Kaninchen sind keine Käfigtiere

Freiheitsdrang

Geborgenheit durch Gesellschaft

Das Gefühl des Eingesperrtseins ist für Kaninchen nicht nur an sich unangenehm, sondern verwehrt ihnen die Befriedigung einer Reihe natürlicher Bedürfnisse. Bedingt durch den von Natur aus schnellen Wechsel an Ruhe- und Aktivitätsphasen ist es für das Wohlbefinden des Kaninchens von unschätzbarer Bedeutung, rund um die Uhr all seinen Grundbedürfnissen nachgehen zu können.

Demzufolge ist es mehr als nur unzureichend, die Tiere ein paar Stunden am Tag oder auch den ganzen Tag über herumhoppeln zu lassen, wenn sie im Gegenzug auch über mehrere aufeinanderfolgende Stunden (z.B. nachts) eingesperrt werden.

Dass die Kaninchen "nachts ohnehin schlafen", ist ein weitverbreiteter Irrglaube, denn kein gesundes Kaninchen möchte die ganze Nacht über oder auch nur über mehrere Stunden hinweg ruhen, geschweige denn schläft es ebenso viel wie der Mensch.

Kann ein Kaninchen nicht im ständigen Wechsel ruhen, hoppeln, fressen, schlafen, erkunden, rennen, die Umgebung sichern, springen usw., ist sein Wohlbefinden beeinträchtigt. "Bestenfalls" (jedenfalls in den Augen des Besitzers) arrangiert es sich mit der Situation und döst "brav" gelangweilt vor sich hin; häufig entwickelt es aber auch Verhaltensstörungen wie permanentes Scharren am Käfigboden, Gitternagen oder Aggressionen dem Besitzer gegenüber - resultierend aus Langeweile auf der einen, aus der Vorenthaltung seiner Grundrechte auf der anderen Seite.

Es kann ebenso zu frustrationsbedingten Unverträglichkeiten zwischen den auf engen Raum zusammengesperrten Kaninchen kommen, d.h. sie gehen sich schlichtweg gegenseitig "auf die Nerven" und machen auf den unwissenden Besitzer den völlig verkehrten Eindruck, sich nicht zu mögen und getrennt werden zu müssen.

Die von Natur aus aktivste Phase der Kaninchen reicht von den frühen Abendstunden bis zum Morgengrauen. Somit gibt es keine ungünstigere Zeit als die Nacht, um seinen Kaninchen eine Stall- oder Käfighaltung zuzumuten.