Kaninchen verstehen

Diese Seite gehört mehreren Themenbereichen an.

Sie erreichen diese Seite auch unter:



Verhaltensprobleme

Geborgenheit durch Gesellschaft

"Fienchen" - Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt

Wie bei jeder Tierart kann auch das Kaninchen Verhaltensprobleme entwickeln, unter denen Mensch und Tier leiden. Fast immer sind hierfür Fehler in der Haltung und/oder im Umgang verantwortlich, gelegentlich auch Erkrankungen:

So wird Aggressivität fast immer durch eine Nichterfüllung der Grundbedürfnisse (z.B. Einzel- oder Käfighaltung, fehlende Rückzugsmöglichkeiten) oder einen fehlerhaften Umgang ("Zwangskuscheln", ständiges Auf-den-Arm-nehmen usw.) ausgelöst, im Falle einer Zusammenführung hört man nur allzu häufig von falschen Vergesellschaftungsmethoden (z.B. die "Gitter-an-Gitter"-Methode, ständiges Eingreifen bei anfänglichen Reibereien) oder eine menschliche Fehlinterpretation des Verhaltens (z.B. anfängliche Verfolgungsjagden als grundlegende Abneigung).

Unverträglichkeiten zwischen Kaninchen, die sich zuvor gut verstanden haben, werden meist erst durch Platzmangel oder fehlende Ausweichmöglichkeiten (z.B. regelmäßige Käfighaltung, Mangelstrukturierung des Geheges) problematisch - ja sehr häufig sogar dadurch erst ausgelöst. Auch ungeeignete Geschlechterkombinationen (z.B. reine Häsinnengruppen; unkastrierte Rammler) spielen hier eine Rolle.

Gitternagen, -rütteln oder ständiges Scharren am Boden sind meist bei (nachts) eingesperrten und dementsprechend gelangweilten, unausgelasteten Tieren zu beobachten.

Unsauberkeit kann sowohl durch menschliches Fehlverhalten (z.B. ungeeignete Toiletten- oder Streuwahl, ungeeignete Standortwahl, zu seltene Reinigung) verursacht werden als auch hormon- (Brunst; Geschlechtsreife), dominanz- (gruppeninterne Rangordnungsunstimmigkeiten, neue Partnertiere, Wittern eines fremden Artgenossen) oder krankheits- (z.B. Gleichgewichtsprobleme, allgemeine Schwäche, Erkrankung des Urogenitaltrakts oder Bewegungsapparates), seltener psychisch bedingt ("Angst" vor der Toilette oder besitzergreifendem Partnertier) sein.

Ganz gleich, unter welcher Verhaltensstörung Ihr Kaninchen leidet - für die Lösung des Problemes an oberste Stelle steht immer eine dahingehende Überprüfung, ob das Tier rund um die Uhr all seine Grundbedürfnisse ausleben kann; denn tiergerechte Haltung ist und bleibt das A und O, um Verhaltensproblemen vorzubeugen bzw. wieder abklingen zu lassen. Parallel dazu sollten Sie sich Gedanken darüber machen, ob Sie nicht gegen die allgemeinen Umgangsregeln verstoßen - denn regelmäßige schlechte Erfahrungen mit dem Besitzer können ein Tier psychisch und seelisch ebenso belasten wie ein ungeeigneter Lebensraum.

Ausführliche Informationen über die Grundbedürfnisse des Kaninchens finden Sie ganz oben im Hauptmenü.

Treten Verhaltensprobleme plötzlich auf, steckt oft eine gesundheitliche Ursache dahinter.

Kaninchen, die von einem Tag auf den anderen unsauber, aggressiv, überängstlich oder völlig zurückgezogen sind, leiden oft an einer Blasenentzündung oder an Schmerzen.

Sie sollten daher noch am selben Tag einem Tierarzt vorgestellt werden.

Seiten zu diesem Thema: