Fütterungsprobleme erkennen und beheben



Futterumstellungen

Geborgenheit durch Gesellschaft

Eine Futterumstellung ist vor allem dann notwendig, wenn ein Kaninchen bislang nicht optimal ernährt wurde; ferner bei bestimmten gesundheitlichen Problemen, doch prinzipiell gibt es so gut wie keine Erkrankungen, bei denen es helfen würde, sich von der ohnehin empfohlenen naturnahen Ernährung "wegzubewegen".

Sinnvolle Futterumstellungen

Folgende Situationen sind möglich:

Was muss wann beachtet werden?

Trockenfutter => Grünfutter

Diese Futterumstellung ist die wohl "schwierigste" (aber auch wichtigste), da die Darmflora sich auf eine Nahrung mit signifikant verändertem Flüssigkeitsgehalt umstellen muss. Damit ein Kaninchen überlebt, ist es notwendig, dass die Darmflora sich auch ungesunder Nahrung bestmöglich anpasst.

Wird das ungesunde Futter nun abrupt durch ein gesundes ersetzt, kann sie sich nicht schnell genug umstellen, um es verwerten zu können. Die Folgen können Durchfall oder sogar lebensbedrohliche Aufgasungen sein. Das Risiko ist hier umso höher, je schlechter verträglich die vorangegangene Nahrung war: So ist die Umstellung auf Grünfutter relativ unproblematisch, wenn zuvor lediglich Trockenfuttersorten gereicht wurden, die gut verträglich sind (z.B. Heu, Trockenkräuter, -blätter und -blüten, Struktur-Müsli).

Schwieriger wird es, wenn der Kaninchendarm durch schädliche Nahrungsmittel wie Weizen, Pellets, Zuckerzusätze, Milch- oder Mehlprodukte vorbelastet ist. Diese Nahrungsmittel sollten sofort entfernt und durch die o.g. besser verträglichen Trockenfuttersorten ersetzt werden.

Erst, nachdem das Kaninchen 1-2 Wochen lang ausschließlich gut verträgliche Trockenfuttersorten erhalten hat, sollte allmählich das Grünfutter eingeführt werden.

Auf die Weise hat der Darm ausreichend Zeit, sich erst einmal zu regenerieren, ehe er sich an etwas Neues anpassen muss.

Der Grünfutter-Anteil sollte über 1-2 Wochen hinweg langsam gesteigert werden, bis es schließlich ständig verfügbar ist.

Rohfaserarme Frischfuttersorten => Grünfutter

Die Grünfuttermenge wird über etwa eine Woche hinweg bis zum Ad-Libitum-Angebot gesteigert. Währenddessen wird der Anteil des rohfaserarmen Frischfutters (Wurzelgemüse, Gurke, Obst usw.) langsam reduziert.

Bei normalgewichtigen Kaninchen muss es nicht komplett vom Speiseplan gestrichen werden, sondern kann ihn im Gegenteil sehr vielseitig bereichern.

Im Falle von Übergewicht oder der Neigung zu Verdauungsproblemen sollten rohfaserarme Frischfuttersorten zunächst komplett ausgeschlichen werden. Hat das Kaninchen sein Normalgewicht erreicht bzw. ist die Verdauung stabil, kann das Wurzelgemüse (und in Leckerli-Mengen auch das Obst) allmählich wieder eingeführt werden.

Tasten Sie sich in jedem Fall langsam an die Menge heran, die noch keine Gewichtszunahme bzw. Verdauungsprobleme auslöst. Führen Sie nicht alle Sorten auf einmal wieder ein, sondern eine nach der anderen. Beginnen Sie mit gut verträglichen Sorten wie z.B. Karotte, Sellerie und Apfel.

Zahnpatienten sollten, sofern sie ihr Gewicht damit halten, möglichst gar keine rohfaserarmen Futtersorten erhalten, sondern ausschließlich Grünfutter, Zweige, Heu und evtl. kleine Mengen Trockenkräuter, -blätter und -blüten. Denn: Je mehr Rohfaser sie aufnehmen, desto intensiver erfolgt der Zahnabrieb und desto seltener müssen sie zur Zahnkorrektur, bzw. desto geringer ist das Risiko einer Kieferabszessbildung.

Streichen ungesunder Nahrungsmittel

Sofern die Kaninchen außerdem Grünfutter und Heu erhalten, sollten die o.g. schädlichen Nahrungsmittel umgehend vom Speiseplan entfernt werden und die übrigen gewohnten, verträglichen Nahrungsmittel weiter gefüttert werden wie bisher. Falls das Grünfutter rationiert angeboten wird, wird seine Menge über 1-2 Wochen hinweg langsam gesteigert bis zur Ad-Libitum-Fütterung.

Schädliches Trockenfutter => verträgliches Trockenfutter

Kaninchen, die bisher massiv fehlernährt wurden - d.h. mit schädlichen Nahrungsmitteln (s.o.) und (fast) ohne Grünfutter - , sollten zunächst auf ein verträgliches Trockenfutter umgestellt werden, ehe die Grünfuttermenge erhöht wird. Auf die Weise kann sich der Darm zunächst regenerieren, ehe er mit etwas Neuem "konfrontiert wird.

Der Wechsel von schädlichem auf verträgliches Trockenfutter kann und sollte sofort erfolgen.

Durch den unveränderten Wasseranteil sind keine Probleme zu erwarten, und der Darm wird umgehend entlastet. Verträgliche Trockenfutterarten sind z.B. Heu, Trockenkräuter, -blätter- und blüten sowie strukturierte, naturbelassene Futtermischungen (z.B. Nösenberger Struktur-Müsli).

Das verträgliche Trockenfutter sollte über 1-2 Wochen gereicht werden, ehe mit der Umstellung auf Grünfutter begonnen wird. Für diese wiederum sollten etwa 1-2 Wochen eingeplant werden.

Wiesengrün => Blattgemüse & Küchenkräuter

Diese Umstellung ist aufgrund des gleich bleibenden Wassergehaltes sehr unproblematisch und kann sofort erfolgen. Auch kann im Sommer durchaus mal für einen Tag das Wiesengrün durch Blattgemüse ersetzt werden.

Blattgemüse & Küchenkräuter => Wiesengrün

Auch diese Umstellung ist relativ unproblematisch. Lediglich im Frühjahr sollte sie über einige Tage hinweg erfolgen, da die jungen Pflanzen im Gegensatz zum Wintergrünfutter einen relativ hohen Eiweißgehalt besitzen. Dieser kann bei komplett ausbleibender Gewöhnung zu Aufgasungen führen.

Vorgehensweise, um schrittweise umzustellen

Folgende Strategien haben sich bei der Umstellung auf Grünfutter bewährt:

Gibt es weiterhin Probleme mit der Futterumstellung? Hier finden Sie viele hilfreiche Tipps für "Extremfälle":