die Untersuchung nur dann, wenn Sie das Kaninchen tatsächlich bei sich aufnehmen. Falls der Bluttiter nicht mit dem Ihrer bisherigen Kaninchen übereinstimmt, kann der aktuelle Besitzer es stattdessen anderweitig passend zum Titer vermitteln; zu einer entsprechend höheren Schutzgebühr.

Ist der bisherige Besitzer dazu nicht bereit, sollten Sie sich anderweitig umschauen. Je mehr Interessenten auf diese Weise vorgehen, desto größer ist der Anreiz für die Vermittlungsstellen, bezüglich EC umzudenken; und desto geringer ihre Sorge, dass eine höhere Schutzgebühr gesellschaftlich nicht akzeptiert werden würde.

Als Überzeugungshilfe können Sie auch diesen Flyer heranziehen.

Was kann ich als Tierarzt tun?

Auch Tierärzte sind hier gefragt: Besitzer müssen ehrlich über die Bedeutung der Blutuntersuchungen und Titer-passenden Vergesellschaftungen aufgeklärt werden. Hier steht das Tierwohl im Vordergrund und nicht eine möglichst bequeme Variante für den Menschen!

Erklären Sie dem Besitzer klar und deutlich, aus welchen Gründen sie den EC-Status ihrer Tiere kennen sollten. Empfehlen Sie ihnen ausdrücklich, vor der Anschaffung weiterer Tiere darauf zu bestehen, dass diese zuvor getestet werden.

Hier sind Selbstbewusstsein und ein klarer Standpunkt gefragt.

Informationsmaterial ist zur Überzeugung skeptischer Besitzer besonders hilfreich. Gerne können Sie diesen Flyer verwenden.