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Abszesse

Geborgenheit durch Gesellschaft

Bild von Fellnasenbetreuung Wegener

Ursache

Abszesse sind Eiterkapseln, die meist infolge von bakteriellen Wundinfektionen entstehen. Ursache kann z.B. ein beschädigter Zahn, durch den Zahnfleischentzündungen entstehen, die Einstichstelle nach der Impfung, eine Bisswunde, durch kontaminiertes Besteck verunreinigte Operationswunden oder lediglich ein unglücklich aufgekratzter Mückenstich sein.

Die Abszessmembran besteht aus Granulationsgewebe und ist für Antibiotika nicht durchlässig genug, um allein damit einen Therapieerfolg zu erzielen.

Gefährlich wird ein Abszess, wenn er sich nach außen (besonders häufig durch Kratzen), v.a. aber wenn er sich nach innen öffnet und der enthaltene Eiter sich in die umliegende Körperhöhle, das angrenzende Organ oder gar in die Blutbahn ergießt; schwere Organentzündungen bzw. Blutvergiftungen sind die Folge. So kann es im Falle eines Backenzahnabszesses zum Erguss in die Augenhöhle und damit zu schweren Augenentzündungen kommen, die bis zum Verlust des Auges führen können.

Symptomatik

Oberflächlich gelegene Abszesse stellen sich als gerötete, prall gefüllte Schwellungen dar, die sich beim Streichen über die Haut gut ertasten lassen und bei ausreichender Größe oder dem Scheiteln der darüber befindlichen Haare auch zu sehen sind. Bereits aufgekratzte Abszesse sind typischerweise z.T. mit schwarzem Wundschorf überzogen. Verborgener liegende Abszesse werden oft nur durch gezielte Diagnostik ausfindig gemacht. Diese wird meist infolge unspezifischer Symptome eingeleitet – im Falle eines Zahnabszesses beispielsweise wegen Inappetenz oder Augenausflusses; in schwereren Fällen kommt es zu Apathie und Fieber.

Diagnostik

Durch eine Punktion, d.h. eine Probeentnahme des Inhaltes durch Einstechen, lassen sich Abszesse eindeutig nachweisen: Der Tierarzt wird mikroskopisch in aller Regel Staphylokokken erkennen können.

Therapie

und

oder

Im Normalfall wird der Abszess vom Tierarzt gespalten (d.h. mit einem kleinen Schnitt geöffnet, hierfür ist i.d.R. keine Betäubung notwendig) und zunächst durch vorsichtiges Ausdrücken grob entleert. Es folgt eine sorgfältige Reinigung mithilfe einer sogenannten Knopfkanüle, die dank ihres runden Kopfes gefahrlos in die Abszessöffnung geschoben werden und anschließend mit einer Wunddesinfektionslösung durchgespült werden kann. Um eine Abheilung “von innen heraus” zu gewährleisten, müssen neuerliche Eiteransammlungen vermieden werden, indem der Abszess während der nachfolgenden Wochen regelmäßig geöffnet und gesäubert wird.

Kratzt das Kaninchen ständig an der Wunde und besteht demzufolge die Gefahr von Sekundärinfektionen (=Zweitinfektionen), benötigt es einen Body.

Bleibt der konservative Therapieversuch erfolglos, ist eine operative Entfernung der vollständigen Abszesskapsel notwendig.

Im Falle einer eitrigen Pododermatitis (=Entzündung der Fußsohlen), wie sie z.B. durch massives Übergewicht, Haarausfall an den Fußsohlen oder extreme Haltungsfehler (Käfighaltung auf hartem Boden, stark verschmutzte Behausungen, ...) entstehen können, sind besonders schwer therapierbar, da durch das eigene Körpergewicht des Kaninchens eine ständige Belastung der Wunden erfolgt.

Neben regelmäßigen Spülungen können hier Fußbäder, z.B. mit Braunol, hilfreich sein. Nach tierärztlicher Anleitung können Sie diese evtl. auch zu Hause durchführen. Lassen Sie sich in diesem Fall auch genau erklären, wie die Pfotenverbände anzulegen sind - hier müsse a) eine gute Schutzfunktion und Befestigung, b) eine Vermeidung weiterer Hautreizungen (z.B. durch fehlende Zwischenzehenpolster oder zu feste Verbände) und c) eine weiterhin problemlose Fortbewegung des Kaninchens gewährleistet sein.

Zudem muss natürlich eine umgehende Behebung der Ursache erfolgen!

Zusätzlich zur Abszessspaltung oder -entfernung wird das Kaninchen antibiotisch und probiotisch, gegebenenfalls auch analgetisch abgedeckt, um Sekundärinfektionen bzw. Verdauungsproblemen vorzubeugen.