Kaninchen sind keine Käfigtiere

Ausweichmöglichkeiten

Ausweichmöglichkeiten

Wie für nahezu alle Tiere ist es für Kaninchen sehr wichtig, sich gegenseitig aus dem Weg gehen zu können, wenn sie das Bedürfnis dazu verspüren. In dieser Hinsicht stehen sie uns Menschen in nichts nach: So gern wir uns auch in Gesellschaft befinden, es gibt immer einmal einen Zeitpunkt – und sei es nur zum Schlafen –, zu dem wir ganz einfach unsere Ruhe haben möchten. Die wenigsten Personen können 24 Stunden am Tag „aneinanderkleben“, ohne sich früher oder später gegenseitig auf die Nerven zu gehen. Dies gilt auch für unsere Tiere: Es mag Kaninchenpaare geben, die selbst im Käfig nie miteinander streiten, doch ist es nur allzu normal, wenn auch Rudeltiere sich auf engem Raum zeitweise nicht verstehen.

Solange die Tiere sich nicht ernsthaft attackieren, ist dem Besitzer der massive Stress, unter dem sie stehen, meist nicht einmal bewusst.

Nicht selten - gerade unter Häsinnen - kommt es jedoch dazu, dass die Situation eines Tages eskaliert und sich die Kaninchen gegenseitig vehement angreifen, was bei mangelndem Platzangebot äußerst gefährlich ist; Verteidigungs- oder Fluchtversuche können auf engem Raum schwere Verletzungen zur Folge haben.

Solche im Grunde vorprogrammierten Auseinandersetzungen werden vom Laien gerne dahingehend interpretiert, dass die Kaninchen sich nicht mögen und getrennt werden müssen, obgleich einzig und allein die unzureichenden Haltungsbedingungen schuld an der misslichen Lage sind und eine dahingehende Optimierung angesagt wäre - und nicht etwa, dem Kaninchen durch eine Isolationshaltung noch größeres Leid anzutun!

Es ist traurige Realität, dass viele Kaninchen, die als Jungtiere gemeinsam angeschafft wurden, nach wenigen Monaten dauerhaft getrennt werden, „weil sie sich nur noch streiten“. Dabei bleibt völlig unberücksichtigt, welch einem Stress die Tiere zwangsläufig ausgesetzt werden, wenn ihnen die Möglichkeit genommen wird, sich bei Bedarf gegenseitig auszuweichen.