Grundbedürfnisse

Kaninchen sind keine Käfigtiere

keine Käfigtiere

Kein Tierliebhaber der heutigen Zeit würde auf die Idee kommen, einen Hund oder eine Katze regelmäßig in einen Käfig zu sperren.

Diese Überlegung wirft die Frage auf, weshalb noch immer so viele Kleintiere mit dieser Art der Haltung "gestraft" werden.

Wenn man einmal darüber nachdenkt, wie sich ein Mensch unter ähnlichen Bedingungen fühlen würde, erscheint es schier unvorstellbar, dass die Haltung von Kaninchen in Käfigen oder Ställen noch heute von einem Großteil der Bevölkerung als "normal" erachtet und toleriert wird.

Auf den Menschen übertragen sähe die "traditionelle" Kaninchenhaltung in etwa so aus: 20 Stunden oder mehr täglich in einem Raum von vielleicht 6qm, eingerichtet lediglich mit einem Bett, einem gut gefüllten Kühlschrank und einer Toilette.

Womit wüsste sich ein auf diese Art lebender Mensch zu beschäftigen? Wie viel Zeit am Tag würden er wohl damit verbringen, aus Langeweile zu essen oder einfach nur stumpfsinnig herumzusitzen oder zu schlafen? Wie lange würde er sich wohl mit einem Mitmenschen verstehen, der sich die ganze Zeit über in unmittelbarer Nähe befindet, ohne jegliche Privatsphäre? Wäre der Mensch ausreichend „entschädigt“, wenn er für wenige Stunden täglich „frei“ in Wohnung und Garten herumlaufen könnte?

Immerhin wären für den Menschen wenigstens die Nächte erträglich, da wir es gewohnt sind, acht Stunden am Stück durchzuschlafen. Das wechselaktive Kaninchen wäre schon aufgrund seiner Verdauungsanatomie nicht dazu in der Lage, eine Ruhe- oder Schlafphase über mehrere Stunden hinweg auszudehnen. Seine Ruhe- und Aktivitätsphasen wechseln -zigfach binnen 24 Stunden, insbesondere nachts und während der Dämmerungsstunden ist es allerdings besonders aktiv.

Dementsprechend hoch ist der Leidensdruck der Tiere, gerade dann, wenn sie im Grunde hellwach und energiegeladen sind, auf engem Raum ausharren und sich regelrecht zu Tode langweilen zu müssen.

Als Faustregel gilt: Je nach Größe der Kaninchen sind pro Individuum 2-3qm - bei Riesenrassen rund 10qm - dauerhaft zur Verfügung gestellte Fläche das Minimum.

Unter Nichteinhalten dieser Richtlinie ist eine tiergerechte Haltung nicht möglich. Demzufolge kann eine tiergerechte Kaninchenhaltung ausschließlich in Gehegen oder komplett frei (im Zimmer, kompletten Haus oder auf dem Balkon) erfolgen.

Freie Zimmer-/ Wohnungshaltung sowie die Unterbringung im Außengehege erfordern verschiedene, umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen; die Haltung im Zimmergehege oder frei auf dem Balkon hingegen ist i.d.R. vergleichsweise einfach zu realisieren - jedoch meist auch mit weniger Fläche verbunden.

Die Propaganda für die Käfighaltung dient u.a. in hohem Maße dem Verdienst der Futtermittelindustrie, Zooläden usw., die sich einerseits an den Käfigen selbst, ganz besonders aber auch daran bereichern, der Bevökerung das Bild des pflegeleichten, anspruchslosen Kaninchens zu vermitteln.

Weiterhin untermalt wird dieses Bild durch den Verkauf massiv gesundheitsschädlicher Futterpräparate wie z.B. Körnermischungen oder Pellets, mit denen man die Tiere "so schön einfach" versorgen könne.

Am schwersten wiegt jedoch der Verkauf lebender Tiere an sich in Zooläden, Kaufhäusern usw.. Das Angebot von Hunden und Katzen im Laden würde gesellschaftlich nicht mehr toleriert und wird daher natürlich auch nicht mehr praktiziert. Kaninchen und Nagetiere hingegen werden offenbar noch immer gerne als "Tiere 2. Klasse" betrachtet, die man quasi wie Ware im Verbeigehen mit in den Wagen packen kann - aus einer spontanen Laune heraus, ohne jegliche vorherige Information oder Vorbereitung.

Die neben Kaninchen häufigsten Opfer dieser Einstellung sind die für Käfighaltung, eine Ernährung mit Trockenfutter oder als "Streicheltiere" ebenfalls absolut ungeeigneten Meerschweinchen.

Würde dieser Wahnsinn gestoppt, würden weitaus mehr Menschen erkennen, dass sie den Bedürfnissen der Tiere nicht gerecht werden können, und verantwortungsvollerweise von vornherein auf die Anschaffung verzichten.

So lässt sich tiergerechte Haltung umsetzen:

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