Einrichten und gestalten

Standard-Einrichtung

Geborgenheit durch Gesellschaft

Allgemeines

Die Standard-Einrichtung im Kaninchenzuhause umfasst in diesem Artikel alle Gegenstände, die ein Kaninchen benötigt, um seinen Grundbedürfnissen jederzeit nachzugehen. Dies wären insbesondere:

Desweiteren notwendig sind:

Ein Kaninchenzuhause lässt sich am besten gestalten, indem Sie Ihrer Fantasie freien Lauf lassen - unter Beachtung der Verhaltensweisen, welche Sie Ihren Tieren ermöglichen möchten; d.h. verstecken, unter einer Überdachung ausruhen, auf Gegenstände springen und Ausschau halten, durch Tunnel / schmale Öffnungen schlüpfen, aber auch ein ungehindertes Rennen.

Letzteres setzt voraus, dass das Kaninchenzuhause nicht so sehr zugestellt wird, dass es die Kaninchen an daran hindert, ihren Bewegungsdrang auszuleben. Dies können Sie leicht umsetzen, indem Sie z.B. den Rand des Geheges, Zimmers oder Balkones frei lassen, sodass die Tiere eine gewisse Strecke, am besten sogar eine Runde ohne Hindernisse in schnellem Tempo bewältigen können.

In der Mitte des Kaninchenzuhauses können Sie dafür ausgefallene Abenteuerlandschaften anlegen.

Höhlen

Ob groß, ob klein, geschreinert oder inform eines einfachen Pappkartons - Kaninchen lieben sämtliche Arten von Höhlen.

Ein unangefochtener Favorit sind Baumhöhlen direkt aus der Natur - d.h. aus dicken Ästen, Baumscheiben und Rindenstücken zusammengestellte Unterschlüpfe.

Ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis bieten weiterhin Pflanzsteine und Gehwegplatten aus dem Baumarkt / Gartencenter. Sie sind nicht nur günstig, sondern bei Kaninchen auch sehr beliebt und Spitzenreiter in puncto Stabilität, Krallenabrieb, Schattenspender sowie Langlebigkeit. Zudem eignen sie sich nicht nur als einfache Höhlen, sondern zusammengestellt auch als mehrstöckige "Villen". Sie bieten außerdem ideale Aussichtsplattformen, können zu Tunneln zusammengestellt werden und als Untersatz für Schutzhütten sowie Zimmermöbel dienen, um den Tieren keine Fläche zu verstellen.

Wenn Sie nicht gerade ein Pärchen bei sich aufnehmen, das bereits sehr friedlich zusammenlebt und bei dem auch künftig nicht mit Reibereien zu rechnen ist, sollten Sie darauf achten, jede Höhle mit mindestens zwei Eingängen zu versehen. Bei Streitigkeiten sitzt das unterlegene Tier anderenfalls „in der Falle“ und es kann zu unschönen Verletzungen kommen.

Gerade bei einer reinen Häsinnenhaltung, einer größeren Gruppe oder einer bevorstehenden Vergesellschaftung ist dies von großer Bedeutung.

Häuschen

Im Zoofachhandel lassen sich schier endlos viele Varianten von Häuschen erwerben. Als Schutzhütten für die Außenhaltung gänzlich ungeeignet, leisten sie zum Spielen und Verstecken zum Teil gute Dienste.

Falls Sie mindestens zwei Eingänge pro Unterschlupf einplanen, achten Sie darauf, keine zu kleinen Häuschen zu erwerben - sonst haben diese hinterher nicht mehr viel von einer Höhle.

Kaufen Sie nach Möglichkeit immer Häuschen mit Flachdach – die Kaninchen lieben es, hinaufzuspringen und Ausschau zu halten. Ein spitzes Dach bietet lediglich dem Auge des Besitzers einen Vorteil.

Gerade Kaninchen, die nicht ständig Nagematerial in Form von Zweigen zur Verfügung haben, weichen diesbezüglich gerne einmal auf ihr Häuschen aus. Aus diesem Grund sollten Sie unbedingt auf unbehandeltes oder ungiftig behandeltes Holz achten.

Holzkisten

Ob im Baumarkt oder am Obststand, Holzkisten bekommt man fast überallher zu günstigen Preisen. Zwar verwittern sie mit der Zeit, doch bis dahin können sie für viel Spaß im Kaninchengehege sorgen. Neben Kuschel- oder Buddelwannen kann man auch hübsche kleine Höhlen mit praktischem Flachdach daraus anfertigen. Lediglich die Ein- und Ausgänge müssen Sie per Säge einfügen, anschließend wird die Kiste mit dem Boden nach oben aufgestellt – fertig.

Baumhöhlen

Vor allem im Sommer dösen die Tiere oft stundenlang in der Geborgenheit ihrer kühlen Baumhöhlen. Und das Schönste: Man kann sie jederzeit wieder abbauen und neue, etwas andere Höhlen aus dem Material konstruieren.

Wer über ein Auto verfügt, kann Baumstücke zu bestimmten Jahreszeiten oder nach einem Sturm in großer Zahl aus dem Wald beziehen und Kaninchenträume wahr werden lassen. Dicke Äste, Stammscheiben, Rinden- und Wurzelstücke – all das lässt sich mit etwas Geschick zu herrlichen Höhlen zusammenstellen, besonders, wenn die „Bauelemente“ gebogen sind, über viele Ecken und Kanten verfügen. Kleinere Rindenstücke können zum Verschluss von Lücken dienen.

Wichtig ist natürlich die Stabilität – keinesfalls darf die Gefahr bestehen, dass die Höhlen über oder unter dem Kaninchen zusammenbrechen! Benutzen Sie als „Fundament“ daher nur Teile, die schwer genug sind, um nicht umgerissen werden zu können, und testen Sie während des Bauens immer wieder, ob die Höhle nach allen Seiten und aus allen Richtungen einem gewissen Gewalteinsatz standhält.

Besitzt die Höhle ein Flachdach, eventuell sogar eine zweite Etage, vermeiden Sie unbedingt Spalte, in denen die Tiere mit ihren Beinen hängen bleiben können! Zum Verschluss eignen sich kleinere Baumteilchen. Eine kräftige Schicht Heu oder Stroh zur Ebnung und Polsterung bildet den Abschluss.

Pappkartons

In Innenhaltung stellen Pappkartons eine höchst preisgünstige und einfache Möglichkeit dar, Höhlen oder sogar ganze Höhlenlandschaften zu kreieren. Sie brauchen lediglich ein bis zwei Einschlupflöcher in die Wände zu schneiden.

Auf diese Weise lassen sich kinderleicht richtige Abendteuerlandschaften erzeugen. In unterschiedlichen Breiten- und Höhenmaßen, mit Variationen in Anzahl und Größe der Ein- und Ausgänge, im Gehege verteilt oder mit Durchschlüpfen aneinandergereiht – der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Während sie in Außengehegen schnell dem Regen oder Wind zum Opfer fallen, sind sie bei Innenhaltung allenfalls durch die Zähne zerstörungswütiger Kaninchen gefährdet. Glücklicherweise darf an Pappkartons bedenkenlos genagt werden und der anschließende Ersatz stellt selten ein Problem dar.

Es empfiehlt sich, Kartons aus möglichst fester Pappe zu verwenden, da die Kaninchen auch hier gerne hinaufspringen – und daran schnell den Gefallen verlieren, wenn ihnen der Boden unter den Füßen einknickt.

Stoffhöhlen

Feste, 100%ige Stoffhöhlen lassen sich als meist nicht ganz preisgünstige Katzenunterschlüpfe im Zoofachhandel erwerben. Je nach Kaninchen werden diese jedoch mehr oder weniger schnell verschmutzt und müssen häufig gewaschen werden.

Es gibt allerdings schöne Alternativen: Haben Sie schon einmal beobachtet, wie magisch sich Kaninchen von Tischdecken anziehen lassen, die bis zum Boden reichen? Vereinfacht können Sie einen Stuhl oder Hocker verwenden, über den Sie ein Tuch hängen.

Alternativ können die Tücher aufgespannt werden. Hierbei ist zu beachten, dass sie entweder an mindestens drei Punkten sicher befestigt werden oder so hoch hängen, dass die Kaninchen keine Möglichkeit haben, hinaufzuspringen und „einzustürzen“.

Seitlich offene Unterschlüpfe

Nicht nur Höhlen sind im Kaninchenzuhause unverzichtbar, um den Kaninchen einen dunklen, rundum verschlossenen Rückzugsort anzubieten, der ihnen Ruhe und Sicherheit vermittelt und in den sie sich zurückziehen können.

Auch niedrige, überdachte, jedoch an ein bis drei Seiten unverschlossene Unterstände sollten in keinem Kaninchenzuhause fehlen: Sie werden liebend gerne in Ruhephasen aufgesucht, da sie einerseits "Schutz von oben" bieten, andererseits die Umgebung gut im Blick behalten wird.

Mit einem Dach unmittelbar über dem Kopf fühlen sich Kaninchen schon viel sicherer als unter "freiem Himmel". Gerade für schüchterne, vorsichtige Kaninchen kann es von großer Bedeutung sein, wenn sie sich zugleich einigermaßen geschützt fühlen und ihre Umgebung rundum überblicken können. Unter überdachten Bereichen wird sich schon viel eher getraut, etwa aus der Hand zu fressen oder sich die Stirn kraulen zu lassen.

Viele Möbelstücke an sich bieten sich für seitlich offene Unterschlüpfe bereits optimal an - z.B. Schränke, Sofas oder Regale auf Beinen, Hocker, Stühle, niedrige Tische usw.. Möbel, die mit ihrer gesamten Bodenfläche direkt auf dem Boden stehen, können Sie auf kleine maßgeschneiderte "Tischchen" stellen, die Sie z.B. aus einem starken Brett und vier Beinchen zusammenbasteln. Alternativ eignet sich eine quer über mehrere Pflanzsteine gelegte Gehwegplatte (beides erhältlich im Baumarkt / Gartencenter).

Der Allrounder: Pflanzsteine

Sie sind in jedem Baumarkt in vielen unterschiedlichen Formen und Größen zu geringen Preisen erhältlich und bei Kaninchen ein absoluter Renner: Mit einer zur Krallenabnutzung optimalen Oberflächenstruktur, als unübertrefflich stabile, witterungsfeste Höhlen, Stufen, Tunnel und Aussichtsplätze, im Sommer auch als kühle Aufenthaltsorte können die Kaninchen sie auf diverse Weise nutzen. Auch zur Sicherung von Lücken - etwa in Balkonmauern - , zur Abdeckung von Kabeln oder Stabilisierung unterschiedlicher Konstruktionen leisten sie nützliche Dienste. Aus mehreren Pflanzsteinen lassen sich herrliche Steinhöhlen mit mehreren Kammern, Ebenen und Eingängen bauen.

Tunnel

Tunnel aller Art sind bei Kaninchen heiß begehrt.

Erhöhte Ebenen

Zu den alltäglichen "Ritualen" eines Kaninchens gehört es auch, erhöhte Ebenen aufzusuchen, um die Umgebung optimal überblicken zu können. Kaninchen, die sich in ihrer Umgebung sicher fühlen, machen auch gerne einmal ein Nickerchen in "luftiger Höhe".

Einfache Aussichtspunkte können Sie in Form von Flachdachhäuschen und -unterständen, Holzkisten, Pflanzsteinen, erhöht angebrachten Brettern und Baumstümpfen aus dem Wald schaffen.

Ist eine Ebene zu hoch für die Kaninchen, um sie (gefahrlos) mit einem Sprung erklimmen und wieder verlassen zu können, bauen Sie einfach eine Stufe in Form einer niedrigeren Ebene ein oder eine Rampe an.

Besonders beliebt sind mehrstöckige "Kletterregale". Ganz oben bieten sie die beste Aussicht und - in Außenhaltung - evtl. einen tollen Platz zum Sonnen; eine mittlere Ebene stellt zugleich Aussichtsplattform und geschützten Bereich dar, da die Kaninchen hier ein Dach über dem Kopf haben.

Übergänge von einer Ebene in die Nächste können Sie in Form von Löchern schaffen, die Sie in das jeweils dazwischen befindliche Brett sägen. Darunter sollte eine Stufe positioniert werden, um einen problem- und gefahrlosen Auf- und Abstieg zu ermöglichen.

Sehr hoch gelege Ebenen sollten Sie mit Plexiglas versehen, damit die Kaninchen nicht hinabstürzen und sich verletzen können. Alternativ möglich, jedoch hinderlich für eine gute Aussicht wäre die Anbringung eines Gitters.

Pflanzsteine, über die quer eine Gehwegplatte gelegt wird, ermöglichen es Ihnen, darauf eine oder mehrere weitere Ebenen zu bauen. Als Stufen können weitere Pflanzsteine genutzt werden.

Buddelkisten

Mit ungedüngter Erde oder Spielsand gefüllt, stellen Holzkisten oder überdachte Katzentoiletten vor allem in Innenhaltung, aber auch auf dem Balkon oder in Gartengehegen mit Steinboden eine willkommene Buddelmöglichkeit dar.

Bedenken Sie, dass Kaninchen diese Möglichkeit oft so freudig nutzen, dass seitliche Einschlupflöcher dazu führen, dass der Inhalt der Kiste binnen kürzester Zeit im ganzen Zimmer verstreut ist. Dies gelingt selbst bei Katzentoiletten mit Klapptüren ohne Probleme.

Besser geeignet sind daher seitlich rundherum verschlossene Holz- oder Plastikkisten, die entweder hoch genug sind, um auf eine Überdachung zu verzichten, oder deren Dach mit einem Einschlupfloch versehen wird. In diesem Fall darf die Kiste wiederum nicht zu hoch sein, damit die Kaninchen auch ohne Schwierigkeiten wieder hinaus gelangen.