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Krallenpflege

Besonders Wohnungskaninchen, aber auch Tiere in Außenhaltung, die sich überwiegend auf weichem Boden bewegen, können ihre stetig wachsenden Krallen in den meisten Fällen nicht ausreichend abnutzen. Beim wöchentlichen Kaninchen-TÜV ist daher immer auch eine Krallenkontrolle durchzuführen. Bei Bedarf können die Krallen direkt im Anschluss geschnitten werden.

Zum Krallenschneiden lassen Sie sich das Kaninchen von einer Hilfsperson halten. Ruhige Tiere halten zwar manchmal still genug, um auch einer einzelnen Person die Prozedur zu ermöglichen, doch gerade als “Laie” schlagen entsprechende Versuche häufig fehl. Möchten Sie die Krallen ohne Hilfsperson schneiden, setzen Sie sich dabei unbedingt auf den Boden, um Verletzungen vorzubeugen, falls das Kaninchen wegspringen sollte.

Der durchblutete Teil heller Krallen ist bei ausreichender Belichtung in einem deutlichen Rosaton sichtbar, etwas schwieriger erkennbar sind die Nerven bei dunklen Krallen. Eine Taschenlampe, neben der Sie die Pfote platzieren, bringt “Licht ins Dunkel”. Die Krallenspitze sollte etwa 5-7 mm vorm Blutgefäß abgetrennt werden. Im Zweifelsfall drücken Sie die Zange oder Schere erst mit leichtem Druck zu: Befinden Sie sich bereits im Bereich des "Lebens", wird das Kaninchen mit einer Abwehrbewegung reagieren. Anderenfalls können Sie zudrücken.

Achtung:  Erschrickt das Kaninchen, kann es das Bein ruckartig zurückziehen. Ist die Krallenschere währenddessen bereits angesetzt, kann es zum Ausriss der Kralle kommen. Um dies zu verhindern, sollte die Hilfsperson einen Finger hinter dem Ellbogen beziehungsweise über dem Knie des jeweiligen Beins positionieren. Ein plötzliches Zurückziehen ist dann nicht mehr möglich

Niemals darf ein Kaninchen an den Hinterpfoten oder Unterschenkeln fixiert werden! Die Tiere verfügen in der Hinterhand über eine enorme Kraft und können sich bei Gegenwehr die Knochen brechen oder die Beine auskugeln! Das Ausschlagen kann sicher verhindert werden, indem Sie die Oberschenkel des Tieres fixieren und dabei seine Knie durchstrecken.

Sind Sie sich unsicher, schneiden Sie lieber etwas weniger ab: Krallen sind gut durchblutet und sehr sensibel. Zwar ist eine Krallenverletzung nicht gefährlich, sie tut dem Tier jedoch weh und führt zu relativ hartnäckigen Blutungen.

Sollte es doch einmal zu einer Verletzung kommen, besteht kein Grund zur Panik; meist sieht es schlimmer aus, als es ist. Stillen Sie tropfende Blutungen, indem Sie die verletzte Kralle in ein sauberes, fusselfreies Tuch oder besser ein Stück Kernseife drücken. War der Einschnitt so leicht, dass zwar Blut zu sehen ist, aber nicht selbstständig heraustritt, desinfizieren Sie die Wunde, indem Sie sie in ein mit Jod, Wunddesinfektionsmittel o.ä. getränktes Taschentuch drücken.