Kaninchenpsychologie

Körper- und Lautsprache: Kaninchen - Mensch

Geborgenheit durch Gesellschaft

Augen

Die Augen sind der aussagekräftigste, untrügliche Stimmungsbarometer des Kaninchens und ermöglichen die Differenzierung verschiedener Gemütszustände voneinander.

Aufgerissene Augen

Mögliche Grundstimmungen:

Weit aufgerissene Augen mit geweiteten Pupillen deuten auf eine akute starke Stresssituation hin. Eine solche ist bei Angst, Panik oder nach einem Schrecken zu beobachten - z.B., wenn ein Kaninchen gejagt, in die Enge getrieben oder plötzlich gepackt wird. Kaninchen, die dem Menschen gegenüber ein gewisses Misstrauen hegen, sind auch massiv verängstigt, wenn sie - am Boden oder auf dem Arm - festgehalten werden.

An den Augen kann unterschieden werden zwischen Kaninchen, die aus Entspannung stillhalten und solchen, die lediglich in eine Angststarre verfallen sind.

Weit geöffnete Augen

Mögliche Grundstimmungen:

Weit geöffnete Augen zeugen von gesteigerter Aufmerksamkeit. Diese kann durch Neugierde (z.B. beim "Erforschen" eines unbekannten Gegenstandes), Konzentration (z.B. wenn ein unbekanntes Geräusch oder ein "interessaner" Geruch wahrgenommen wurde), gespannter Erwartung (z.B. beim Anblick einer Futtertüte) oder Beunruhigung (z.B. bei vermeintlich drohender Gefahr) ausgelöst worden sein.

Verengte Augen

Mögliche Grundstimmungen:

Leicht verengte Augen sind Zeichen von Ruhe und Entspannung. Sie sind u.a. beim unbekümmerten Fressen, bei "routinemäßig" umherhoppelnden sowie bei ruhenden Kaninchen zu beobachten, die aus der Sitz- oder Liegeposition heraus ohne übermäßiges Interesse ihre Umgebung "im Auge behalten".

Verengte Augen zeugen von Sicherheitsgefühl und Entspannung. Sie sind bei Kaninchen zu beobachten, die sich völlig unbesorgt in eine sitzende oder liegende Ruheposition begeben. Neben einem Ruhebedürfnis kann hierfür auch Langeweile und Lustlosigkeit ursächlich sein - z.B. bei starkem Platzmangel oder fehlender Strukturierung des Lebensraumes, bei Einzelhaltung oder einer neuen Umgebung, die das Kaninchen überhaupt nicht anspricht (z.B. eine Umquartierung vom Garten in den Flur). Auch eine Erkrankung kann für andauernde Inaktivität verantwortlich sein.

Deutlich verengte, fast geschlossene Augen sind bei vollkommen entspannten, ruhebedürftigen Kaninchen zu beobachten, die sich durchweg sicher fühlen. Dabei befinden sich die Tiere entweder in Sitz- oder in Liegeposition und dösen wohlig vor sich hin. Oft geschieht dies während einer Streicheleinheit oder des Schmusens mit einem Artgenossen. Auch hier gilt: Kaninchen, die ständig nur herumsitzen oder -liegen und sich kaum bewegen, besitzen meist ein gesundheitliches Problem, dem es auf den Grund zu gehen gilt.

Geschlossene Augen zeugen von einem ausgeprägten Ruhebedürfnis, Müdigkeit und hohem Sicherheitsgefühl. Die Kaninchen sitzen oder liegen dabei, die Ohren sind meist eng angelegt. Nimmt die Schläfrigkeit überhand - d.h. ist das Kaninchen ständig müde und die Aktivität deutlich reduziert - , ist ein Tierarztbesuch angesagt.

Blumenposition

Blume anlegen

Mögliche Grundstimmungen und Beweggründe:

Brünstige oder dominante Kaninchen, die dabei sind, ihre Rangordnung zu klären, tragen das Schwänzchen dicht am leicht bis stark erhobenen Hinterleib anliegend.

Auch Kaninchen, die sich in ängstlicher Neugierde fortbewegen, legen die Blume sicherheitshalber dicht ihrem Hinterleib an; allerdings sind bei diesen Tieren weder eine "hochbeinige" noch sprungbereite Körperhaltung oder angelegte Ohren zu beobachten.

Blume wegstrecken

Mögliche Grundstimmungen und Beweggründe:

Eine entspannt getragene oder deutlich weggestreckte Blume ist Anzeichen von Selbstsicherheit. Besonders schön lässt sich diese Schwanzhaltung bei Kaninchen beobachten, die einen unbekannten Gegenstand oder die Umgebung erforschen, ohne dabei Angst zu empfinden.

Kopfposition

Die Kopfhaltung des Kaninchens gibt Auskunft über seine Aufmerksamkeitsspanne, aber auch über andere Gemütszustände.

Gesenkter Kopf

Mögliche Grundstimmungen:

Das Absenken des Kopfes, während der Körper aufgerichtet bleibt, kann auf Unterwerfung, aber auch Schmusebedürftigkeit hindeuten. Entscheidend sind die Augen: Entspannte Kaninchen, die einen Artgenossen zum Putzen oder ihren Besitzer zum Kraulen auffordern, tun dies mit weichem Blick und leicht bis stark verengten oder sogar völlig geschlossenen Augen, während ängstliche Kaninchen, die sich dem Gegenüber - Artgenosse oder Mensch - beschwichtigend unterwerfen, weit geöffnete bis aufgerissene Augen besitzen.

Ein auf den Boden gelegter Kopf, während sich auch der Körper in Liegeposition befindet, zeugt von 100%igem Sicherheitsgefühl und ist nur in völliger Entspannung zu beobachten.

Mit dem Körper geduckter Kopf

Mögliche Grundstimmungen:

Eine geduckte Kopf- und Körperhaltung ist Zeichen der Unsicherheit und/oder Angst. Das Kaninchen kauert sich zusammen, legt die Ohren an und erstarrt meist in dieser Position. Dieses Verhalten hilft ihm in der Natur, von Räubern, die ihre Beute in erster Linie an Bewegungen ausmachen, übersehen zu werden. Auch Kaninchen, die sich erschrecken, fahren zusammen und senken Kopf und Körper; allerdings verbleiben sie dabei in einer sprung- und fluchtbereiten Position und die Ohren bleiben aufgerichtet.

Eine aufrechte, gerade Kopf- und Körperhaltung deuten auf Entspannung und Sorglosigkeit hin - oftmals gepaart mit Aufmerksamkeit, die sich am intensiven Ohrenspiel und einem wachsamen Blick erkennen lässt.

Erhobener Kopf

Mögliche Grundstimmungen:

Ein hoch erhobener, währenddessen oft nach oben geneigter oder zur Seite gedrehter Kopf ist Zeichen gesteigerter Aufmerksamkeit. Häufig konzentrieren sich die Tiere dabei auf ein bestimmtes Geräusch oder einen Geruch. Im Falle eines Geräusches sind die Ohrmuscheln starr in Richtung seiner Quelle gerichtet.

Unruhige oder verängstigte Kaninchen begeben sich während des Kopfhebens in eine angespannte, fluchtbereite Position; lediglich interessierte Tiere hingegen verbleiben in gewöhnlicher Sitz- oder Liegeposition.

Vorgestreckter Kopf

Mögliche Grundstimmungen und Beweggründe:

Ein vorgestreckter Kopf deutet auf das Bedürfnis hin, weit zu reichen, ohne den gesamten Körper vorwärtszubewegen; dadurch ist der Körper nicht nur besser vor Angriffen geschützt, sondern es sind auch schnelle Rückzugs- und Fluchtmöglichkeiten gegeben.

Zu beobachten ist das Vorstrecken des Kopfes daher einerseits bei angriffsbereiten, andererseits bei neugierigen Kaninchen, die gerade etwas erforschen: Beim Angriff kann auf diese Weise zugebissen oder - in Kombination mit vorgestreckten Vorderbeinen - auch gekratzt werden, ohne Rumpf und (Hinter-)Gliedmaßen unmittelbar zu gefährden; beim Forschen kann der unbekannte Gegenstand oder Ort mit Augen und Nase begutachtet werden, während zugleich Fluchtbereitschaft herrscht. Im Gegensatz zu aggressiven nehmen neugierige Kaninchen natürlich keine angriffsbereite Haltung ein, sondern bewegen sich mit dicht am Boden befindlichem, langgestrecktem Körper "krabbelt" fort, indem sie vorsichtig Fuß vor Fuß setzen.

Körperhaltung

Die Körperhaltung gibt erste Anhaltspunkte über den Gemütszustand des Kaninchens - obgleich sie in einigen Fällen zweideutig interpretiert werden kann, zur Differenzierung also weitere Kriterien (Augen- und Ohrenstellung, Kopfhaltung) hinzugezogen werden müssen.

Ducken

Mögliche Grundstimmungen und Beweggründe:

Ängstliche Kaninchen, die sich in die Enge getrieben fühlen, "Gefahr von oben" wittern oder Unterwürfigkeit gegenüber Artgenossen signalisieren möchten, versuchen sich durch Zusammenkauern und das Anlegen der Ohren "kleinzumachen". Geweitete Augen und Pupillen, flache Atmung und "Erstarren" deuten ebenfalls auf Ängstlichkeit hin.

Hinterleib anheben

Mögliche Grundstimmungen und Beweggründe:

Ein während ansonsten normaler Körperhaltung steil nach oben gerichteter Hinterleib deutet auf selbstsichere Aufdringlichkeit hin - entweder inform von Brünstigkeit, d.h. gegengeschlechtliche Artgenossen werden verfolgt, besprungen und "berammelt", oder aber infolge gewöhnlichen Dominanzverhaltens, das sich auf ähnliche Weise äußern kann. Welcher Beweggrund vorliegt, ist an Kopf-, Körper- und Ohrenhaltung erkennbar: Paarungswillige Kaninchen hoppeln "breitbeinig" mit deutlich angehobenem Hinterleib; Kopf und Ohren bleiben dabei meist in gewöhnlicher Stellung. Dominante Tiere hingegen legen angriffslustig die Ohren an, während das Köpfchen nach vorn gestreckt und der Hinterleib nur ein wenig angehoben wird.

Auch beim Kot- und Harnabsatz wird das Schwänzchen angehoben.

Liegen

Mögliche Grundstimmungen und Beweggründe:

Achtung: Unter keinen Umständen darf ein Kaninchen ohne triftigen Grund in eine liegende Position gezwungen werden! Insbesondere eine (aufgezwungene) Rückenlage führt bei den Tieren oftmals zur Schockstarre und damit zu massivem Stress.

In eine Liegeposition gewungene Kaninchen reagieren ebenso stark mit Stress wie solche, die anderweitig festgehalten werden.

Viele Kaninchenbesitzer sind der Ansicht, ihr Tier würde es mögen, in Rückenlage herumgetragen zu werden, da es hierbei "ganz still" halte. Die Ursache dieses "Stillhaltens" ist allerdings die sogenannte Angststarre, während der die Tiere, alle Viere von sich gestreckt, bewegungslos verharren. Wird ihre Position geringfügig geändert, löst sich die Starre und das Kaninchen strampelt sich sofort frei. Dies sollte ebenso für den massiven Stress sprechen, unter welchem das Tier während dieser Prozedur steht, wie auch seine beschleunigte Atmung und der rasende Herzschlag.

Die Augen hingegen sind nicht unbedingt, wie von anderen Stress- und Paniksituationen bekannt, angstvoll aufgerissen, sondern oftmals verengt bis geschlossen. Dies hängt mit der bereits erwähnten Starre zusammen und hat mit Entspannung rein gar nichts zu tun.

Die folgenden Beschreibungen beziehen sich ausschließlich auf Kaninchen, die sich freiwillig in eine liegende Position begeben.

Mit aufgerichteten Ohren in Brustlage befindliche Kaninchen ist es entweder zu heiß oder sie möchten ruhen und währenddessen wachsam bleiben. Die Augen können entspannt verengt oder infolge von Stress geweitet sein, Nasenspiel und Atmung erfolgen bei entspannten Kaninchen verlangsamt, bei gestressten, erschöpften oder "überhitzten" Tieren beschleunigt; im Falle einer Erkrankung variieren diese Faktoren je nach Ursache.

Die auch bei erschöpften und/oder entspannten Kaninchen ständig aufgerichteten Ohren zeugen von anhaltender Wachsamkeit, um eventuelle Gefahren auch während des Ruhens rechtzeitig zu wittern. Gerade entspannte Tiere betreiben selbst mit geschlossenen Augen ein intensives Ohrenspiel.

Kaninchen, denen es infolge einer ausgeprägten Aktivitätsphase oder der hohen Umgebungstemperaturen zu heiß ist, versuchen über die aufgerichteten Ohren abzukühlen; die vergleichsweise große Fläche der Kaninchenohren ermöglicht eine intensive Abgabe von Körperwärme. Körper und Läufe werden zu diesem Zweck ebenfalls lang ausgestreckt

Mit angelegten Ohren in Brustlage befindliche Kaninchen fühlen sich rundum sicher und möchten in Ruhe schlafen. Die Läufe sind meist dicht an oder unter den Körper gezogen; gelegentlich strecken die Tiere sich beim Schlafen auch lang aus und legen ihr Köpfchen zwischen ihren Vorderpfoten auf den Boden.

Die Seitenlage kann Anzeichen völliger Entspannung, aber auch von temperaturbedingt starkem Leidensdruck oder einer ernsthaften Erkrankung sein: Entspannte Kaninchen atmen ruhig, "mümmeln" wohlig und schließen genüsslich die Augen; Tiere die sich zwecks Abkühlung lang ausgestreckt auf die Seite legen, wirken hingegen erschöpft und atmen beschleunigt; sie müssen unbedingt gut im Auge behalten werden, um erste Anzeichen eines eventuellen Hitzschlages rechtzeitig zu erkennen. Hierzu zählen bläulich verfärbte Schleimhäute, eine flache Atmung und Apathie (=Teilnahmslosigkeit).

Auch Kaninchen, die sich krankheits- oder verletzungsbedingt in Seitenlage befinden, reagieren meist nicht auf Umweltreize, atmen verändert (beschleunigt, angestrengt, geräuschvoll o.ä.) und weisen anderweitige schwere Symptome (z.B. harter, praller Bauch, ausbleibender Kotabsatz, bäulich verfärbte Schleimhäute) auf.

Ohrenstellung

Auch die Ohren sind ein Stimmungsbarometer des Kaninchens: Je weiter sie nach vorn gerichtet werden, desto mehr Sinneseindrücke versucht es einzufangen; desto größer sind Aufmerksamkeit, Interesse und Neugierde vonseiten des Kaninchens. Je weiter sie nach hinten gerichtet oder je enger sie angelegt werden - eine instinktive Schutzmaßnahme, um die Gehörgänge von der Umwelt abzuschirmen - , desto mehr Vorsicht ist im Spiel.

Angelegte Ohren

Mögliche Grundstimmungen:

Beim Anlegen der Ohren handelt es sich um eine instinktive Vorsichtsmaßnahme, um die Gehörgänge vor Verletzungen zu schützen. Dies kann aus einer Angst- oder Misstrauenssituation heraus entstehen - beispielsweise, wenn ein Kaninchen in die Enge getrieben wird oder es auf freiem Feld einen Raubvogel wittert, vor dem eine Flucht nicht mehr möglich ist. Eine solche sogenannte "Angststarre" äußert sich außerdem mit einem Zusammenkauern des Körpers, d.h. die Läufe werden unter dem an den Boden gepressten Körper "versteckt" und der Kopf wird eingezogen.

Auch eine Notwehrbereitschaft geht immer mit einem Anlegen der Ohren einher: Kaninchen, die in die Enge getrieben werden, fallen nicht zwangsläufig in die oben beschriebene Angststarre, sondern können stattdessen auch in Abwehrbereitschaft gehen. Dabei wird meist lediglich der Vorderleib leichtgeduckt, sodass sich das Tier in einer sprungbereiten Position befindet. Der Kopf wird leicht nach oben geneigt. Je nachdem, ob Rückzugs- oder Verteidigungsbedürfnis überwiegt, wird der Kopf ängstlich eingezogen oder drohend nach vorn gestreckt.

Ruhebedürftige, durchweg entspannte Kaninchen nehmen eine entspannte Sitz- oder Liegeposition ein, verengen oder schließen wohlig die Augen und legen ihre Ohren zum Schutz vor unerwarteten äußeren Einflüssen, die während des Dösens oder Schlafens mitunter erst vergleichsweise spät wahrgenommen werden, eng an den Körper an. Ist auch nur ein geringes Wachsamkeitsbedürfnis vorhanden, bleiben die Ohren aufgerichtet, um auch ja kein Geräusch zu verpassen.

Schmusebedürftigkeit geht meist ebenfalls mit angelegten Ohren einher - das Verhalten und die Körperhaltung sind in diesem Fall unmissverständlich: Das Kaninchen kommt von sich aus auf seinen Besitzer oder den Artgenossen zugehoppelt oder es bleibt "freiwillig" - d.h. obgleich es auch davonhoppeln könnte - sitzen, streckt mit entspanntem Blick seinen Kopf vor, senkt ihn auf den Boden und "wartet". Einige Kaninchen "bittet" zwischendurch auch mit sanften Nasenstupsern um eine Putz- oder Streicheleinheit oder

Kaninchen, die einem ranghöheren Artgenossen begegnen, von dessen Seite sie einen Angriff befürchten, begeben sich in Unterwerfungsposition; d.h., sie senken Kopf und Vorderleib, die Augen aufgeregt geweitet, die Ohren ängstlich angelegt, und "erstarren" in dieser Haltung.

Nach vorn geneigte Ohren

Mögliche Grundstimmungen:

Nach vorn gerichtete Ohren sind immer Zeichen von Interesse, Neugierde und Forschungsdrang.

Beim Erforschen einer unbekannten Umgebung bewegen sich Kaninchen meist "krabbelnd", mit lang gestrecktem, dicht am Boden befindlichem Oberkörper, über den Boden, die Ohren nach vorn gerichtet, und erforschen sorgfältig ihre Umwelt.Je selbstsicherer das Kaninchen dabei ist, desto weiter klappt es seine Blume nach hinten weg - bei großer Unsicherheit bleibt sie angelegt.

Dieselbe Körperhaltung kann beobachtet werden, wenn das Kaninchen sich auf einen unbekannten Gegenstand oder (mit Vorsicht) einen Menschen zu bewegt, der genauer unter die Lupe genommen werden soll.

Gerade aufgerichtete Ohren

Mögliche Grundstimmungen:

Gerade aufgerichtete Ohren sind immer ein Zeichen von Aufmerksamkeit. Nimmt das Kaninchen dabei intensiv allerlei Umweltreize war, erfolgt ein ausgeprägtes Ohrenspiel, d.h. die Ohrmuscheln werden abwechselnd und unabhängig voneinander in alle Richtungen gedreht. Die Ohren selbst stehen meist weit auseinander. Bezüglich der Körperhaltung ist eine entspannte Sitz- oder Liegeposition möglich; Kaninchen, die aufgrund plötzlicher Unruhe besonders konzentriert "lauschen", befinden sich meist in angespannter, sprungbereiter Sitzposition.

Konzentriert sich das Kaninchen besonders stark, ist der Kopf meist leicht angehoben. Beschränkt sich die Konzentration auf eine bestimmte Geräuschquelle, sind die Ohrmuscheln in deren Richtung gedreht; das Ohrenspiel bleibt dann aus.

Auch eine generelle Unsicherheit führt dazu, dass die Ohren in aufrechter Position verbleiben und die Ohrmuscheln ständig in unterschiedliche Richtungen gedreht werden.

Lautsprache

Generell sind Kaninchen akustisch betrachtet sehr ruhige Tiere, die sich weitestgehend per Körpersprache verständigen und nur in sehr wenigen Situationen Laute äußern.

Zu folgenden Lautäußerungen sind Kaninchen in der Lage:

Fiepen

Mögliche Grundstimmungen:

Kaninchenbabys, die sich verlassen fühlen - z.B. wenn sie aus dem Nest geraten sind - stoßen Fieplaute aus, um ihre Mutter auf sich aufmerksam zu machen. Bei ausgewachsenen Kaninchen deutet Fiepen auf Unwohlsein hin - es handelt sich dabei um leise, hohe, kurz und oftmals in rascher Folge ausgestoßene Laute, die entweder - bei Schmerzen - während des Ruhens oder bei Fixierung des Tieres - z.B. während des Tierarztbesuchs - geäußert werden. Nicht zu verwechseln ist das Fiepen mit angstbedingtem Knurren. Dieses wird bei starker Bedrängung - z.B. In-die-Ecke-Treiben - eines "notwehrbereiten" Kaninchens ausgestoßen und klingt wie aggressionsbedingtes Knurren - nur höher.

Knurren

Mögliche Grundstimmungen:

Knurren, beim Kaninchen eher ein kurzer, evtl. mehrmals in Folge ausgestoßener "Grunzlaut", geht in aller Regel einem Angriff voraus und deutet demzufolge auf Aggression hin. Diese allerdings ist in vielen Fällen angstbedingt; das Kaninchen handelt aus "Notwehr". Grundsätzlich gilt: Je höher der ausgestoßene Laut, desto unsicherer ist das Kaninchen. So klingt z.B. das Knurren eines verängstigten Tieres, das von seinem Besitzer oder einem überlegenen Artgenossen in eine Ecke gedrängt wird, eher wie ein Fiepen, während ein aggressives dominantes Tier sehr tiefe Laute ausstößt.

Schreien

Mögliche Grundstimmungen:

In Todesangst stoßen Kaninchen z.T. gellende Schreie aus, deren Klang dem menschlicher Babys stark ähnelt. In der Natur soll dieser Laut den Verfolger abschrecken. Scheue Hauskaninchen schreien mitunter auf, wenn sie von einem Menschen plötzlich gepackt werden oder wenn ihnen starke Schmerzen zugefügt werden.

Trommeln

Mögliche Grundstimmungen:

Ein deutlich vernehmbares Klopfgeräusch, das erzeugt wird, indem die Hinterläufe auf den Boden gestoßen werden. Es ist Zeichen der Angst oder Beunruhigung, oft gepaar mit Unmut. Mögliche Ursachen sind Einsamkeitsgefühle (bei Einzelhaltung - v.a. nachts), das Wittern eines (potenziellen) Feindes oder ein vorangegangenes Festgehaltenwerden durch den Menschen sein. Artgenossen, die ein Trommelgeräusch vernehmen, werden instinktiv "hellhörig" und wachsam.

Schwanzposition

=> Blumenposition