Pflegemaßnahmen und Gesundheitsprophylaxe

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Gesundheitskontrolle

Die Gesundheitskontrolle besteht vorrangig in einem wachsamen Auge von Seiten des Besitzers: Wer sein Kaninchen gut kennt und sorgfältig beobachtet, bemerkt körperliche und Wesensveränderungen sowie ungewöhnliche Verhaltensweisen meist schnell.

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Täglich wachsam

Mindestens einmal täglich sollten Sie sich ein paar Minuten Zeit nehmen, Ihre Kaninchen gut zu beobachten, um etwaige Veränderungen zu erkennen. Zu den Dingen, auf die dabei zu achten ist, gehören in erster Linie:

Kommen alle Kaninchen zum Fressen?

Gesunde Kaninchen kommen freudig herbei gehoppelt, sobald man ihnen frisches Futter mitbringt. Natürlich kann es immer einmal vorkommen, dass eines der Tiere gerade ruht und daher nicht sofort oder nur zögerlich zu Ihnen kommt. Dies ist also nicht grundsätzlich als Krankheitssymptom aufzufassen; da diese Möglichkeit aber immer besteht, sollten Sie in den nächsten Stunden gut darauf achten, ob sich das Kaninchen ansonsten normal verhält und frisst. Alternativ können Sie ihm auch einen besonderen Leckerbissen (z.B. eine Erbsenflocke) anbieten. Weiterhin können Sie es "aufsetzen" und beobachten, ob es sich daraufhin normal vorwärts bewegt.

Ein Kaninchen, das selbst an seinem Lieblings-Leckerli plötzlich kein Interesse zeigt oder sich sofort nach dem "Aufgesetzt-Werden" wieder hinlegt, schwankend bewegt oder teilnahmslos sitzen bleibt, ist höchstwahrscheinlich in einer Notlage!

Fressen die Tiere wirklich?

Beobachten Sie während der Fütterung, ob alle herbei gekommenen Kaninchen auch wirklich fressen. Ein Kaninchen mit überlangen Zähnen hat z.B. durchaus Appetit, wird aber infolge der Zahnfehlstellung bei der Nahrungsaufnahme erheblich behindert. Achten Sie daher darauf, dass das Futter tatsächlich in der Maulhöhle verschwindet – und auch dort bleibt, d.h. nicht seitlich wieder ausgespeichelt wird. Nasses, verklebtes Fell in den Mundwinkeln deutet in aller Regel auf Probleme in der Maulhöhle hin. Hier ist eine zügige Abklärung möglichst am selben oder nächsten Tag notwendig, da es ansonsten dazu kommen kann, dass das Kaninchen infolge der unzureichenden Nahrungsaufnahme gefährliche Magen-Darm-Probleme (Aufgasungen!) entwickelt.

Bewegen sich die Kaninchen normal?

Ob eines Ihrer Tiere humpelt, ein Bein hinterherzieht oder auf andere Weise schont, erkennen Sie sofort; ebenso, ob es “krabbelt”, anstatt sich mit den Hinterbeinen abzustoßen, Gleichgewichtsprobleme hat oder nicht geradeaus laufen kann. Gerade Ataxien (=Koordinationsstörungen) sind immer als Alarmzeichen aufzufassen (INFO: Enzephalitozoonose) und sollten sofort zum Tierarzt gebracht werden - auch nachts oder feiertags! Ebenso dringlich ist die Lage bei Kaninchen, die ein Bein nicht belasten möchten, (Verdacht auf hochschmerzhafte Fraktur)!).

Sitzen und liegen die Kaninchen normal?

Eine unnormale Sitz- oder Liegeposition kann diverse gesundheitliche Ursachen haben: So können eine gekrümmte Haltung und das Pressen des Hinterleibes auf den Boden auf Bauch- oder Unterleibschmerzen (Aufgasung, Blasenentzündung, Gebärmuttererkrankung, Harnstein, Nierenkolik, ...) hindeuten; ein nach oben gestreckter Kopf, in schweren Fällen gepaart mit Maulatmung, deutet auf massive (INFO: Atemnot) hin!

Wirken die Tiere charakterlich unverändert?

Da ein geschwächt wirkendes Kaninchen in der Natur "leichte Beute" wäre, sind diese Tiere sehr geschickt darin, Krankheitssymptome zu überspielen. Benimmt sich ein Kaninchen sichtlich ungewohnt, ist dies daher unbedingt ernst zu nehmen. Mögliche Verhaltensänderungen sind verminderte Aktivität, plötzliche Aggressivität, Ängstlichkeit, Ruhelosigkeit, verstärktes Rückzugsverhalten, das Meiden erhöhter Plätze und vieles mehr.

Plötzlich überängstliche Kaninchen können sich vor etwas nicht mehr Nachvollziehbarem sehr erschreckt haben. Beobachten Sie sorgfältig, ob sich die Schreckhaftigkeit binnen der nächsten Tage legt. Ist dies nicht der Fall oder sind weitere Veränderungen zu beobachten, sollten Sie das Kaninchen auf mögliche Erkrankungen untersuchen lassen.

Plötzlich aggressive Tiere haben mitunter Schmerzen und reagieren daher enorm empfindlich auf (potenzielle) Berührungen. Beobachten Sie, ob sich das Kaninchen nur Ihnen, nur seinen Artgenossen gegenüber oder grundsätzlich aggressiv verhält. Ist letzteres der Fall, gehört es tierärztlich untersucht. Beachten Sie: Gerade unkastrierte Häsinnen sind häufig von Natur aus sehr “launisch” und verhalten sich besonders während der Brunst “zickig”. Im Zweifelfall ziehen Sie immer einen Fachmann zurate.

Kaninchen, die mit einem Mal nervös und ruhelos wirken, sollten Sie sich ebenfalls genauer ansehen. Vor allem ständiges Kratzen oder Putzen können auf Juckreiz hindeuten, dessen Ursache es abzuklären gilt. Oftmals sind bereits Veränderungen im Fell oder an der Haut zu erkennen. Kaninchen, die sich ständig hinlegen, wenige Schritte hoppeln und erneut hinlegen, keine geeignete Position zu finden scheinen usw. haben meistens Bauchschmerzen, welche immer einen Notfall darstellen, da es sich nicht selten um lebensbedrohliche Magenüberladungen oder Aufgasungen handelt.

Kaninchen, die mit "steifer" Hinterhand laufen, haben meistens entweder Unterleibsschmerzen (v.a. bei Blasenentzündungen) oder Probleme in der Wirbelsäule (Arthrosen, Spondylosen, traumatische Verletzungen, ...). Tritt die Symptomatik plötzlich auf, ist das Tier als Notfall zu betrachten: So müssen Blasenentzündungen umgehend antibiotisch behandelt werden - nicht nur aufgrund der Schmerzen, sondern auch, um zu vermeiden, dass die Bakterien in die Nieren aufsteigen und dort irreparable Schädigungen verursachen. Wirbelsäulenverletzungen hingegen können zu (dauerhaften) Lähmungserscheinungen führen!

Läuft ein Kaninchen über einen längeren Zeitraum hinweg zunehmend steifer, sind meist progressiv voranschreitende Veränderungen der Wirbelsäule die Ursache, i.d.R. Arthrosen oder Spondylosen. Es besteht dann zwar kein Notfall, dennoch ist eine schnelle Behandlung wichtig, um den weiteren Verlauf zu verlangsamen und dem Tier die Schmerzen zu nehmen. Auch ein chronischer Verlauf der Enzephalitozoonose kann zu derartigen Lahmheiten führen und eine Behandlung ist unbedingt notwendig, um den Erreger einzudämmen und weiteren Schädigungen vorzubeugen.

Zusammenfassend kann gesagt werden: Sämtliche Veränderungen an Ihren Tieren sollten Ihre Aufmerksamkeit erregen.

Einmal pro Woche: Check-up

Etwa einmal in der Woche sollten Sie Ihre Tiere auf körperliche Veränderungen untersuchen. Häufiger ist diese Prozedur ohne besonderen Anlass nicht anzuraten, da Sie den Kaninchen anderenfalls schnell “auf die Nerven gehen”.

Von Bedeutung beim Check-up sind:

Fell

Gesundes Fell ist glänzend, dicht, sauber und glatt.

Krankheitssymptome sind ein “Fettfilm”, struppiger Zustand, kahle Bereiche, Schuppen, schwarze Punkte (Flohkot!), sichtbarer Parasitenbefall und ständiger, starker Haarausfall.

Haut

Streicht man sanft gegen die Haarwuchsrichtung durchs Kaninchenfell, lässt sich ein Blick auf die Haut erhaschen. Viele Veränderungen sind auch spürbar.

Gesunde Haut ist blass, glatt und intakt. Zieht man sich zwischen zwei Fingern vorsichtig eine Hautfalte und lässt sie gleich danach wieder los, verstreicht sie sofort.

Krankheitssymptome sind Rötungen, Beläge, Schuppen oder offensichtlicher Parasitenbefall. Bleibt eine hochgezogene Hautfalte stehen und verstreicht sie erst nach mehreren Sekunden, ist das Tier dehydriert (=ausgetrocknet).

Gewicht & Ernährungszustand

Beim normalgewichtigen Kaninchen lassen sich Rippen, Schulterblätter und Wirbelsäule ertasten, wenn man leicht über den Körper streicht.

Bei kachektischen (=untergewichtigen) Kaninchen stehen die Knochen spitz hervor, in schweren Fällen zeichnen sie sich sogar sichtbar unterm Fell ab.

Beim adipösen (=fettleibigen) Kaninchen sind besonders die Rippen nur noch schwer oder gar nicht mehr ertastbar.

Wiegen Sie Ihr Kaninchen einmal wöchentlich und notieren Sie sich das Gewicht. Permanenter Gewichtsverlust deutet in der Regel auf Stress und/oder eine Erkrankung hin, Gewichtszunahme kann Folge einer Kastration sein und setzt künftig eine kalorienärmere Fütterung voraus. Hat dies keinen Erfolg, sollten Sie einen Tierarzt zurate ziehen.

Wiegen Sie Ihr Kaninchen nach Möglichkeit immer unter denselben Voraussetzungen, d.h. zur gleichen Tageszeit und immer vor der Fütterung, ansonsten sind irrführende Gewichtsunterschiede vorprogrammiert. Zum Wiegen setzen Sie ihr Kaninchen am besten in eine kleine Schüssel oder Box, deren Eigengewicht Sie ebenfalls ermitteln. Die Differenz beider Werte ergibt das Gewicht Ihres Kaninchens. Verwenden Sie eine Küchenwaage; Personenwaagen sind für solch geringe Gewichte zu ungenau.

Gewichtsveränderungen bis zu 5% sind normal, sofern sie nicht andauern. Verliert Ihr Kaninchen hingegen über einen längeren Zeitraum hinweg immer mehr an Gewicht, ist fast immer ein gesundheitliches Problem der Auslöser.

Bauch

Das Durchtasten ist beim Kaninchen eine wertvolle Diagnostikmethode, die dem Tierarzt oft schon erste Hinweise auf die Krankheitsursache liefert. Dies ist dem Besitzer natürlich in der Form nicht möglich; allerdings empfiehlt es sich trotzdem, das Kaninchen beim Check-up gründlich durchzutasten, um den "Normalzustand" zu kennen und Veränderungen zu bemerken.

Ein vorne, hinten oder insgesamt plötzlich deutlich vergrößerter, aufgetriebener oder verhärteter Bauch ist immer ein Alarmzeichen und meist auch mit Wesensveränderungen verbunden. Auch, wenn ein sich ungewohnt verhaltendes Kaninchen plötzlich hochsensibel auf das Abtasten seines Bauches reagiert, deutet dies auf eine ernsthafte, schmerzhafte Erkrankung hin. Kaninchen sind Tiere, zu deren häufigsten Todesursachen Magen-Darm-Aufgasungen gehören. Ein Kaninchen, das sich ungewohnt verhält und Veränderungen im BAuchbereich aufweist, ist daher immer ein Notfall!

Kopf

Fassen Sie beidseitig an den Kopf des Kaninchens und tasten Sie ihn vorsichtig durch. Achten Sie auf Auftreibungen und anderweitige Unregelmäßigkeiten, insbesondere im Bereich der Kieferknochen. Veränderungen deuten in aller Regel auf Zahnwurzelprobleme hin und müssen schnellstmöglich diagnostiziert und behandelt werden, damit die Erkrankung nicht ungehindert fortschreitet und da sie meist auch schmerzhaft für das Tier ist.

Beim gesunden Tier sind die Kieferknochen beidseitig synchron.

Augen

Gesunde Augen sind klar und glänzend-feucht. Ziehen Sie behutsam am Unterlied, kommt die beim gesunden Kaninchen rosafarbene Schleimhaut zum Vorschein.

Krankheitssymptome: Eingetrübte, glanzlose, tränende, gerötete, tief in den Höhlen liegende, hervorstehende oder weiße Flecken oder "Fäden" beinhaltende Augen sind ebenso Krankheitsanzeichen wie gelbliche (Lebererkrankung), blasse (Kreislaufschwäche), leuchtend rote (Entzündung) oder bläuliche (Sauerstoffmangel) Schleimhäute, ein Vorfall des dritten Augenlides, Verkrustungen oder feuchtes Fell in der Augenumgebung.

Ohren

Gesunde Ohren sind im Innern sauber und von durchgehend heller Farbe. Sie können unabhängig voneinander bewegt werden und drehen sich beim gesunden, stehohrigen Kaninchen immer in Richtung Geräuschquelle.

Krankheitsanzeichen können Verkrustungen, Beläge sowie Rötungen sein. Achten Sie auch auf kleine Wunden, wie sie oftmals durch Bissverletzungen verursacht werden, und Schmutz; besonders bei Widdern kann es hin und wieder nötig sein, die Ohren hin und wieder mit einem feuchten Tuch auszuwischen. Achtung: Säubern Sie die Ohren immer nur so weit, wie Sie mit dem Finger hineingelangen. Verwenden Sie niemals selbstständig ein Wattestäbchen, um tiefer in den Gehörgang zu gelangen – die Verletzungsgefahr ist zu groß!

Reagiert Ihr Kaninchen weder durch Aufmerksamkeit noch durch entsprechende Bewegungen der Ohrmuscheln auf Geräusche, obwohl es sich ansonsten völlig normal verhält, ist es möglicherweise taub. Mit Taubheit kommen Kaninchen um Normalfall sehr gut zurecht – solange Sie einige Regeln beachten. So ist zu bedenken, dass das Tier durch Ansprechen nicht mehr auf sich aufmerksam gemacht werden kann, und besonders darauf achten, es nicht z.B. durch unvermitteltes Anfassen von hinten zu erschrecken. Sicherheitshalber sollten Sie das Kaninchen bei Verdacht auf Taubheit dem Tierarzt vorstellen, um eine evtl. zugrunde liegende Erkrankung auszuschließen.

Nase

Das gesunde Kaninchen besitzt eine trockene, saubere Nase, die ununterbrochen in Bewegung ist.

Krankheitsanzeichen sind Verklebungen, der Austritt von Sekret, feuchtes Fell in der Nasenumgebung sowie ein Ausbleiben der Nasenbewegung.

Krallen

Intakte Krallen sind gerade, gut abgenutzt und sauber.

Gepeflegt werden müssen horizontal oder – bedingt durch unzureichenden Abschliff – vertikal verbogene sowie stark verschmutzte Krallen.

Pfoten

Gesunde Fußsohlen sind sauber und vollständig behaart. Die Haut ist glatt und nicht gerötet.

Krankheitssymptome sind Schwellungen, Haarverlust, eine rötliche, gereizte, geschwollene Haut sowie Schmutzverkrustungen. Ursache können Übergewicht sowie ein ungeeigneter oder unsauberer Untergrund sein.

Zähne

Gesunde Zähne sind weiß, ausreichend und gleichmäßig abgeschliffen, stehen senkrecht aufeinander und ermöglichen dem Kaninchen dadurch ein ungehindertes Fressen. Das Mäulchen ist trocken und sauber. Durch ein vorsichtiges Auseinanderziehen der gespaltenen Oberlippe sowie leichten Zug der Unterlippe gen Boden können Sie die Schneidezähne sehen. Zur Betrachtung der Backenzähne sind Kiefer- und Backenspreizer notwendig, was einen Tierarztbesuch erfordert.

Krankheitssymptome sind abgebrochene oder überlange, schiefstehende, verbogene Schneidezähne und das ausbleibende Herunterschlucken der zerkauten Nahrung trotz Heißhungers – nachträglich erkennbar an einem futterbreiverklebten oder durch Speichel angefeuchteten Fell in der Mäulchenumgebung, z.B. am Kinn oder an den Wangen. Zahnproblematiken können sich außerdem äußern in Fressunlust, Schwellungen am Kopf, hervortretenden Augen oder Verdauungsproblemen.

After und Kotabsatz

Im Normalfall ist die Afterregion sauber und gepflegt, die umgebene Haut intakt und von gewöhnlicher Farbe. Der Kot besteht aus einzelnen dunkelbraunen, trockenen, festen, etwa erbsengroßen Kügelchen. Selten aufzufinden ist der kleinere, mit einer glänzend feuchten Schicht überzogene, weiche, oft inform andereinandergereihter unförmiger Kügelchen ausgeschiedene Blinddarmkot.

Krankheitssymptome sind eine kotverschmierte oder -verkrustete, nässende, haarlose, gereizte und/oder wunde Afterregion, breiiger bis wässriger Durchfall oder bröckelige kleine Kotstückchen (Verstopfung). Je nach Schweregrad und Jahreszeit (im Sommer besteht bei einer angegriffenen Afterregion die Gefahr eines Fliegenmagenbefalls!!) ist ein mehr oder weniger dringender Tierarztbesuch vonnöten.

Gewöhnliche Kotkügelchen, die perlschnurartig aneinanderhängen, deuten auf Haaransammlungen im Magen hin, die sich z.B. durch die Aufnahme frisch gepressten Ananassaftes über mehrere Tage bis Wochen (je nach klinischem Bild) ausscheiden lassen. Sehr hellbraune Kotkügelchen sind die Folge einer zu frischfutterarmen Fütterung.

Fell & Haut im Anogenitalbereich

Im Normalfall sind die Genitalien sauber, trocken und von blassrosafarbener, intakter Haut überzogen. Das umgebende Fell ist sauber und trocken. Der Urin ist von aromatischem Geruch und meist trüb (da Kaninchen Kalzium über den Urin ausscheiden), bei frischfutterreicher Fütterung oft orange- bis dunkelrot, anderenfalls gelb.

Haben Sie Zweifel, ob ein Urin blutig ist oder nicht, schauen Sie ihn nach einigen Stunden noch einmal an. Handelt es sich um Futterfarbstoffe, verdunkelt er sich durch den Kontakt mit Sauerstoff. Blut hingegen verfärbt sich nicht. Auch Urin-Teststreifen (vom Tierarzt oder aus der Apotheke) können hier hilfreich sein. Im Zweifel - v.a., wenn sich das Kaninchen unnormal verhält - , ist ein zügiger Tierarztbesuch angezeigt.

Krankheitssymptome sind eine rötlich-gereizte oder bereits wunde, verschmutzte und/oder nasse Genitalregion, blutiger oder ausbleibender Urinabsatz, feuchtes / verklebtes Fell in der Umgebung usw.

Perinealtaschen

Die Perinealtaschen, auch "Geschlechtsecken" genannt, befinden sich seitlich der Genitalien und produzieren ein spezielles Sekret, welches individuelle Duftstoffe und somit Signalstoffe für Artgenossen enthält. Wenn das Kaninchen sich dieses Sekret nicht selber weg putzt, sollten Sie es entfernen, damit es sich nicht festsetzt und Entzündungen verursacht. Dazu fasst Ihre rechte Hand um den Brustkorb des Kaninchens und Sie setzen es wie ein Baby auf Ihren Schoß, sodass sein Rücken an Ihrem Bauch lehnt. Mit der linken Hand greifen Sie ein gut angefeuchtetes Wattestäbchen und massieren die Verschmutzungen damit heraus.

Im Normalfall sind die Perinealtaschen sauber, enthalten kaum sichbares Sekret und riechen nicht.

Eine Reinigung ist notwendig, wenn die Taschen mit eingetrocknetem, meist sehr unangenehm riechendem Sekret verklebt sind oder sich bereits größere Krusten gebildet haben.

Krankheitssymptome sind Rötungen, Schwellungen, Entzündungen und Schmerzhaftigkeit.