Pflegemaßnahmen und Gesundheitsprophylaxe



Krallenpflege

Besonders Wohnungskaninchen, aber auch Tiere, die sich überwiegend auf weichem Boden bewegen, können ihre stetig wachsenden Krallen in den meisten Fällen nicht ausreichend abnutzen. Beim wöchentlichen Kaninchen-TÜV ist daher immer auch eine Krallenkontrolle durchzuführen. Bei Bedarf können die Krallen direkt im Anschluss geschnitten werden.

Zum Krallenschneiden lassen Sie sich das Kaninchen von einer Hilfsperson halten. Ruhige Tiere halten zwar manchmal still genug, um auch einer einzelnen Person die Prozedur zu ermöglichen, doch gerade als “Laie” schlagen entsprechende Versuche häufig fehl. Möchten Sie die Krallen ohne Hilfsperson schneiden, setzen Sie sich dabei unbedingt auf den Boden, um Verletzungen vorzubeugen, falls das Kaninchen wegspringen sollte.

Der durchblutete Teil heller Krallen ist bei ausreichender Belichtung in einem deutlichen Rosaton sichtbar, etwas schwieriger erkennbar sind die Nerven bei dunklen Krallen. Eine Taschenlampe, auf der Sie die Pfote platzieren, bringt “Licht ins Dunkel”. Die Krallenspitze sollte etwa 5-7mm vorm Blutgefäß abgetrennt werden. Gehen Sie beim Abknipsen zügig und beherzt vor, da viele Kaninchen ihre Pfoten reflexartig zurückziehen, sobald sie den Druck auf ihrer Kralle spüren, und sich hierdurch Verletzungen zuziehen können.

Sind Sie sich unsicher, schneiden Sie lieber ein bisschen zu wenig ab; die Verletzung des Nervs ist einem Tier sehr unangenehm und verleidet ihm die “Lust” aufs Krallenschneiden für die Zukunft erst recht.

Sollte es doch einmal zu einer Verletzung kommen, besteht kein Grund zur Panik; meist sieht es schlimmer aus, als es ist. Stillen Sie tropfende Blutungen, indem Sie die verletzte Kralle in ein sauberes, fusselfreies Tuch oder besser ein Stück Kernseife drücken. War der Einschnitt so leicht, dass zwar Blut zu sehen ist, aber nicht selbstständig heraustritt, werden anhaftende Keime nicht auf natürlichem Wege herausgespült. Desinfizieren Sie die Wunde daher, indem Sie ein in Wasserstoff, Jod o.ä. getränktes Taschentuch für mindestens zehn Sekunden hinaufpressen. Halten Sie während der nächsten Tage ein Auge auf den Heilungsprozess und wenden Sie sich an Ihren Tierarzt, falls Sie den Verdacht auf eine Wundinfektion hegen.

Auch bei massiveren Verletzungen, wie z.B. dem Ausriss einer Kralle, ist sicherheitshalber ein Fachmann aufzusuchen.