Verhaltensprobleme

Unsauberkeit: Wenn die Stubenreinheit Probleme macht

Geborgenheit durch Gesellschaft

Grundsätzlich sind Kaninchen von Natur aus sehr reinliche Tiere. Allerdings haben sie manchmal etwas andere "Vorstellungen" von Reinlichkeit als ihre Besitzer, was - in erster Linie bei Innenhaltung - problematisch werden kann.

Nicht alle Kaninchen erfüllen die menschlichen Vorstellungen von Stubenreinheit. Dies sollte Ihnen insbesondere bewusst sein, wenn Sie eine freie Wohnungshaltung planen.

Möchten Sie auf Nummer sicher gehen, sollten Sie gezielt nach Vermittlungskaninchen Ausschau halten, die bei ihrem aktuellen Besitzer / in ihrer aktuellen Pflegestelle bereits in freier Wohnungshaltung leben und von denen bekannt ist, dass sie sich dafür "eignen".

Abschnitte auf dieser Seite:

Warum bleiben einige Kaninchen unsauber?

In vielen Fällen kann man über die Ursache nur spekulieren. Einige Möglichkeiten sollten aber grundsätzlich immer in Betracht gezogen werden:

Hygienemangel

Hygienemangel von Seiten des Halters kann dazu führen, dass die Kaninchen den stark verschmutzten Ort nicht mehr aufsuchen und einen neuen "Toilettenplatz" wählen. Haben die Tiere sich erst einmal angewöhnt, viele verschiedene Ecken aufzusuchen, lässt sich dieses Verhalten nur schwer wieder abgewöhnen, da einmal gewählte Orte instinktiv immer wieder genutzt werden. Abhilfe schaffen können nur eine dauerhaft verbesserte Hygiene, besonders attraktive Toilettenangebote und eine konsequente, zügige Entfernung von Hinterlassenschaften an unerwünschten Orten. Hierfür eignet sich z.B. Essigreiniger, da er geruchsneutralisierend wirkt. Werden Gerüche nicht entfernt, erkennen die Kaninchen ihre selbst auserwählte Toilette wieder und nutzen sie ziemlich sicher erneut.

Unter "Hygienemangel" versteht sich allerdings nicht nur eine zu selten gereinigte Toilette. Insbesondere, wenn die Kaninchen neu einziehen, ein neuer Partner dazu kommt oder es Spannungen in der Gruppe gibt, wird gerne einmal abseits von der Toilette geköttelt. Auch, wenn Kaninchen sehr temperamentvoll sind und mit Schwung aus der Toilette springen, landen schnell mal einige Köttel daneben.

Werden diese nicht zügig (mindestens zweimal täglich) beseitigt, gewöhnen die Kaninchen sich schnell daran, dass die Köttel quasi in den ganzen Raum gehören. Dasselbe gilt für Urinpfützen.

Dominanz

Dominante Kaninchen, die ihren Alpha-Status untermalen möchten, markieren Revier und Gegenstände besonders intensiv als ihr "Eigentum". Daher ist die Unsauberkeit meist umso stärker ausgeprägt, je weniger harmonisch die Kaninchen zusammenleben. Besonders problematisch sind demzufolge größere Gruppen, während ein Pärchen sich in der Regel als unkompliziert erweist.

Sexualhormone

Für zeugungs- bzw. gebärfähige Kaninchen bedeutet jeder Artgenosse gleichen Geschlechts eine potentielle Konkurrenz. Mit Einsetzen der Sexualhormonbildung, also der Geschlechtsreife, fallen die Reaktionen auf bislang fremde Kaninchen daher besonders heftig aus. Zur Ressourcenverteidigung werden Eindringlinge nicht nur attackiert, sondern sollen bereits im Voraus "gewarnt" werden, indem das eigene Revier u.a. durch Kot und Urin markiert wird. Auch gegenüber Gruppenmitgliedern, die als Konkurrenz erachtet werden, soll auf diese Weise die eigene Stellung verdeutlicht werden.

Bei Rammlern ist die Kastration daher nicht nur zwingend notwendig, um ihnen eine Einzelhaltung zu ersparen (unkastrierte Rammler attackieren andere Rammler, mit unkastrierten Häsinnen zeugen sie Nachwuchs; kastrierte Häsinnen hingegen werden meist pausenlos "belästigt" und stehen somit unter Dauerstress) - sondern auch die einzige Möglichkeit, das meist stark ausgeprägte Markierverhalten zu unterbinden.

Untergrundvorliebe

Teppiche und Decken sind, ebenso wie eine eingestreute Toilette, angenehm weich und saugfähig. Einige Kaninchen betrachten sie daher als Toilette. Grundsätzlich gilt: Je weicher der Untergrund, desto größer die "Verwechslungsgefahr". Raue Teppiche, Fußabtreter etc. sind beispielsweise weniger "gefährdet" als eine kuschelige Decke, ein Bett oder das Sofa. Sollten Sie über Teppichboden verfügen, ist es auch hier ratsam, gezielt Kaninchen aufzunehmen, die bereits ohne Probleme auf Teppichboden gehalten werden. Das gleiche gilt für Betten und Sofas: Sollen oder können die entsprechenden Bereiche nicht abgesperrt werden, sehen Sie sich unbedingt nach Kaninchen um, die bereits mit besagtem Möbelstücken vertraut sind und sie nicht als Toilette "missverstehen".

Den Kaninchen das Lösen auf weichem Untergrund abzugewöhnen, ist eine Herausforderung. Sie können versuchen, den Boden Schritt für Schritt "weicher" zu gestalten, um die Kaninchen allmählich daran zu gewöhnen. Verwenden Sie dafür unbedingt Teppiche und Decken, die sich waschen lassen - denn wenn etwas "danebengeht", müssen die Gerüche gründlich herausgewaschen werden, damit die Kaninchen sich nicht erneut darauf erleichtern.

Warum ist die Reinlichkeit bei Kaninchen unterschiedlich stark ausgeprägt?

Dies lässt sich aus den im vorherigen Abschnitt aufgeführten Punkten leicht ableiten.

Hygienebedürfnis

Zum einen sind Kaninchen auch in Bezug auf die Hygiene Individuen - einige legen schlichtweg weniger "Wert" auf bestimmte Toilettenecken als andere, gerade was den Kotabsatz betrifft. Besonders reinliche Kaninchen lassen beim Hoppeln keinen Köttel fallen und nutzen nur einen einzigen Ort zur Erleichterung, während andere viele verschiedene Plätze zur "Toilette" erklären und dies auch lediglich zum Urinieren, während die Köttel überall im Raum platziert werden.

Dominanzverhalten

Die Ausprägung des Dominanzverhaltens ist bei jedem Kaninchen verschieden und hat nicht zwangsläufig etwas mit der tatsächlichen Rangordnungsposition zu tun. Kaninchen, die um ihren Status fürchten - ob nun charakterbedingt oder aufgrund einer tatsächlichen "Gefährdung", z.B. durch aufmüpfige Artgenossen - , markieren besonders stark, um die eigene Position damit zu untermalen. Rangniedere Kaninchen, die ihre Unterlegenheit ohne Wenn und Aber akzeptieren, aber auch Alpha-Tiere, die ein so großes Selbstbewusstsein entwickelt haben, dass sie in keiner Weise um ihre Stellung fürchten, zeigen hingegen nur wenig Markierverhalten.

Sexualhormonspiegel

Die Brunst äußert sich infolge einer vermehrten Sexualhormonproduktion. Wie massiv diese erfolgt, ist von Tier zu Tier verschieden. Je höher der Hormonspiegel ansteigt, desto verstärkter treten dadurch verursachte Verhaltensweisen zutage. Hierzu gehört das Sexualverhalten an sich - d.h. gegengeschlechtliche Artgenossen werden immer wieder mit erhobener Blume verfolgt, umkreist und besprungen - ebenso wie das instinktive Betrachten gleichgeschlechtlicher Artgenossen als Konkurrenten. Daraus wiederum können Unverträglichkeiten hervorgehen, besonders häufig zu beobachten ist jedoch ein verstärktes Markierverhalten, um Revier und Einrichtungsgegenstände deutlich als die eigenen zu kennzeichnen. Fehlt ein gegengeschlechtlicher Partner, dient das Markieren vermutlich auch dem "Anlocken" eines solchen, da der Ausscheidungen anhaftende Geruch anderen Kaninchen Informationen über Geschlecht und Zeugungs- bzw. Gebärfähigkeit vermittelt.

Womit kann plötzliche Unsauberkeit zusammenhängen?

Für plötzliche Unsauberkeit ist in aller Regel entweder eine Erkrankung oder eine gravierende Veränderung im Leben des Kaninchens verantwortlich.

Gesundheitliche Probleme

Die häufigsten gesundheitlichen Ursachen stellen - gerade bei Häsinnen - Erkrankungen des Urogenitaltraktes dar. Neben einem - oft schleimig bis eitrig-/blutig veränderten - Ausfluss kann es hierbei zu enorm häufigem Harndrang ebenso wie zur Inkontinenz kommen. Häufig treten diese Auffälligkeiten in Kombination mit einem beeinträchtigten Allgemeinbefinden (vermehrtes Ruhebedürfnis, verminderte Futteraufnahme, Teilnahmslosigkeit, ...), häufigen Toilettenbesuchen und/oder häufigem Pressen auf; der Harnabsatz erfolgt dabei mitunter nur tröpfchenweise, was den Verdacht auf eine Erkrankung der ableitenden Harnwege wie beispielsweise eine Zystitis (=Blasenentzündung) oder Konkremente (=Steine) nahelegt. Es ist aber auch ein verstärkter Harnabsatz möglich - nämlich dann, wenn das Kaninchen vermehrt trinkt, wie es u.a. Lebererkrankungen sowie Diabates mellitus der Fall ist. Ebenfalls erfolgt ein verstärkter Urinabsatz bei Nierenerkrankungen, da die Rückresorptionsfähigkeit der Niere gestört ist, sodass es zu einem großen Wasserverlust über den Harn kommt.Alarmsignale, die auf Blasengrieß oder -schlamm hindeuten, sind auch ein kreidig-weißlicher oder schlammig-bräunlicher Urin. Gelegentlich wird Grieß sogar als pulvriger Harnbeisatz sichtbar mit ausgeschieden.

Bewegungsunlust kann dazu führen, dass das Kaninchen sich an Ort und Stelle erleichtert, anstatt seine Toilette aufzusuchen. Diese Problematik ist durch den Besitzer aber in der Regel leicht feststellbar, da das Tier sich generell kaum noch bewegt und/oder während der Fortbewegung Lahmheiten aufzeigt. Ursache kann eine Erkrankung des Bewegungsapparates - z.B. Frakturen (=Knochenbrüche), Zerrungen oder Luxationen (=Auskugelungen) sein, die dem Tier Schmerzen bereitet; aber auch Schmerzen in anderen Körperregionen, Fieber oder Fettleibigkeit führen mitunter zu ausgedehnten Ruhephasen oder sogar zur Apathie (=Teilnahmslosigkeit).

Gleichgewichtsstörungen, ebenfalls eine unübersehbare Ursache, können u.a. durch eine Erkrankung des Gleichgewichtsorganes (z.B. Mittelohrentzündung) oder des zentralen Nervensystems (z.B. Enzephalitozoonose oder eine Umfangsvermehrung im Gehirn) verursacht werden. Der Verdacht auf Enzephalitozoonose ist als absolutes Alarmsignal zu betrachten und verlangt nach einem sofortigen Tierarztbesuch - denn das Befinden, die Prognose und die Chancen auf eine vollständige Heilung sinken mit jeder Stunde, die abgewartet wird!

Gleiches gilt für eine allgemeine Schwäche, deren Ursache bei diversen schwerwiegenden Grunderkrankungen liegen kann. Auch in diesem Fall spricht die starke Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens Bände und verlangt nach einem schnellstmöglichen Tierarztbesuch.

Hormonell bedingte Ursachen

Ein Anstieg des Hormonspiegels führt oftmals zu einem verstärkten Markierverhalten, da das Kaninchen instinktiv das Bedürfnis verspürt, seine Ressourcen inklusive potenzielle Sexualpartner gegenüber gleichgeschlechtlichen Artgenossen zu verteidigen.

Das Einsetzen der Geschlechtsreife wird durch die Produktion von Sexualhormonen verursacht und wird von bestimmten Verhaltensweisen begleitet, zu denen u.a. das Markieren gehört. Hierdurch werden nicht nur Revier und Einrichtungsgegenstände als die eigenen gekennzeichnet, was ein Abwehrverhalten gegenüber fremden, gegengeschlechtlichen Artgenossen darstellt, die grundsätzlich als Konkurrenz betrachtet werden; auch Rudelmitglieder werden durch intensives Markieren "herausgefordert" - das Jungtier versucht dadurch, in der Rangordnung aufzusteigen. Eine Frühkastration, d.h. eine Entfernung der Keimdrüsen (Rammler: Hoden; Häsin: Eierstöcke plus Gebärmutter) vorm Einsetzen der Geschlechtsreife, verhindert, dass ein tierischer Organismus überhaupt erst Sexualhormone produziert, beugt damit einhergehenden Problemen also optimal vor.

Brünstige Kaninchen markieren vermehrt, um ihre Chancen auf einen Sexualpartner zu verbessern. Dies geschieht erstens, indem sie Revier und Einrichtungsgegenstände als ihr Eigentum kennzeichnen und dadurch ihren "Vorrang" gegenüber Rudelmitgliedern untermalen; zweitens, indem rudelfremde Artgenossen des gleichen Geschlechts durch die intensive Markierung "eingeschüchtert" werden; und drittens, indem gegengeschlechtliche Artgenossen durch die Markierung "angelockt" werden.

Gruppeninterne Unruhen

Während harmonisch zusammen lebende Kaninchen verhältnismäßig wenig Markierverhalten an den Tag legen, sieht es bei Gruppen, in denen es zu Auseinandersetzungen kommt, gegenteilig aus.

Neue Partnertiere führen immer dazu, dass die bestehende Rangordnung erschüttert wird und neu geregelt werden muss. Ist dies erst einmal erfolgt, nimmt in der Regel auch das verstärkte Markierbedürfnis ab und das Problem löst sich somit von selbst - die Tiere haben sich gegenseitig in ihren Rangpositionen akzeptiert und verspüren demzufolge keine Veranlassung mehr, ihre Besitzansprüche gegenüber den Artgenossen zu unterstreichen.

Geruch oder Sichtung eines fremden Artgenossen versetzen eine bestehende Gruppe immer in Unruhe, was nicht nur die interne Rangordnung infrage stellt und somit nicht nur zu vermehrtem Markierverhalten führt, sondern auch das Individuum massiv unter Stress setzt - denn da kein körperlicher Kontakt zum Fremdling möglich ist, kann das instinktive Bedürfnis nach einer Ausfechtung der Rangordnung nicht befriedigt werden.

Hieraus resultieren Frustration und der Anstau von Aggressionen, die sich teilweise innerhalb der Gruppe entladen - d.h. auch gegenüber Artgenossen, mit denen sich das Tier zuvor gut verstanden hat - , zu einem erheblichen Teil jedoch auch dann zutage treten, wenn die alteingesessenen Kaninchen schließlich auf den "Neuling" treffen. Aus diesem Grunde bewirkt die in der Vergangenheit gerne empfohlene "Gitter-an-Gitter-Methode" oftmals das Gegenteil dessen, was das eigentliche Ziel darstellen sollte - die Tiere gehen nur umso heftiger aufeinander los. Werden mehrere Kaninchengruppen getrennt voneinander gehalten, sollten diese weder Sicht- noch Geruchskontakt zueinander haben. Auch Pflegekaninchen sollten strikt von den eigenen Tieren getrennt leben, um beiden Gruppen massiven Stress zu ersparen.

In seltenen Fällen stellt das Alpha-Kaninchen so ausgeprägte Besitzansprüche an "seine" Toilette, dass die restlichen Gruppenmitglieder sich nicht hinein wagen. Die Lage entspannt sich in aller Regel, indem fortan mehrere Toiletten angeboten werden.

Rangordnungsunstimmigkeiten kommen in den meisten Gruppen vor - je mehr Tiere sie beinhalten, desto häufiger. Besonders heranwachsende Jungtiere versuchen gelegentlich, in der Rangordnung aufzusteigen. Besonders ausgeprägt sind Reibereien, wenn die Gruppe mehrere Tiere ähnlich dominanter Natur beinhaltet - denn dann versuchen sie permanent, einander zu übertrumpfen. Kaninchen, die die eine überlegene Position untermalen oder erzielen möchten, markieren Revier und Einrichtung intensiv als ihr "Eigentum".

Äußerliche Einflüsse

Nicht zuletzt kann auch ein individuelles Problem des Kaninchens mit der Toilette für Unsauberkeit verantwortlich sein.

Eine zu selten erfolgende Reinigung der Toilette kann dazu führen, dass ein Kaninchen künftig auf andere Orte ausweicht. Dies bedeutet nicht, dass Sie penibel auf ständige Sauberkeit achten müssen; im Gegenteil animieren kleine Mengen "frisch" verschmutzter Streu die Tiere dazu, sich erneut an diesem Ort zu erleichtern. Keinesfalls sollten Verunreinigungen jedoch tagelang in der Toilette verbleiben - nicht nur kommt es hierdurch im Nu zu einer massiven Bakterienansiedelung, sondern auch zur Entstehung höchst gesundheitschädlicher Schimmelsporen. Fäulnessgerüche sind der empfindlichen Kaninchennase zudem ein Gräul - und auf durchnässtem Untergrund verbleiben die wenigsten Tiere.

Je nach Verschmutzungsgrad sind Toiletten alle ein bis drei Tage grob zu säubern. Stark verschmutzte Schalen sollten mit Wasser und Seife ausgeschrubbt werden. Jegliche Chemikalien sind vor Wiederverwendung gründlich abzuspülen - nicht nur der Gesundheit wegen, sondern auch, da ihr Geruch die Tiere mitunter "in die Flucht" schlägt; wenngleich es ebenfalls Kaninchen gibt, die dadurch ganz besonders zum "Drüber-Markieren" animiert werden.

Eine negative Erfahrung, die das Kaninchen mit der Toilette verknüpft hat, kann es dazu bewegen, sie künftig zu meiden. Dazu genügt mitunter bereits ein plötzliches Geräusch, das das Tier in Angst und Schrecken versetzt hat, während es sich in der Nähe der Toilette oder darin befand. Am unkompliziertesten lösen Sie ein solches Problem, indem Sie es umgehen - und einfach eine alternative Toilette an einem anderen Ort anbieten. Auf diese Weise kann das Kaninchen ganz einfach "ausweichen", bis es seine Furcht allmählich wieder abgelegt hat. Diese Vorgang lässt sich beschleunigen, indem Sie versuchen, dem Kaninchen zu positiven Verknüpfungen mit der Toilette zu verhelfen - z.B. indem Sie das Futter in zunehmender Nähe zur Toilette anbieten.

Welche Möglichkeiten gibt es, die Kaninchen zur Stubenreinheit zu bewegen?

Einhaltung der Mindestgröße

Da Kaninchen gerne gemeinsam in ihren Toilettenschalen sitzen oder auch liegen, sollten sie nicht zu klein bemessen sein. Ansonsten werden sie eher gemieden. Die Überdachung sollte sich in einer ausreichenden Höhe befinden, damit die Kaninchen bequem aufrecht darunter sitzen können, ohne mit den Ohren anzustoßen.

Vielseitiges Angebot

Wählerische Kaninchen können durch ein vielseitiges Angebot zur Toilettenbenutzung animiert werden. Insbesondere empfiehlt es sich, sowohl eine überdachte Toilette als auch eine Schale ohne Deckel anzubieten. Die Toilette sollte in jedem Fall groß genug sein, dass das Kaninchen darin bequem sitzen und sich drehen, nach Möglichkeit auch liegen kann. Nicht selten besitzen die Tiere individuelle Streuvorlieben. Geeignet sind z.B. Sägespäne, Strohpellets und anderweitige handelsübliche Kleintierstreu. Ebenfalls verwendet werden dürfen Heu, Stroh, Sand und Erde. Da diese Sorten den Urin allerdings nur sehr begrenzt binden, sollten Sie ausprobieren, ob Ihre Kaninchen sich auch dann noch damit zufrieden geben, wenn Sie darunter eine Schicht oben genannter, saugfähiger Streusorten geben. Diese binden auch den Geruch besser.

Keinesfalls verwendet werden sollte Katzenstreu, da sie bei Verzehr schwere Verdauungsstörungen verursacht!

Position nach Kaninchenwünschen

Haben sich die Kaninchen bereits bestimmte Ecken gesucht, in denen sie Kot und/oder Urin absetzen, sollten Sie die Toilettenschale(n) dort aufstellen - die Tiere kehren instinktiv zu einmal auserwählten "Pinkelecken" zurück und nehmen auch im Nachhinein dort positionierte Toiletten in aller Regel an. Dies gilt besonders für Nischen und anderweitig abgedunkelte Orte, z.B. hinter einem Möbelstück, unter dem Sofa oder Schreibtisch.

Positionieren verschmutzter Streu in der Toilette

Hier wird das instinktive Bedürfnis des Kaninchens, immer wieder an denselben Orten zu koten und zu urinieren, genutzt, um es zwecks Stubenreinheit "hinters Licht zu führen": Positionieren Sie kleine Mengen "frisch" urinverschmutzter Streu und Kotkügelchen in den Toiletten, fühlen sich die Tiere oftmals dazu animiert, sich "wieder" dort zu erleichtern.

Futterangebot in unmittelbarer Toilettenähe

Viele Kaninchen setzen Kot und Urin "an Ort und Stelle" ab, während sie genüsslich fressen. Daher können über der Toilettenschale angebrachte Futterraufen nützlich sein. Besonders beliebt sind Toilettenschalen, die unter einem seitlich offenen Unterstand aufgestellt werden, da sie den Kaninchen zugleich Schutz von oben und einen guten Überblick über die Umgebung bieten. An diesem Unterstand können auch die Futterraufen befestigt werden.

"Erziehung"

Immer wieder wird es als ultimativer Ratschlag betrachtet, die Kaninchen gut zu beobachten und bei jedem Anheben der Blume sofort in die Toilette zu setzen. Was theoretisch ganz einfach klingt, ist - jedenfalls bei tiergerechter Haltung - praktisch allerdings kaum umsetzbar: Sie müssten die Tiere rund um die Uhr intensiv beobachten, um jedesmal "eingreifen" zu können. Lediglich die bemitleidenswerten Kaninchen, die regelmäßig in einen Käfig gesperrt werden und diesen maximal stundenweise verlassen dürfen, können manchmal auf diese Weise "erzogen" werden.

Hinzu kommt die Tatsache, dass ein Großteil der Kaninchen sich nur sehr ungerne hochnehmen lässt und evtl. sogar mit Angst aufs "Gepacktwerden" reagiert. Geht dem Setzen in die Toilette aber erst einmal eine Verfolgungsjagd voraus, verliert das Tier nicht nur zunehmend sein Vertrauen gegenüber dem Menschen, sondern verbindet das Absetzen von Kot und Urin an sich mit "Strafe" - was völlig verkehrt wäre, da es lediglich begreifen soll, einen ganz bestimmten Ort mit diesem Verhalten zu verbinden.

Weitere allgemeine Informationen zum Thema Toilette und Einstreu finden Sie hier: