Gesellschaft durch Artgenossen

Geborgenheit durch Gesellschaft

Geborgenheit durch Gesellschaft

In der Wildnis leben Kaninchen in großen Gruppen zusammen. Die Geselligkeit ist den meisten Beutetieren eigen und oft die einzige Möglichkeit, die großen raubtierbedingten Verluste ihrer Art auszugleichen – denn wenn sich viele Tiere ein Revier teilen, ist insgesamt logischerweise für mehr von ihnen „Platz“, als beanspruchte jedes von ihnen ein Gebiet für sich allein.

Doch auch dem Indiviuum bietet die Gruppe Sicherheit, denn zwanzig Ohrenpaare hören besser als eines – bereits ein einziger aufgeregter Artgenosse wird von den Gruppenmitgliedern als Warnsignal aufgefasst.

Das Bedürfnis nach arteigener Gesellschaft steckt unseren Hauskaninchen ebenso im Blut wie ihren wilden Vorfahren. Die Annahme, ein alleine gehaltenes Kaninchen würde zutraulicher, war vor allem in der Vergangenheit ein beliebter Irrglaube und berücksichtigt nicht die Tatsache, dass Artgenossen einem Kaninchen Sicherheit und Selbstvertrauen vermitteln.

Einzeltiere sind somit vergleichsweise stressanfällig, was ihnen nicht nur psychisch, sondern mitunter auch körperlich schadet, da sich Stress aufs Immunsystem niederschlägt und in vielen Fällen einen Erkrankungsausbruch zur Folge hat.

Wie zutraulich oder verschmust ein Kaninchen wird, hängt in keinster Weise von der Anzahl seiner Artgenossen, sondern allein von seinem Charakter, seinen Erfahrungen und davon ab, wie sein Besitzer mit ihm umgeht.

Gerade Kaninchen, die in ihren ersten Lebenswochen ungenügend auf den Menschen geprägt wurden und dementsprechend scheu sind, lassen sich ohne (einen) Artgenossen weitaus schwieriger zähmen. Diese ständig „unter Strom“ stehenden Tiere werden mit zunehmendem Alter häufig sogar bissig.