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Haltungsformen im Vergleich

Haltungsformen

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Wie Sie die einzelnen Haltungsformen konkret umsetzen, erfahren Sie hier:

Die Formen der Kaninchenhaltung lassen sich grob in Außen- und Innenhaltung aufteilen. Bei der Außenhaltung ist eine Unterbringung im Freigehege oder auf dem Balkon möglich, im Falle einer Innenhaltung haben Sie die Wahl zwischen einem Zimmergehege, einem eigens für die Kaninchen eingerichteten ganzen Zimmer oder der freien Wohnungshaltung.

Grundsätzliches

Kein Wechsel

Beachten Sie, dass Sie während der kalten Jahreszeit weder aus der Wohnung stammende Kaninchen ins Freie setzen dürfen noch Tiere aus Außen- in die Innenhaltung umquartieren sollten!

Kaninchen reagieren sehr empfindlich auf Temperaturschwankungen und müssen bereits im Herbst an die für den Winter vorgesehene Haltungsform gewöhnt werden – damit sie entweder ein dichtes Winterfell ausbilden oder ihr leichtes, warmen Temperaturen angepasstes Haarkleid beibehalten.

Umgekehrt sollten Kaninchen in "Winterbekleidung", die in Innenhaltung ziehen sollen, den warmen Temperaturen allmählich angepasst werden, indem sie zunächst einige Tage in einem ungeheizten Raum untergebracht werden.

Vor- und Nachteile

Die ganzjährige Außenhaltung ist für Kaninchen grundsätzlich die schönere und gesündere Haltungsform: Sie sind ständig an der frischen Luft, haben Kontakt zu natürlichem UV-Licht, erleben den natürlichen Tag- und Nacht- sowie den Jahreszeitenrhythmus und ihre Sinne werden ständig durch diverse Gerüche und Geräusche angeregt.

Vor allem Letzteres beugt einem monotonen Alltag und Langeweile in entscheidendem Ausmaß vor. Dies wird jeder Kaninchenbesitzer bestätigen, der die Tiere einmal vergleichsweise in der Wohnung und im Garten beobachtet hat: Im Freien sind die Tiere die meiste Zeit über hellwach, grasen, scharren im Boden, schnuppern in den Wind, zeigen ein faszinierendes Ohrenspiel, reagieren auf jedes Geräusch und jeden flatternden Vogel mit Interesse. Diese intensive Forderung der Sinne ist in keiner noch so großen und spannenden Wohnung möglich!

Zwangsläufig muss der Mensch bei Außenhaltung gewisse Nachteile in Kauf nehmen: So ist die tägliche Reinigung und Pflege dann, wenn sie am wichtigsten ist - nämlich bei Wind, Regen und Kälte - kein Vergnügen, und während der kalten Jahreszeit ist der Kontakt zu den Kaninchen in aller Regel eingeschränkt, sofern man sie nicht von Herbst bis Frühling ins Haus umquartieren möchte (was nicht unbedingt im Sinne der Tiere wäre, da sie die Frischluft auch im Winter sehr genießen und sich sogar über Schnee freuen).

Diese Kompromissbereitschaft wird jedoch mit glücklichen, ausgeglichenen und vitalen Tieren quittiert, die oftmals ein sichtbar vielseitigeres Verhalten an den Tag legen als Wohnungskaninchen. Letztlich sind gesündere und glücklichere Tiere natürlich auch im Sinne des Halters.

Wichtig: Es muss die Möglichkeit bestehen, die Kaninchen im Notfall - bei Gruppenhaltung mindestens zu zweit - in Innenhaltung umzuquartieren.

Dies kann bei sehr alten, sehr dünnen, akut oder chronisch kranken, in der Bewegung eingeschränkten oder frisch operierten Kaninchen der Fall sein.

Auch in der Wohnung lässt sich eine artgerechte Kaninchenhaltung umsetzen. Bedenken Sie dabei, dass eine ganzjährig ausbleibende direkte Sonneneinstrahlung einen Vitamin-D-Mangel hervorrufen kann. Vorgebeugt werden kann mit speziellen Nahrungsergänzungsmitteln, sonnengetrocknetem Heu (solange die Kaninchen es fressen, was bei einem artgerechten Ad-libitum-Angebot von Grünfutter oft nicht der Fall ist) oder einer UV-Lampe, wie man sie aus der Reptilienhaltung kennt. Wann immer möglich, sollten jedoch auch Wohnungskaninchen durch ein weit geöffnetes Fenster (Achtung: gegebenenfalls sichern!) die Möglichkeit haben, in der Sonne zu baden.

Zudem ist auch die Wohnungshaltung so naturnah wie möglich zu gestalten - z.B. in Form von großen Steinen zum Daraufhüpfen und Baumbestandteilen (dicke Äste, üppige Nadelzweige, Baumstümpfe oder -scheiben, Rindenstücke usw.) aus dem Wald, die sich in größerer Zahl zu fantastischen Höhlen zusammenstellen lassen, großen Wannen mit variierendem, natürlichem Untergrund (Erde, Laub, unbehandelten Rindenmulch, vergleichbare Einstreu aus dem Zoofachhandel usw.), Audios mit "Waldgeräuschen", plätschernden Zimmerbrunnen u.v.m.

Kleine Zimmerbrunnen oder Wasserzerstäuber sorgen darüber hinaus für eine höhere Luftfeuchtigkeit und beugen dadurch Reizungen der Atemwege vor.

Erkrankungsfälle bei Außenhaltung

Sollte ein Kaninchen in Winteraußenhaltung erkranken, muss es evtl. gemeinsam mit mindestens einem Artgenossen vorübergehend ins Haus geholt werden.

So besteht für Kaninchen, die in ihrer Bewegung eingeschränkt sind - z.B. durch Knochenbrüche, nach Operationen oder bei Lähmungserscheinungen und Gleichgewichtsproblemen durch die Enzephalitozoonose - die Gefahr, dass sie im Freien unterkühlen, da sie sich nicht "warmlaufen" können.

Auch geschwächte, untergewichtige Kaninchen sowie Tiere mit Untertemperatur oder Fieber sind nicht gegen Minusgrade gewappnet.

Für die Unterbringung ist dann ein nur schwach beheizter Raum notwendig (anderenfalls wäre der Temperaturunterschied zu groß), in welchem einem Kaninchen-Pärchen mindestens 6 qm Fläche zur Verfügung gestellt werden können.

Es ist anzuraten, sich bereits vor der Anschaffung zu überlegen, wie sich dies im Notfall umsetzen ließe. Falls Sie kein komplettes Zimmer anbieten können oder möchten, sollten Sie sich einige Gitterelemente (Zoohandel, Online-Shops, ...) anschaffen, mit denen Sie spontan ein Zimmergehege aufstellen können.

Im Falle von Teppich- oder Parkettboden oder einem sehr glatten Untergrund halten Sie am besten auch einige Quadratmeter PVC (angeraut) bereit, welchen Sie gegebenenfalls als Gehege-Untergrund verwenden können - es ist nicht davon auszugehen, dass Kaninchen, die zuvor im Freien gelebt haben, nach dem "Umzug" ins Haus sofort stubenrein sind, am wenigsten bei kranken und geschwächten Tieren. Zudem müssen die Tiere gut und sicher hoppeln können, weshalb Fliesen, sehr glatter Billig-PVC usw. nicht geeignet sind.

Außenhaltung

Das Gartengehege

Das Außengehege ist die natürlichste und damit optimale Weise, Kaninchen unterzubringen. An der frischen Luft, dem Jahreszeitenwechsel und den natürlichen Witterungseinflüssen ausgesetzt, mit der Möglichkeit zu graben und evtl. sogar zu grasen, blühen die Tiere erst richtig auf und zeigen ein enorm facettenreiches Repertoire an natürlichen Verhaltensweisen. Zudem sind sie oftmals robuster und gesünder als ihre Artgenossen in Wohnungshaltung.

Wie Sie ein sicheres Außengehege bauen, erfahren Sie hier.

Daher ist diese Haltungsform, obwohl für den Bau eines ausbruchs- und raubtiersicheren Außengeheges inklusive Schutzhütte eine gewisse Zeit- und Kosteninvestition von Nöten ist, grundsätzlich allen anderen Haltungsformen vorzuziehen.

Kaninchen im Außengehege verfügen über ein sehr widerstandsfähiges Immunsystem:

Voraussetzung ist immer, dass die Hygiene insbesondere im Winter nicht vernachlässigt wird und den Kaninchen jederzeit saubere, trockene, absolut wetterfeste Unterschlüpfe zur Verfügung stehen.

Balkonhaltung

Der Balkon ermöglicht den Kaninchen ein Leben an der frischen Luft sowie das Erleben der Jahreszeiten und Witterungseinflüsse. Zwar hat die Balkonhaltung nicht ganz so viel zu bieten wie ein Gartengehege, dafür sind die Tiere meist mehr ins “Familienleben” integriert.

Wie sich eine Balkonhaltung umsetzen lässt, erfahren Sie hier.

Vorteile der Balkon- gegenüber der Wohnungshaltung:

Nachteile gegenüber der Haltung im Außengehege bestehen im fehlenden Wiesenbewuchs, mangelnden Grabemöglichkeiten und einer meist trockeneren, weniger sauberen Luft.

Ein Balkon ist meist unkomplizierter zu sichern als ein Außengehege und kann mit der richtigen Einrichtung zu einem wahren Abenteuerspielplatz für Kaninchen werden. Sehr große Balkone kann man in einen Kaninchen- und einen “Menschenbereich” einteilen. Mit etwas Geschick lässt sich jedoch die gesamte Fläche so gestalten, dass sowohl Mensch als auch Tier den Balkon gut nutzen können.

Wenn die Kaninchen gelegentlich die Möglichkeit haben (sollen), durch die geöffnete Balkontür in die Wohnung zu hoppeln, muss diese unbedingt entsprechend gesichert werden (insbesondere ein Kabelschutz ist dann unumgänglich).

Innenhaltung

Das Zimmergehege

Das Zimmergehege ist die unkomplizierteste und presigünstigste tiergerechte Haltungsform. Daher kann man hiermit auch Kaninchen, die zuvor zeitweise in einen Käfig gesperrt wurden, mit wenigen Handgriffen genügend Fläche für dauerhaften Freilauf bieten.

Wie Sie ein Zimmergehege bauen, erfahren Sie hier.

Handelsübliche Gitterelemente sind eine einfache, schnelle und preisgünstige Möglichkeit, den Kaninchen ein Gehege zu "zaubern". Zwar sind die käuflichen “Freigehege” zu klein, um sie wie vorgesehen aufzustellen, jedoch lassen sie sich meist problemlos miteinander kombinieren oder als "Raumteiler" benutzen, wenn ansonsten bereits die Hauswände als Begrenzung dienen. Dasselbe gilt für Kinder- und Welpenlaufställe. Weitere Möglichkeiten für die Gehegebegrenzung stellen mit Draht bespannte Holzrahmen, Bretter, Plastikplatten, Plexi- oder Bastlerglas dar. Die Abdeckung von Gehegen unter 1m Höhe (bei kleinen Kaninchenrassen) ist nicht zu empfehlen, da Kaninchen äußerst gerne springen und erhöhte Ebenen aufsuchen. Dieses Verhalten gehört zu ihren natürlichen Grundbedürfnissen und muss möglich sein.

Sehr wichtig für das Wohlbefinden der Tiere ist ein geeigneter Untergrund. So sind Fliesen, Laminat-, Parkett- sowie zu glatte PVC-Böden für die Kaninchenhaltung ungeeignet. Zwar gewöhnen sich die Tiere mit der Zeit daran, auf dem glatten Untergrund zu hoppeln, doch ein (gefahrloses) Rennen und Springen z.B. ist darauf nicht möglich.

Kurzfaserige Teppiche bieten den Kaninchen optimalen Halt beim Hoppeln und sind daher sehr zu empfehlen, sofern die Kaninchen sie nicht als "Toilette" benutzen. Die Folge wären ein "Waschmarathon" sowie ein penetranter Geruch, was nicht nur sehr unangenehm, sondern auch schädlich für die Atemwege von Mensch und Tier ist.

Eine gute Alternative zu Teppichen stellt angerauter PVC-Boden dar. Billig-PVC ist meist nicht nur zu glatt, sondern auch dünn wie Papier, wodurch er Wellen schlägt und früher oder später einreißt. Daher lohnt sich die Investition in einen Boden, der den Kaninchen maximalen Komfort bietet und nicht nach wenigen Monaten ausgetauscht werden muss.

Bei sehr unsauberen Kaninchen kann das Gehege auch komplett eingestreut werden. Nachteile sind hierbei die aufwändige Reinigung und ein möglicherweise zu weicher Boden, auf dem die Kaninchen schlecht rennen und toben können. Daher sollte zumindest teilweise nur dünn eingestreut werden. Die Gehegebegrenzung muss in diesem Fall aus Holz, Plastik oder Plexiglas bestehen, damit die Einstreu nicht durch den gesamten Raum gewirbelt wird.

Benutzen Ihre Kaninchen ihre Toiletten nicht ganz von selbst, können Sie sich außerdem unter dem folgenden Link informieren:

Kaninchenzimmer

Ein ganzer Raum, der allein den Kaninchen zur Verfügung gestellt wird, setzt eine gewisse Kompromissbereitschaft von Seiten des Besitzers voraus, bietet den Tieren aber mit ausreichend Strukturierung einen herrlichen Abenteuerspielplatz.

Wie sich ein Kaninchenzimmer herrichten lässt, erfahren Sie hier.

Sind Boden und Wände vor dem Eindringen von Flüssigkeiten geschützt (leicht umsetzbar z.B. durch das Verlegen von PVC bzw. die Anbringung von Hartfaserplatten, Plexiglas, Brettern o.ä.), kann der Raum vollständig eingestreut werden, was allerdings relativ viel Aufwand in der Reinigung nach sich zieht und die Kaninchen im Ausleben ihres Bewegungsdranges beeinträchtigen kann (eine dicke Schicht Einstreu ist zu weich zum Rennen und Toben). Daher sollte zumindest ein Teil des Raumes nur dünn eingestreut werden.

Genau wie fürs Zimmergehege gilt auch hier: Kurzfaserige Teppiche bieten den Kaninchen optimalen Halt beim Hoppeln und sind daher sehr zu empfehlen, sofern die Kaninchen sie nicht als "Toilette" benutzen. Die Folge wären ein "Waschmarathon" sowie ein penetranter Geruch, was nicht nur sehr unangenehm, sondern auch schädlich für die Atemwege von Mensch und Tier ist.

Eine gute Alternative zu Teppichen stellt angerauter PVC-Boden dar. Billig-PVC ist meist nicht nur zu glatt, sondern auch dünn wie Papier, wodurch er Wellen schlägt und früher oder später einreißt. Daher lohnt sich die Investition in einen Boden, der den Kaninchen maximalen Komfort bietet und nicht nach wenigen Monaten ausgetauscht werden muss. Die Ränder des PVC-Bodens sollten gut vor dem Benagen geschützt werden, z.B. durch Teppichleisten oder waagrecht an die Wand geschraubte Holzleisten.

Einen kombinierten Schutz für PVC-Ränder und Tapeten (für die sich allerdings nicht alle Kaninchen interessieren) bieten Plexiglas oder Bretter, die an den Wänden fixiert werden. Alternativ können Gitterelemente in geringem Abstand zu den Wänden aufgestellt werden. Einfach, zuverlässig und dekorativ gelingt der Schutz von Wänden und Boden, indem Sie den PVC-Boden etwas größer bemessen als die Fläche des Raumes, seine Ränder etwa 40 cm hoch an den Wänden emporziehen und dort mit Holzleisten befestigen.

Freie Wohnungshaltung

Die gitterlose Wohnungshaltung schließt die Kaninchen besser ins Familienleben ein als jede andere Haltungsform und ist für Mensch und Tier daher eine ganz besondere Form des Zusammenlebens.

Je nach Einrichtung und Größe der Wohnung oder Anzahl der Räume, zu welchen die Kaninchen Zugang haben sollen, können die Vorbereitungsmaßnahmen mehr oder weniger zeit- und kostenaufwändig sein.

Sie sollten sich darüber im Klaren sein, dass sich nicht alle Kaninchen für diese Haltungsform eignen (s.u.).

Wie sich eine freie Wohnungshaltung umsetzen lässt, erfahren Sie hier.

Wer eine freie Wohnungshaltung plant, sollte vorzugsweise Kaninchen bei sich aufnehmen, die erstens bereits ausgewachsen sind und die sich zweitens bereits für Wohnungshaltung "bewährt" haben; denn viele Kaninchen zeigen erst mit Einsetzen der Pubertät "Problemverhalten".

Wünschen Sie sich Jungtiere oder möchten Sie Kaninchen aufnehmen, bei denen nicht sicher gesagt werden kann, ob sie sich für die freie Wohnungshaltung eignen, sollten Sie auf jeden Fall auch eine Alternativlösung parat haben; d.h. es muss die Möglichkeit vorhanden sein, den Kaninchen gegebenenfalls ein geräumiges Innengehege zu bauen, ihnen einen kompletten Raum zu überlassen oder sie in artgerechte Außenhaltung (s.o.) umzuquartieren.

Bedenken Sie, dass eine freie Wohnungshaltung nur realistisch ist, wenn die Kaninchen stubenrein werden. Bei Rammlern ist nicht zuetzt deswegen eine Kastration unumgänglich. Aber auch unkastrierte Häsinnen können ein starkes hormonbedingtes Markierverhalten an den Tag legen.

Die Sauberkeit ist grundsätzlich umso stärker ausgeprägt, je harmonischer die Tiere sich zueinander verhalten, da hiervon ihr Bedürfnis abhängt, das Revier mit Kot und Urin zu markieren.

Grundsätzlich ist ein gegengeschlechtliches Pärchen hier die sicherste Wahl. Die Spannungen sind meist geringer als bei einem Rammler- oder einem Häsinnen-Duo und die Rangordnung - anders als bei Gruppenhaltung - in der Regel stabil.

Doch auch Pärchen sind nicht zwangsläufig absolut stubenrein. Viele benutzen zwar zum Wasserlassen zuverlässig ihre Toiletten, "verlieren" aber regelmäßig Köttel. Diese sind zwar trocken und somit problemlos zu entsorgen, dennoch ist es nicht gerade angenehm, wenn sie ständig in der gesamten Wohnung verstreut liegen.

Behalten Sie daher besser die Möglichkeit im Auge, ein außerordentlich unsauberes Pärchen (oder auch sehr "zerstörungswütige Tiere") notfalls auch in einem abgegrenzten, jedoch ausreichend großen Bereich (z.B. Zimmergehege) unterbringen zu können.

Gute Chancen auf ein reinliches Pärchen haben Sie, wenn Sie keine jungen, sondern ausgewachsene, bereits zusammenlebende Kaninchen bei sich aufnehmen, die auch in ihrem bisherigen Zuhause stubenrein waren. Diese Tiere werden sich charakterlich vermutlich nicht mehr großartig verändern, die Rangordnung ist stabil und ihre Gewohnheiten sind gefestigt. Das Risiko, dass sie sich plötzlich nicht mehr verstehen oder "vergessen", was eine Toilette ist, ist sehr gering.

Einige Tipps zur Stubenreinheit finden Sie auch unter dem folgenden Link:

Neben Unsauberkeit kann auch das "Zerstören" von Wänden oder Einrichtungsgegenständen zum Problem oder zur Gefahr werden. Manche Kaninchen nagen an Möbeln oder nutzen weiche Möbel wie Betten und Sofas zum "Graben" oder als Toilette.

Möbel und Wandecken können mit entsprechenden Schutzvorrichtungen wie senkrecht angebrachten Brettern oder Plexiglasscheiben vor dem Benagen geschützt werden. Dies ist aber längst nicht bei allen Kaninchen notwendig - gut beschäftigte Kaninchen mit "eigenem" Nagematerial und reichlich Platz interessieren sich oftmals gar nicht für die Einrichtung.

Kabel fallen, vermutlich aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit Zweigen, in das "Beuteschema" vieler Kaninchen und müssen in jedem Fall gesichert werden (Abdeckungen, Kabelschächte, hinter Möbeln / Teppichleisten, die Wand empor, …).

Auch bei der freien Wohnungshaltung spielt der Untergrund eine Rolle. Langfaserige Teppiche sollten nach Möglichkeit entfernt werden – das Fressen der Fasern kann für die Tiere lebensbedrohliche Folgen haben (INFO: Magenüberladung, Verstopfung).

Fliesen, Laminat-, Parkett- sowie zu glatte PVC-Böden sind für die Kaninchenhaltung ebenfalls nicht geeignet. Zwar gewöhnen sich die Tiere mit der Zeit daran, auf dem glatten Untergrund zu hoppeln, doch ein (gefahrloses) Rennen und Springen sowie ein ausgiebiges Strecken nach dem Erwachen ist darauf nicht möglich. Die Kaninchen sollten daher zu mindestens einem großflächigen Raum Zutritt haben, der mit (am besten waschbaren) Teppichen oder gut angerautem, rutschfestem PVC ausgelegt ist. Letzterer eignet sich vor allem für Kaninchen, die weichen Untergrund wie z.B. Teppichboden als Toilette fehlinterpretieren.

Sehr gerne machen es sich Kaninchen auf der Couch bequem. Leider wird diese oft nicht nur zum Liegen genutzt, sondern auch als Toilette oder zum "Graben". Daher muss der Sofa-Bereich gegebenenfalls abgesperrt werden, was viele Besitzer als nicht komfortabel empfinden. Optisch ansprechender als eine Gitterabsperrung ist eine Begrenzung aus Brettern oder Plexiglasplatten. Diese können z.B. mittels Scharnieren miteinander verbunden werden, dadurch sind sie flexibel und können z.B. schnell und einfach zusammengeschoben werden, um sich selbst oder den Kaninchen unter Aufsicht Zutritt zu ermöglichen. Bei vielen Kaninchen genügt bereits eine Höhe von 60cm, dann kann der Besitzer relativ einfach darübersteigen. In höhere Absperrungen lassen sich mittels Scharnieren kleine Türen basteln.