Einrichten und gestalten

Toilette, Untergrund & Streu

Geborgenheit durch Gesellschaft

Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt

Abschnitte auf dieser Seite:

...im Außengehege

Außengehege sind natürlich am schönsten und nützlichsten für die Kaninchen, solange der Bodenuntergrund noch aus frischem Grün besteht. Allerdings ist dieses in der Regel binnen weniger Wochen kahlgefressen, -getreten und oftmals auch untergegraben. In überdachten Gehegen können Sie es anschließend bei Erde belassen, anderenfalls leistet Rindenmulch gute Dienste, da er bei Regen weniger matschig wird. Achten Sie darauf, dass er nicht von giftigen Bäumen stammt.

Stroh, Heu, Sägespäne oder Kleintierstreu sind in Außengehegen grundsätzlich ungeeignet, da sie nach einmaliger Befeuchtung schnell muffig werden und schimmeln. Dies kann zu Atemwegserkrankungen und bei Verzehr zu schweren Verdauungsstörungen führen. Auch eine Überdachung bietet an nass-windigen Tagen keinen Schutz, da der Regen seitlich ins Gehege eintritt.

Abwechslung ist gegeben, wenn Sie mehrere verschiedene Böden einrichten – z.B. Erde, Sand, Rindenmulch und unterschiedlich feinen Kies. Ein mit Steinplatten ausgelegter Bereich hilft bei der Krallenabnutzung und bietet im Sommer unter Beschattung einen angenehm kühlen Aufenthaltsort.

...auf dem Balkon

Balkone brauchen während der warmen Jahreszeit nicht eingestreut zu werden, im Gegenteil: Bei ausreichender Beschattung empfinden die Kaninchen den (schattigen) Boden meist als angenehm kühl. Wichtig sind erhöhte Ebenen und eine eingestreute Schutzhütte, damit sie der Bodenkälte bei Bedarf ausweichen können. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Kaninchen bei offen stehender Balkontür keinen Schmutz mit in die Wohnung tragen.

Es empfiehlt sich jedoch, Balkone mit einer dünnen Schicht PVC-Boden auszulegen - er ist deutlich leichter zu reinigen als Beton. Um mehr Halt beim Hoppeln zu bieten, können darüber waschbare Teppiche verlegt werden.

Im Winter sind nackte Betonböden zu kalt. Hier ist eine Bodenbedeckung notwendig, die den Witterungseinflüssen standhält - beispielsweise PVC.

Optimal zur Befriedigung des Grabebedürfnisses, jedoch insbesondere bei Regen- und Schneefällen deutlich schwerer sauberzuhalten sind Bodenbeläge wie Erde, Rindenmulch oder Sand.

Strohmatten eignen sich, solange die Kaninchen zum Urinieren Toilettenschalen o.ä. aufsuchen. Anderenfalls werden sie im Nu verschmutzt und müssen ersetzt werden, da eine Säuberung nur sehr begrenzt möglich ist. Bei reinlichen Kaninchen hingegen sind sie ein für Mensch und Tier angenehmer Untergrund, da sie kälteisolierend wirken, keinen Schmutz verursachen, Halt beim Hoppeln und ein weiches Sitzpolster bieten.

Kleintierstreu, Sägespäne, Stroh und Heu sind auf Balkonen aus demselben Grund ungeeignet wie im Außengehege: Die witterungsbedingte Befeuchtung – bei nur einseitig geöffneten Balkonen zumindest in Brüstungsnähe – lässt die Streu erst muffig und schließlich schimmelig werden, was den Atemwegen schadet und bei Verzehr schwerwiegende Verdauungsstörungen verursacht.

...in der Schutzhütte

Schutzhütten benötigen eine möglichst kälteisolierende Einstreu. Dazu eignet sich eine dicke Schicht Sägespäne oder Holzpellets, die mit reichlich Heu oder noch besser Stroh bedeckt wird. Die Späne bieten eine gute Isolation und schützen den Holzboden vor einem Großteil des Urins – ganz im Gegensatz zu Sand, Erde und Rindenmulch, die nicht besonders saugfähig sind.

Diese Heu- oder Strohschicht bietet den Kaninchen ein angenehmes Sitz- und Liegepolster, duftet aromatisch und ist aus diesen Gründen sehr komfortabel für die Tiere. Ein weiterer Vorteil besteht in ihrer Eigenschaft, Urin nach unten abzuleiten; selbst Kotkügelchen fallen meist hindurch, sodass sich Verschmutzungen nicht auf der oberen Schicht konzentrieren.

...in der Wohnung

Bei freier Wohnungshaltung sollte zumindest ein großflächiges Zimmer mit Teppichen ausgelegt sein.

Dies ermöglicht den Kaninchen einen optimalen Halt beim Hoppeln. Verzichten Sie jedoch auf langfaserige Modelle, die bei Verzehr gefährlich werden könnten. Nehmen Sie vorzugsweise gezielt Kaninchen bei sich auf, von denen Ihnen der aktuelle Besitzer bzw. die Pflegestelle aus eigener Erfahrung versichern kann, dass sie stubenrein sind und auch weichen Untergrund nicht als Toilette "interpretieren". Sollte dies doch der Fall sein, können Sie anstelle eines Teppichs auch einen möglichst stark angerauten PVC-Boden verwenden.

Um Parkett oder nicht-waschbare Teppiche vor Urin zu schützen (der insbesondere während der Eingewöhnungsphase oder einer Vergesellschaftung verteilt wird, um das Revier zu markieren), eignet sich eine Abdeckung aus PVC. Ist dies problematisch - meist, wenn freie Wohnungshaltung geplant ist - können Sie die Kaninchen während der Eingewöhnungsphase in einem Zimmergehege oder einem einzelnen Raum unterbringen und nur dort vorübergehend PVC verlegen.

Kaninchenzimmer - also Zimmer, die ausschließlich für die Kannchen eingerichtet werden - , können Sie, sofern der Boden und die Wände gegen das Eindringen von Flüssigkeiten gut geschützt sind, theoretisch komplett einstreuen. Dies kann z.B. bei der Haltung größerer Gruppen sinnvoll sein, die selten stubenrein werden. Als Einstreu eignen sich Sägespänen oder Holzpellets und anschließend einer Schicht Heu oder Stroh. Bei stubenreinen Kaninchen (i.d.R. bei Paarhaltung) empfiehlt es sich jedoch, lediglich Toilettenschalen mit Holzpellets anzubieten.

Ein Erdhaufen oder eine mit Erde gefüllte Kiste ist empfehlenswert, damit die Kaninchen ihr Grabebedürfnis ausleben können.

Zimmergehege können – abhängig davon, wie reinlich die Kaninchen sind – lediglich mit Teppichen oder mit PVC ausgelegt werden.

Der PVC-Boden kann wiederum mit Teppichen ausgelegt werden - oder Sie streuen komplett ein. Belassen Sie es aber in jedem Fall bei einer dünnen Schicht, da der Boden ansonsten zu weich ist, als dass die Tiere noch vernünftig umhertoben könnten.

Verwenden Sie ein Holz- oder Plexiglasgehege, bleibt der umliegende Boden in der Regel relativ sauber. Anders sieht es bei Gitterumrahmungen aus. Hier kann ein zusätzlicher, niedrigerer Rahmen aus Holz oder Kunststoff rund ums Gehege helfen, die Verschmutzung einzudämmen.

Äußerst "anwenderfreundlich" sind Holzpellets. Sie verteilen sich nicht durch den Raum wie Späne oder Heu und wirken sehr stark geruchsbindend.

...in Toilettenschalen

Toilettenschalen für Wohnung oder Balkon werden mit Sägespänen, Holzpellets, seltener Erde, Sand oder Rindenmulch eingestreut – je nach Ihren eigenen sowie den Vorlieben Ihrer Kaninchen. Gibt es bei der “Erziehung” zur Stubenreinheit Schwierigkeiten, kann ein Streuwechsel helfen. Um das herauszufinden, stellen Sie idealerweise mehrere, mit unterschiedlichen Streusorten gefüllte Schalen auf und beobachten Sie, welche von den Tieren bevorzugt genutzt wird.

Grundsätzlich sind alle oben genannten Streusorten erfolgsversprechend, wenn der Toilettenplatz attraktiv gestaltet wird.

Sehr beliebt sind großzügig bemessene Toilettenschalen (Kaninchen legen sich gerne gemeinsam hinein) unter seitlich offenen Unterständen, die den Kaninchen gleichzeitig ein Dach über dem Kopf und einen guten Überblick über die Umgebung bieten. Desweiteren erleichtern sich Kaninchen gerne an ihrem Futterplatz. Daher empfiehlt es sich, die Futterraufen direkt am Unterstand zu befestigen, sodass die Kaninchen beim Fressen automatisch in ihrer darunter befindlichen Toilettenschale sitzen.

Generell verursachen mit Holzpellets gefüllte Toilettenschalen die geringsten Verschmutzungen und binden Gerüche am besten.

Bei stubenreinen Kaninchen und einer regelmäßigen Reinigung der Toiletten (je nach Größe und Anzahl der Toiletten sowie Anzahl der Kaninchen alle 1-7 Tage) entstehen aber auch in anderweitig eingestreuten Toiletten keine Gerüche.

Benutzen Ihre Kaninchen ihre Toiletten nicht ganz von selbst, können Sie sich unter dem folgenden Link informieren: