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Abschied nehmen: Wenn nur noch die Euthanasie hilft

Geborgenheit durch Gesellschaft

Im Leben vieler Haustiere gibt es irgendwann einen Zeitpunkt, zu dem sie ihre Lebensfreude – meist aufgrund einer unheilbaren Erkrankung – verlieren und man ihnen nur noch helfen kann, indem man sie von ihrem Leid erlöst. Wer sein Tier gut kennt, merkt in der Regel alleine, wenn es keinen Lebenswillen mehr zeigt. Der Schritt zur Euthanasie ist immer eine sehr schwere Entscheidung, oftmals aber der einzige Weg, seinem geliebten Tier ein letztes Mal zu helfen.

Oftmals herrscht beim Tierbesitzer eine quälende Unsicherheit darüber, ob die Euthanasie in seinem Fall tatsächlich die richtige Entscheidung ist; er zweifelt, ob sein Tier tatsächlich so sehr leidet, wie es den Anschein erweckt, oder es existieren bezüglich seines Wohlbefindens erhebliche Schwankungen. Gerade in letzterem Fall ist die Entscheidung “aus dem Bauch heraus” äußerst schwierig und es treten immer wieder Zweifel auf.

Grundsätzlich sollten Sie sich, wenn Sie von Ihrer Entscheidung nicht überzeugt sind, einige Tage Bedenkzeit geben, in denen Sie das Kaninchen noch einmal in Ruhe beobachten und in sich gehen können. Leider gibt es auch immer wieder Besitzer, die sich selber etwas vormachen und sich für besonders liebende "Kanincheneltern" halten, wenn sie ihr Tier nur mit allen Mitteln am Leben erhalten und so umfassend wie nur möglich pflegen. Tatsachen wie die, dass das Kaninchen weiterhin frisst oder gegen die Erkrankung "ankämpft", werden als Beweis dafür angesehen, dass es "noch nicht sterben will." Oft werden solche Fälle sogar stolz im Internet präsentiert.

Die folgende Übersicht gibt generelle Anhaltspunkte darüber, wann ein Kaninchen zu erlösen ist und in welchen Fällen es trotz gewisser Einschränkungen durchaus noch Lebensfreude empfinden kann.

Eine Euthanasie ist unerlässlich, wenn das Kaninchen...

KEIN Grund für eine Euthanasie liegt vor, wenn das Kaninchen lediglich...

Der Schmerz, den der Tod eines geliebten Tieres hinterlässt, lässt eher nach, wenn man sich vor Augen führt, ihm bis zum Schluss ein schönes Leben ermöglicht zu haben – und die letzte Entscheidung aus überzeugter Tierliebe heraus getroffen hat. Vielen Menschen hilft es, das Tier im eigenen Garten zu beerdigen. Besitzen Sie diese Möglichkeit nicht, können Sie sich nach einem Tierfriedhof in Ihrer Stadt erkundigen. Eine weitere Alternative stellt die Einäscherung in einem Tierkrematorium dar. Auch hierüber wird Ihr Tierarzt Sie gerne beraten.

Im Falle der “Tierkörperbeseitigung” wird der Körper Ihres Kaninchens entgegen der weitverbreiteten Meinung leider nicht “nur” verbrannt, sondern im Anschluss u.a. zu Tiermehl weiterverarbeitet – was nicht in jedermanns Sinne ist...

Machen Sie sich am besten bereits im Voraus darüber Gedanken, ob Sie bei Ihrem Tier bleiben möchten, während es für immer einschläft, Die meisten Besitzer entscheiden sich dafür, den letzten Schritt mit ihrem Tier gemeinsam zu gehen; andere hegen den Wunsch, es lebendig in Erinnerung zu behalten.

Aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen versichern, dass Ihnen letzteres auch nicht verwehrt bleibt, wenn das Kaninchen in Ihren Armen verstirbt: Hat der erste und größte Schmerz nachgelassen, überwiegen die schönen Erinnerungen, und man schätzt sich in erster Linie glücklich, viele Jahre lang eine wunderschöne Zeit geteilt zu haben.