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Enzephalitozoonose (E. cuniculi, EC, "Sternguckerkrankheit", "Schiefhalskrankheit") bei Kaninchen

Enzephalitozoonose, landläufig als EC oder E. cuniculi bekannt, gehört zu den bekanntesten Kaninchenkrankheiten: Regionsabhängig sind 39-45 % aller Hauskaninchen in Deutschland mit dem Erreger infiziert ("Trägertiere"). Die Krankheit kann akut ausbrechen (oft mit Gleichgewichts- und Bewegungsstörungen oder Kopfschiefhaltung), aber auch ohne deutliche Symptome Organe schädigen (v.a. Niere, Leber und Lungen). Die Ansteckung erfolgt über den Urin von Partnertieren. Kaninchen, die sich einmal infiziert haben, tragen den Erreger lebenslang in sich.

Bei vielen scheinbar gesunden Trägertieren "wütet" der Erreger im Körper, schädigt fortschreitend Organe, beeinträchtigt das Immunsystem und vermindert die Wirksamkeit von Impfungen. Dies äußert sich z.B. in Form von Impfdurchbrüchen oder multiplen Organschädigungen in den Pathologie-Berichten verstorbener Tiere (s.u. "Diagnostische Maßnahmen" => Pathologiebefunde).

Eine Therapie ist nur eingeschränkt möglich; viele Tiere behalten Folgeschäden zurück.

Da eine Infektion ein Kaninchen lebenslang gefährdet und tendenziell lebensverkürzend ist, müssen EC-negative Tiere vor einer Ansteckung geschützt werden!

Daher gehört es zur Verantwortung eines jeden Kaninchenbesitzers, vor einer Vergesellschaftung eine Blutuntersuchung beider Tiere einzuleiten und keinesfalls ein EC-positives mit einem EC-negativen Tier zu vergesellschaften.

"Blinde" Zusammenführungen ohne eine vorherige Blutuntersuchung sind immer leichtfertig und setzen die Gesundheit und das Leben der Tiere aufs Spiel.


Erreger

Typ: Microsporidium (Reich der Pilze)

  • Encephalitozoon cuniculi (EC)
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Bei der Enzephalitozoonose, verursacht durch den Einzeller Encephalitozoon cuniculi, handelt es sich um eine weit verbreitete Infektionskrankheit der Kaninchen mit einer enorm vielfältigen Symptomatik.

Abhängig von der Region sind verschieden große Anteile der Kaninchenpopulation in Deutschland - zum Großteil latent (= verborgen) - mit E. cuniculi infiziert und stellen somit eine Ansteckungsquelle für andere Kaninchen dar.

Die Enzephalitozoonose ist vermutlich auf nahezu alle Säugetiere übertragbar, die Wahrscheinlichkeit eines Erkrankungsausbruchs variiert aber je nach Art: So sind Menschen nach heutigem Kenntnisstand der Wissenschaft nur bei starker Immunsuppression, wie z.B. durch Chemotherapie, AIDS oder nach einer Organtransplantation, gefährdet, während beim Kaninchen oft bereits vergleichsweise geringe Stresssituationen ausreichen, um einen Erkrankungsausbruch auszulösen.

Nachdem der Erreger oral in den Körper gelangt ist, vermehrt er sich zunächst lokal in den Darmzellen und zerstört diese. Im Anschluss gelangt er in die Blutbahn und wird im ganzen Körper verteilt. Dabei erreicht er als erstes die Nieren, die Leber und die Lungen als stark durchblutete Organe. 

Erst nach etwa 9-10 Wochen (!) erreicht der Erreger das Gehirn und löst dort Symptome aus.

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Infektion mit EC (E. cuniculi)

Übertragung

  • direkt über die Plazenta oder die Muttermilch
  • direkt über den Urin (latent) infizierter Artgenossen bei "unpassenden" Vergesellschaftungen
  • Indirekt über urinverschmutzte Objekte / Futtermittel / Umgebungen


Ursachen akuter Ausbrüche

  • Immunsuppression durch Stress oder Erkrankungen
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Die Infektion kann bereits über die Plazenta im Mutterleib oder nach der Geburt in der Säugephase erfolgen. Züchter und Privatvermehrer, die EC-positive Häsinnen decken lassen (entweder aus Unwissenheit, Ignoranz oder um sich die Kosten für eine Blutuntersuchung des Muttertiers zu sparen), tragen erheblich zur Ausbreitung der Erkrankung bei, da die Kaninchenjungen bereits infiziert auf die Welt kommen und lebenslang ansteckend für Artgenossen sind.

Bei Kaninchen, die von einer EC-negativen Mutter geboren wurden, findet die Ansteckung hingegen erst später durch Vergesellschaftungen ohne vorherige Titerbestimmung im Blut statt: Indem gedankenlos EC-positive mit EC-negativen Kaninchen zusammengeführt werden, sind gegenseitige Ansteckungen und somit die Ausbreitung der Krankheit sogar in Tierschutzkreisen traurige Realität.

Während es mittlerweile zum Standard gehört, vor einer Zusammenführung zweier Kaninchen den Kot des neuen Tieres untersuchen zu lassen und dadurch einer eventuellen Ansteckung mit Parasiten wie Kokzidien vorzubeugen, wird der weitaus größeren Gefahr durch E. cuniculi noch mit sehr viel Ignoranz begegnet.

Die über den Urin freigesetzten Sporen halten sich bis zu 3 Monate in der Umgebung. Mit Urin verschmutzte Gegenstände stellen demnach eine Gefahrenquelle dar und müssen desinfiziert werden, ehe ein anderes Kaninchen damit in Kontakt kommt.

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Symptome bei EC (E. cuniculi)

Je nachdem, welche Organe betroffen sind, können sehr viele verschiedene Symptome auftreten; einzeln oder kombiniert. Die folgenden Symptome sind durch EC möglich:

Zentrales Nervensystem

  • Kopfschiefhaltung
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Koordinationsprobleme, "Tollpatschigkeit"
  • Orientierungslosigkeit
  • Nystagmus (Augenflackern)
  • Krampfhaftes In-den-Nacken-Biegen des Kopfes
  • Epilepsie
  • Lähmungen
  • zentrale Blind- und Taubheit
  • Anfälle
  • Scannen (zwanghaftes Hin- und Herbewegen des Kopfes)
  • “Trance“-Zustände


Augen & Nase

  • Linsentrübung
  • weiße Fäden oder Flecken im Auge


Harntrakt

  • Inkontinenz = "Einnässen", Unsauberkeit
  • vermehrter Durst und Urinabsatz, struppiges Fell und Abmagerung durch Nierenschäden

Selbst bei einigen Tierärzten hält sich noch immer das Gerücht, ein EC-Ausbruch würde sich immer in Form einer Kopfschiefhaltung oder Gleichgewichtsstörung äußern. Dies ist bei weitem nicht der Fall.

Umgekehrt gehen viele Tierbesitzer und -ärzte bei jeder Kopfschiefhaltung oder Bewegungsstörung ohne jegliche Diagnostik sofort von einer Enzephalitozoonose als Ursache aus. Insbesondere bei Widdern ist dies mit einem unvorstellbaren Leid verbunden, da Kopfschiefhaltungen bei ihnen meistens nicht durch EC, sondern durch Mittel- oder Innenohrentzündungen ausgelöst werden; die unbehandelt bleiben, indem die Symptomatik blindlings auf EC geschoben wird.

Laut wissenschaftlicher Untersuchungen liegt bei rund 70% der Kaninchen mit "EC-typischen Symptomen" eine andere Ursache zugrunde! 

Daher dürfen Symptome, egal welcher Art, nie ohne weitere Abklärung blindlings einer Enzephalitozoonose zugeschrieben werden.

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Der akute Krankheitsverlauf geht meist mit schweren neurologischen, d. h. das Nervensystem betreffenden, Ausfallerscheinungen einher:

Kopfschiefhaltung: Häufig kommt es zu einer unterschiedlich stark ausgeprägten, in schweren Fällen fast 180° betragenden Kopfschiefhaltung, die oft dazu führt, dass das Kaninchen sich nicht mehr koordiniert fortbewegen kann.

Ataxien (= Gleichgewichtsstörungen), Koordinationsstörungen: Sie stellen das zweithäufigste Symptom dar: Das Kaninchen bewegt sich torkelnd oder “krabbelnd” fort, rollt sich über den Boden, läuft nur noch im Kreis, dreht sich beim Laufen pausenlos um die eigene Achse und / oder fällt beim Hoppeln um; in weniger schweren Fällen verliert es “nur” beim Putzen und Männchenmachen das Gleichgewicht, stolpert gelegentlich über Hindernisse und macht insgesamt einen “tollpatschigen” Eindruck.

Der Nystagmus bezeichnet schnelle, zwanghafte Hin- und Herbewegungen der Pupillen ("Augenflackern"), bei EC (und auch bei Otitis!) meist horizontal von links nach rechts oder umgekehrt. 

"Scannen": Chronische Enzephalitozoonose-Patienten sowie Kaninchen kurz vor oder unmittelbar während eines Schubes führen manchmal Kopfbewegungen aus, die harmlos aussehen, aber einen deutlichen Hinweis auf EC liefern: Der Kopf wird hierbei langsam, ohne ersichtlichen Grund immer wieder nach rechts oder links bewegt, ehe das Kaninchen die Position zügig wieder "korrigiert".

Gleichgewichtsprobleme, Nystagmus, Scannen und ganz besonders Kopfschiefhaltungen werden vor allem bei Widdern und chronischen Schnupfern häufig auch durch Ohrentzündungen verursacht!

Daher muss bei einem Kaninchen mit derartigen Symptomen immer weitere Diagnostik erfolgen. "Ein Blick in die Ohren" genügt nicht: Alles, was sich hinter dem Trommelfell abspielt, ist dabei nicht zu sehen. Ein bloßes Ins-Ohr-Schauen kann (bei vorgewölbtem Trommelfell), muss aber keine Auffälligkeiten zeigen.

Schädelröntgen, noch besser eine Computertomographie bringen pathologische Veränderungen der inneren Gehörgänge ans Licht.

Gleichzeitig sollte bei bislang unbekanntem EC-Status eine Blutuntersuchung eingeleitet werden, anhand derer festgestellt werden kann, ob das Kaninchen EC-Träger ist und entsprechend gegen EC (mit)behandelt werden sollte. Da Ohrenentzündungen aufgrund der Schwächung des Immunsystems häufig zu einem EC-Ausbruch führen (oder umgekehrt durch EC-bedingte Behinderungen wie Kopfschiefhaltung entstehen), treten regelmäßig beide Krankheitsbilder kombiniert auf. Daher muss immer in beide Richtungen Diagnostik betrieben werden!

Ohrentzündungen kommen besonders häufig bei Widdern, chronischen Zahn- und Schnupfenpatienten vor. Sie sind für ein Tier ebenso wie für einen Menschen massiv schmerzhaft und müssen unbedingt zügig behandelt werden. "Erst mal auf EC behandeln und abwarten" ist daher keine akzeptable Entscheidung!

Epilepsie: Ein weiteres Symptom sind mehr oder weniger häufig auftretende epileptische Anfälle, während derer das Kaninchen plötzlich spastisch zu krampfen beginnt, unwillkürlich auf dem Boden wälzt und weder ansprechbar ist noch beruhigt werden kann. Manche Kaninchen schreien währenddessen.

Opisthotonus: Selten kommt es zu starren Krämpfen der Nacken- und Rückenmuskulatur, was sich in einem Aufreißen des Mäulchens, einem Biegen des Kopfes in den Nacken und einer bewegungslosen Körperhaltung äußert.

Achtung: Eine hochgradige Atemnot äußert sich sehr ähnlich!

Lähmungen: Befällt E. cuniculi das Rückenmark, kommt es dort zu Entzündungen und in der Folge zu Lähmungen. Besonders häufig sind Lähmungen der Hintergliedmaßen zu beobachten. Das Kaninchen verdreht dann häufig beim Sitzen seinen Hinterleib, sodass beide Beine auf derselben Seite zu liegen kommen, und schleift die Beine beim Laufen hinter sich her. Dieses Symptom kann sich auch schleichend entwickeln. Als Differentialdiagnosen kommen vor allem Wirbelsäulenerkrankungen und -verletzungen in Betracht.

Zentrale Blind- und Taubheit: Das Kaninchen kann plötzlich weder hören noch sehen und verhält sich in der Folge entweder ungewohnt teilnahmslos und apathisch oder aber stark verunsichert, orientierungslos und schreckhaft: Auch plötzliche Panikattacken sind möglich.

Anfälle: Das Kaninchen rennt ohne ersichtlichen Grund panisch umher, springt gegen Wände, Gitter und Gegenstände, ist nicht ansprechbar und nicht zu beruhigen. Nicht zu verwechseln mit Kaninchen, die einen heftigen Schrecken bekommen und in der Folge in Panik geraten!

"Trance"-Zustände: Einige erkrankte Kaninchen verfallen regelmäßig in „Trance“-Zustände, in welchen sie reglos und offenbar völlig in sich gekehrt verharren. Durch Berührungen oder akustische Reize können sie i.d.R. "wachgerüttelt" werden.

Bei einem chronischen Krankheitsverlauf betreffen die Symptome mitunter weniger das Gehirn als vielmehr die Nieren, die Augen, die Leber oder die Lungen. Neurologische Auffälligkeiten sind hierbei also keineswegs zwingend.

Die folgenden Symptome können durch eine chronische Verlaufsform von EC auftreten. Dies gilt selbstverständlich nur für EC-positive Kaninchen. Bei Tieren, die laut Blutergebnis EC-negativ sind, liegt die Ursache woanders!

Harninkontinenz: Kaninchen, die sich chronisch "einnässen", sind immer als potenzielle E.cuniculi-Patienten zu betrachten. Insbesondere, wenn Röntgen-, Ultraschall-, Urin- und Blutuntersuchungen keinen Hinweis auf eine anderweitige Ursache (z.B. Blasenentzündung, Harngrieß, Wirbelsäulenerkrankung, Gebärmuttertumor) liefern, ist eine EC-bedingte Inkontinenz sehr wahrscheinlich.

Diese Kaninchen können ihren Harnabsatz nicht steuern und leiden oftmals an permanent durchnässtem Fell am Hinterteil, im Bauch- und Genitalbereich. Auch die Hinterläufe sind z.T. betroffen. Die Langzeitfolgen sind schmerzhafte chronische Hautentzündungen, bei Tieren in Außenhaltung auch Verkühlungen und Blasenentzündungen. Es besteht ein erhöhtes Risiko eines Fliegenmadenbefalls!

Nierenschädigungen: Neben Augen und Gehirn am häufigsten betroffen von E. cuniculi sind die Nieren. Der Krankheitsverlauf erfolgt im Falle einer chronischen Niereninsuffizienz, oft durch Kalziumeinlagerungen, i.d.R. schleichend; in vielen Fällen sind die Nieren mit Auftreten der ersten neurologischen Auffälligkeiten bereits stark und irreparabel geschädigt.

Das diesbezügliche Dilemma besteht darin, dass Symptome und selbst Veränderungen der Blutwerte erst erkennbar sind, wenn die Nieren bereits mindestens 70% ihrer Funktionstüchtigkeit eingebüßt haben. In diesem Fall kommt es zunächst zur Gewichtsabnahme, Muskelschwund, struppigem, glanzlosem Fell und schließlich einem gestörten Allgemeinbefinden. Vermehrter Urinabsatz - und in der Folge auch vermehrter Durst - können, müssen jedoch nicht auffallen.

Bei einer chronischen Niereninsuffizienz wird das Nierengewebe irreparabel geschädigt: Es kommt zu unzähligen kleinen Entzündungsherden mit einer anschließenden Vernarbung. Die Nierenzellen sterben dabei ab und es entstehen darüber hinaus Engstellen, die die Anlagerung von Kalziumkristallen und somit eine Nephrolithiasis (Nierenkalzinose) begünstigen.

Im Falle einer akuten Nierenentzündung kann es innerhalb kürzester Zeit zu starker Abmagerung und einem schwer gestörten Allgemeinbefinden kommen. Wird das betroffene Kaninchen rechtzeitig gegen E. cuniculi und mittels einer Infusionstherapie behandelt, besteht die Chance, dass keine dauerhaften Schädigungen zurückbleiben.

Linsentrübung (Grauer Star, Katarakt): Die Linsentrübung gehört zu den häufigen durch Enzephalitozoonose verursachten Organschäden, kann beim chronischen Krankheitsverlauf unabhängig von neurologischen Ausfällen auftreten und sollte daher auch bei älteren, scheinbar gesunden Tieren grundsätzlich abgeklärt werden.

Beim Grauen Star verliert die Pupille mit der Zeit sichtlich an Glanz und nimmt zunehmend eine grau-blaue, trübe Färbung ein. Da dies meist über einen gewissen Zeitraum hinweg geschieht, stellen sich die Kaninchen gut auf die zunehmende Blindheit ein und können sich in vertrauter Umgebung problemlos orientieren. Einzig Sprünge werden im fortgeschrittenen Stadium zusehens vermieden, da das Kaninchen den Zielort nicht mehr anpeilen kann.

Anderweitige Verhaltensauffälligkeiten sind oft erst zu beobachten, wenn plötzlich etwas umgestellt, in den Weg gelegt oder auf sonstige Weise verändert wird.

Phakoklastische Uveitis: Eine Besiedelung der Augenlinse durch E. cuniculi erfolgt nur im Mutterleib. Das Symptom tritt also ausschließlich bei Kaninchen auf, die sich bereits vor der Geburt infiziert haben. Die phakoklastische Uveitis kann zu einem Einriss der Linse führen; die Folge ist ein Austritt von Linseneiweiß, der eine Immunreaktion auslöst und anhand von weißen Flecken oder Fäden im sichtbaren Bereich des Auges erkennbar ist. 

Schnupfen: Schnupfen ist kein direktes Symptom von EC. Allerdings kommt es vor, dass EC das Immunsystem so stark schwächt, dass Schnupfenerreger in der Folge leichtes Spiel haben. Ein durch Viren oder Bakterien verursachter Schnupfen kommt häufig nur deswegen nicht zur Ruhe, weil zeitgleich EC im Körper des Tieres "wütet". EC-positive Kaninchen mit Schnupfen sollten daher immer (auch) mit Panacur behandelt werden.

Da sämtliche Organe - auch unabhängig voneinander - von E. cuniculi befallen werden können, sollten EC-positive Kaninchen mit Krankheitssymptomen ungeklärter Ursache immer auch mittels Fenbendazol auf Enzephalitozoonose behandelt werden.

Medikamentöse Nebenwirkungen durch Fenbendazol sind auch über einen längeren Zeitraum hinweg nicht zu erwarten.

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Diagnostik bei EC (E. cuniculi)

  • Titerbestimmung im Blut
  • Blutprofil inkl. Differentialblutbild und Organwerte
  • (klinisches Bild)
  • evtl. Röntgendiagnostik / CT
  • evtl. Ultraschall
  • Pathologieberichte verstorbener Tiere

Besteht der Verdacht auf einen akuten E. cuniculi-Ausbruch, muss umgehend mit der Fenbendazol-Behandlung (s.u.) begonnen werden, sofern das Kaninchen nicht bekanntermaßen EC-negativ ist.

Wird bei Kaninchen mit einem unbekannten EC-Status erst das Blutergebnis abgewartet, verschlechtert sich die Prognose erheblich!

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Blutuntersuchung auf Antikörper

Der Nachweis einer Infektion mit E. cuniculi erfolgt über eine Blutuntersuchung. Das Vorhandensein von Antikörpern bestätigt, dass das Kaninchen sich mit dem Erreger infiziert hat. Einmal infiziert, trägt das Tier den Erreger lebenslang in sich und in den meisten Fällen bleiben auch die Antikörperspiegel lebenslang sehr hoch. 

Grundsätzlich sollte jeder Kaninchenhalter wissen, ob seine Kaninchen EC-positiv oder -negativ sind. Hierfür muss Blut eingeschickt und auf Antikörper getestet werden. Besonders wichtig ist dies vor Vermittlungen und geplanten Vergesellschaftungen (s.o.).

Einige Labore unterscheiden zwischen zwei Typen von Antikörpern: IgG ("Langzeit-Antikörper") und IgM ("Akut-Antikörper"). Das Ziel der separaten IgM-Messung bestand ursprünglich darin, akute Krankheitsausbrüche nachzuweisen: Eine IgM-Erhöhung, so die Annahme, zeige an, dass der Erreger sich momentan im Körper vermehre, und erfordere eine entsprechende Behandlung. Ein nicht-erhöhter IgM-Titer hingegen sollte im Falle akuter Symptome EC als Ursache ausschließen.

Leider hat der IgM-Titer sich in aktuellen Untersuchungen als unzuverlässig erwiesen. Seine Messung ist allenfalls dann hilfreich, wenn ein Kaninchen sich noch in einer frühen Ansteckungsphase befindet und infolgedessen noch keine IgG-Antikörper ausgebildet haben könnte (da der IgM-Titer grundsätzlich zuerst ansteigt). EC-Trägertiere werden dadurch mit 98%iger anstatt mit "nur" 96%iger Wahrscheinlichkeit identifiziert.


Komplettes Blutprofil

Bei einem akuten Krankheitsausbruch sollte grundsätzlich ein komplettes Blutprofil ("Kaninchenprofil", "Heimtier-Screening") angefertigt werden. Dadurch werden viele mögliche Organschädigungen und eventuelle anderweitige Ursachen sichtbar. Einige Beispiele:

  • E. cuniculi führt zu keiner Blutbildverschiebung; weder zu einer erhöhten Anzahl an Leukozyten noch zu einer sogenannten "Pseudolinksverschiebung" (d.h. prozentual mehr Neutrophile Granulozyten als Lymphozyten im Blut). Ist eine dieser Veränderungen sichtbar, hat das Kaninchen entweder eine bakterielle Infektion oder einen massiven Entzündungsherd im Körper (z.B. Ohrenentzündung, Zahnwurzelabszess, schwere Organschädigung, ...). Da ein EC-Ausbruch oft die Folge einer Grunderkrankung ist, sieht man begleitend häufig auch die beschriebenen Blutbildveränderungen; die Ursache dafür ist aber eine andere, die es separat abzuklären gilt!

  • Eine Erhöhung von Kreatinin und Harnstoff als Nierenwerte deutet auf eine schwere chronische Niereninsuffizienz hin, durch die bereits mindestens 70 % des Nierengewebes zerstört wurden. Nierenwerte im Normalbereich bedeuten umgekehrt nicht, dass die Nieren gesund sind, sondern lediglich, dass noch mehr als 30 % ihrer Funktion erhalten sind.

  • Ein erniedrigter Hämatokrit deutet auf eine Anämie hin. Diese stellt eine häufige Folge von Nierenerkrankungen dar, da die Nieren ein Hormon produzieren, welches für die Bildung von Blutzellen benötigt wird (Erythropoetin).

  • Eine Erhöhung von GLDH, manchmal auch ALT, deutet auf einen Leberschaden hin. Auch AST, Bilirubin und Harnstoff können erhöht sein (ihre alleinige Erhöhung kann dagegen auch andere Ursachen haben). Die Kombination eines erniedrigten Albumins, Totalproteins und Harnstoffs deutet auf eine chronische Lebererkrankung hin.


Ausschluss anderer Ursachen

Ein akuter EC-Ausbruch kennzeichnet sich normalerweise durch eine ​​​​plötzlich auftretende Symptomatik des Zentralnervensystems (Gleichgewichtsstörungen, Kopfschiefhaltung, Lähmungen, Nystagmus - s.o.). Hier muss in jedem Fall unverzüglich eine Behandlung erfolgen.

Im Falle von Gleichgewichtsproblemen, Nystagmus oder Kopfschiefhaltungen muss unbedingt zusätzlich der Schädel geröngt (Darstellung des Mittelohrs) werden UND eine Ohrenuntersuchung mit dem Otoskop (Darstellung des Außenohrs) erfolgen, um eine Ohrenentzündung auszuschließen. Diese tritt vor allem bei Widdern auf und bedarf einer separaten bzw. anderen Therapie. 

Achtung: EC und Ohrenentzündung treten häufig kombiniert auf! Chronische Entzündungsherde und Schmerzen im Bereich der Ohren schwächen das Immunsystem, wodurch ein EC-Ausbruch begünstigt wird. Umgekehrt führen EC-bedingte chronische Kopfschiefhaltungen und Gleichgewichtsprobleme oft zu Ohrenentzündungen. 

Auch beim Nachweis einer Ohrenentzündung müssen Kaninchen mit positivem oder unbekanntem EC-Titer immer zusätzlich gegen EC behandelt werden, sofern sie neurologische Symptome zeigen!

Bei Lähmungserscheinungen muss unbedingt die Wirbelsäule in mindestens 2 Ebenen geröngt werden, um dortige Erkrankungen und Verletzungen nach Möglichkeit auszuschließen. Da vor allem Traumata nicht immer (sofort) röntgenologisch sichtbar sind, sollten Sie gegebenenfalls kritisch darüber nachdenken, ob eine entsprechende Möglichkeit bestanden haben könnte: Kann das Kaninchen von einer erhöhten Ebene gestürzt, getreten, eingeklemmt, fallen gelassen oder von einem Raubtier angegriffen worden sein? Zeigt es Symptome eines psychischen Schocks oder Schmerzsymptome (z. B. Inappetenz, Schreckhaftigkeit, beschleunigte Atmung, Apathie, ...)? Im Falle von EC als Ursache wäre dies unwahrscheinlich. 

Beim Verdacht auf einen akuten Ausbruch wird sofort mit der Therapie begonnen, um keine wertvolle Zeit zu verlieren. Dies gilt auch, wenn bisher nicht bekannt ist, ob das Kaninchen EC-Träger ist oder nicht - also in der Vergangenheit noch keine Blutuntersuchung auf EC erfolgt ist. 

Bei negativem Testergebnis trotz akuter neurologischer Symptome und keinerlei Hinweise auf eine andere Ursache (z. B. akutes Nieren- oder Leberversagen, Unfall, Mittel- / Innenohrentzündung, ...) sollte die Blutuntersuchung wiederholt und währenddessen auf Verdacht behandelt werden: In seltenen Fällen (2-4 %) kommt es zu falsch-negativen Blutergebnissen, z. B. wenn sich das Kaninchen noch in der Ansteckungsphase befindet oder der Schub so akut ist, dass aktuell alle Antikörper "verbraucht" sind und somit nicht nachgewiesen werden können. 

Treten hingegen leichte, chronische Symptome auf, i.B. wenn sie sich auf nur ein Organsystem beschränken, empfiehlt sich bereits vor einer Therapie auf Verdacht zunächst eine umfangreiche Diagnostik: 

  • Chronischen Verdauungsproblemen wird zwar nachgesagt, dass sie EC-bedingt sein können, in aller Regel sind sie aber auf Darmparasiten (=> Sammelkotprobe), Ernährungsfehler (ggf. optimieren), Trichobezoare (=> Kontraströntgen) oder Umfangsvermehrungen wie Gebärmuttertumore (=> Röntgen) zurückzuführen.

  • Inkontinenz und Unsauberkeit können neben EC auch durch Blasenentzündungen, Blasengrieß oder -steine sowie Wirbelsäulenveränderungen auftreten (=> Haruntersuchung, Röntgen).

  • Gleichgewichtsprobleme und Bewegungsstörungen, die schleichend zunehmen, sind oft die Folge degenerativer Wirbelsäulenveränderungen (=> Röntgen). Die Ursache können Verschleißerscheinungen, aber auch bakterielle Infektionen sein.

  • Leberwertveränderungen können z.B. durch Leberkokzidien und chronische Infektionen (=> Blutuntersuchung) entstehen. Auch Tumore und Abszesse kommen infrage (=> Ultraschall). Akute, massive Erhöhungen der Leberentzyme sind die mögliche Folge einer Leberlappentorsion (=> Ultraschall) sowie einer RHD-Infektion!


Pathologie-Berichte verstorbener Tiere

Die pathologische Untersuchung gehört zwar nicht zur Diagnostik am lebenden Tier, soll hier aber ebenfalls Erwähnung finden.

Insbesondere Besitzer, deren Kaninchen aus unbekannten Gründen versterben, lassen ihre Tiere häufig pathologisch untersuchen. Nicht selten wird erst im Pathologiebericht das verheerende Ausmaß der Enzephalitozoonose deutlich. Vielen Besitzern war zuvor nicht einmal bewusst, dass ihr Kaninchen den Erreger in sich getragen hat; oder sie wussten zwar von der EC-Infektion, nicht aber von den gravierenden Organschäden, die dadurch entstanden sind.

Oft haben die Kaninchen vor ihrem Tod keine oder kaum Symptome gezeigt - oder erst kurz zuvor. In vielen Fällen beschreiben die Pathologieberichte zwar die organischen Veränderungen, es bleibt aber unklar, wodurch diese ausgelöst wurden. Dadurch ist diversen Kaninchenfreunden noch immer nicht bewusst, was im Körper vieler EC-positiver Kaninchen eigentlich geschieht.

Hinzu kommt, dass ein Großteil der verstorbenen Hauskaninchen leider gar nicht erst pathologisch untersucht wird. Es ist daher von einer entsprechend hohen Dunkelziffer der Kaninchen auszugehen, die an EC-bedingten Organschädigungen versterben oder bei denen diese gemeinsam mit einer anderen Erkrankung zum Tod geführt haben.

Insbesondere alte Kaninchen oder Tiere, die außerdem an einer anderen Grunderkrankung gelitten haben, werden meist nicht pathologisch untersucht. Die Todesursache wird dann dem Alter oder der anderen Erkrankung zugeschrieben; und der Halter erfährt letztendlich nie, dass die EC-Infektion für das Versterben (mit)verantwortlich war.

Beispiele für typische durch EC verursachte Organschädigungen, die so auch in Pathologieberichten auftauchen, sind:

  • Leber: Granulomatöse oder gemischtzellige Infiltrate, (unter Beteiligung von Lymphozyten, Plasmazellen, Granulozyten, ...); interstitielle lymphoplasmazelluläre Infiltration

  • Nieren: Granulomatöse Nephritis; chronische, interstitielle Nephritis; Vernarbungen, Fibrosierungen und Infarkte des Nierengewebes; Läsionen in Rinde und Mark; interstitielle Fibrose; Narbenbildung mit lymphoplasmazellulaerer Infiltration

  • Lungen: Interstitielle Pneumonie; interstitielle gemischtzellige Infiltration unter Beteiligung von Lymphozyten

  • Gehirn: Veränderungen der grauen und weißen Substanz; Leptomeningen, mit Granulomen durchsetzt; lymphoplasmazellulaere Infiltration der Leptomeningen; lymphoplasmazelluläre perivaskuläre Infiltrate; histiozytäre Infiltrate und Glianarben

  • Rückenmark: Veränderungen der grauen und weißen Substanz; fokale, spinale Radikuloneuritis

  • Verschiedene Gewebe: Narbige Einziehungen von der Organoberfläche bis in die Tiefe, oft mit Pseudozysten; nichteitrige Entzündungen; multifokale, lymphozytär infiltrierte Granulome mit Lymphozyten und Plasmazellen

Angesichts von Pathologiebefunden, die ein (Multi-)Organversagen beschreiben, wird vielen Besitzern schlagartig das Ausmaß klar, in dem der Körper ihres Tieres unbemerkt von innen zerstört wurde. Nur wird EC oftmals nicht als Ursache dafür erkannt.

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Therapie bei EC (E. cuniculi)

Akut an E. cuniculi erkrankte Kaninchen sind immer ein Notfall und gehören auch nachts oder feiertags unverzüglich in tierärztliche Behandlung! Das Risiko irreparabler, oft tödlicher Folgeschäden erhöht sich mit jeder Stunde, die abgewartet wird.


Standard-Therapie bei EC (E. cuniculi)
  • Fenbendazol
  • Infusionen (bei akutem Ausbruch)
  • Antibiotikum (bei akutem Ausbruch)
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Fenbendazol: Wichtigster Bestandteil einer erfolgversprechenden Therapie ist die Verabreichung eines Medikamentes mit dem Wirkstoff Fenbendazol, da dieser den Erreger abtötet. Zwar wird seine Wirkung gelegentlich in Frage gestellt, da der Wirkstoff grundsätzlich nicht gehirngängig ist. Allerdings führt ein Erkrankungsausbruch der Enzephalitozoonose zu einer erhöhten Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke, d.h. selbst Medikamente, die hier im Normalfall ihre Grenze erreicht hätten, können ihre Wirkung entfalten.

Darüber hinaus sprechen die bahnbrechenden Erfolge, welche Fenbendazol seit vielen Jahren mit sich bringt, Bände: Insbesondere Tiere, die seit längerer Zeit an Symptomen ungeklärter Ursache leiden (z.B. Inkontinenz, Schnupfen, ...) und bei denen sich von Beginn der Fenbendazol-Behandlung an Besserungen zeigen, haben sicherlich nicht vom Placebo-Effekt profitiert.

Infusionen: Besteht der Verdacht auf einen akuten Ausbruch, sollten bereits prophylaktisch über einige Tage hinweg subkutane Infusionen verabreicht werden, um die Manifestation des Erregers in den Nieren einzuschränken und die Durchblutung des Nervensystems und der Organe zu fördern.

Sind im Blutprofil oder Ultraschall bereits Nierenschädigungen erkennbar, muss die tägliche Infusionstherapie fortgesetzt werden, bis sich die Blutwerte wieder im Normbereich befinden. Anschließend können die Intervalle zwischen den Infusionen allmählich vergrößert werden. Sie sollten jedoch unbedingt die Blutwerte im Auge behalten; steigen die Nierenwerte erneut an, sind wieder häufigere Infusionen nötig. Das Voranschreiten der Erkrankung wird dadurch deutlich verzögert.

Antibiotikum: Auch Antibiotika haben einen gewissen Effekt auf E. cuniculi. Darüber hinaus verhindern sie Sekundärinfektionen (weitere Infektionen infolge des angeschlagenen Immunsystemes) durch Bakterien. Daher gehört ein Antibiotikum im Falle eines akuten Krankheitsausbruches zur Standard-Therapie.

Ein Pro- und Präbiotikum ist im Falle einer Antibiotikagabe anzuraten, um die gutartige Darmflora zu unterstützen.

Von einer Behandlung mit Cortison ist dringend abzuraten, da hierdurch eine zusätzliche Immunsuppression erfolgt und da Kaninchen bereits auf kleine Cortisonmengen mit schweren Leberschäden reagieren können.  

Die entzündungshemmende Wirkung des Cortisons kann zwar zunächst zu einer Besserung führen; dies hilft dem Tier aber wenig, wenn im Anschluss seine Leberfunktion oder sein Immunsystem zusammenbricht. Die Risiken überwiegen hier leider gegenüber den möglichen Vorteilen.

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EC-Therapie je nach Beschwerden
  • Vitamin-B-Komplex
  • ggf. Albendazol (siehe "chronischer Krankheitsverlauf")
  • Infusionen
  • Mariendistel
  • Zufüttern
  • Zwangsfütterung
  • Physiotherapie
  • Lagerung & Umlagerung
  • "Musiktherapie"
  • Gesellschaft
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Je nach individuellem Krankheitsbild kann für eine erfolgreiche Therapie eine Reihe weiterer Maßnahmen notwendig oder zumindest hilfreich sein.

Vitamin-B-Komplex: Bei neurologischen Ausfällen jeglicher Art ist die Verabreichung eines Vitamin-B-Komplexes zur Unterstützung des Nervensystems unbedingt anzuraten.

Infusionen: Bei einer Erhöhung der Nierenwerte im Blut ist eine hohe Flüssigkeitszufuhr von großer Bedeutung; das Kaninchen sollte daher infundiert werden, bis sich die Nierenwerte (Kreatinin und Harnstoff) wieder im Referenzbereich befinden.

Die Lebenserwartung kann entscheidend erhöht werden, indem das Kaninchen auch nach einer Normalisierung der Nierenwerte weiterhin regelmäßig, d.h. alle 1-3 Tage, subkutan (= unter die Haut) infundiert wird. Um sich und dem Tier Stress zu ersparen, können Sie sich diese Maßnahme vom Tierarzt zeigen lassen und fortan selbstständig zu Hause durchführen. Sie nimmt nur wenige Minuten in Anspruch, wird von den Kaninchen sehr gut toleriert und verbessert ihre Prognose erheblich. Info

Infusionen sind nicht nur bei erhöhten Nierenwerten, sondern bei jedem akuten Ausbruch anzuraten: Die Nierenwerte im Blut steigen erst im weit fortgeschrittenen Stadium der Niereninsuffizienz an. Insbesondere während eines akuten Schubes besteht das Risiko, dass sich der Erreger im Nierengewebe manifestiert. Darüber hinaus fördert eine hohe Flüssigkeitszufuhr die Durchblutung des Nervengewebes - was von großer Bedeutung ist, um Schadensbegrenzung zu betreiben und die Genesung des Patienten zu fördern. 

Mariendistel: Bei einem Leberschaden werden Mariendistelpräparate eingesetzt, um weitere Schädigungen zu vermeiden und die Regenerationsprozesse des Organs zu fördern. Derartige Präparate erhalten Sie beim Tierarzt zum Eingeben oder im Drogeriemarkt als Kapseln. Letztere müssen aufgebrochen werden, ehe dem Patienten der Inhalt verabreicht wird.

Fütterung: Bei Kaninchen, die nicht selbstständig fressen können oder wollen, ist die Zwangsfütterung von überlebenswichtiger Bedeutung. 

Zufüttern: Auch Kaninchen, die selbstständig fressen, benötigen teilweise kalorienreiches Futter wie Wurzel- und Knollengemüse. Dies ist allerdings nur dann der Fall, wenn sie infolge der Erkrankung – z.B. infolge einer Niereninsuffizienz oder chronischen Verdauungsbeschwerden – untergewichtig sind.

Physiotherapie: Um zurückbleibene Schäden von Ataxien (= Bewegungsstörungen) so gering wie möglich zu halten, ist eine schnellstmögliche Physiotherapie anzuraten - nach Möglichkeit mehrmals über den Tag verteilt. Auch Patienten mit zurückbleibenden Schäden können von einer dauerhaften regelmäßigen Physiotherapie profitieren. 

Hierzu gehören z.B. das Bewegen der Gelenke, Gleichgewichtsübungen (z.B. durch Animation zum Männchenmachen) sowie das Provozieren von Reflexen und Bewegungen (z.B. vorsichtiges Ziehen an einzelnen Gliedmaßen, "Kitzeln" der Fußsohle, ...). Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt oder einem Tierphysiotherapeuten beraten, was Sie leicht und ohne größeren Stress zu Hause "trainieren" können.

Chronische Kopfschiefhaltungen erfordern eine besondere Aufmerksamkeit, um Komplikationen (z. B. Ohrenentzündungen, Zahnfehlstellungen) und Schmerzen (v. a. Veränderungen der Wirbelsäule und Verkürzung der Muskulatur) vorzubeugen: Der Kopf sollte von Beginn an 1-2x täglich vorsichtig gerade gedreht und einige Sekunden in dieser Position gehalten werden. Die Nackenmuskulatur sollte zuvor und währenddessen sanft massiert werden.

Lagerung und Umlagerung: Kaninchen, die sich nicht mehr fortbewegen können, müssen weich gelagert und mehrmals täglich gewendet werden, bis sie wieder steh- und gehfähig sind. Achten Sie darauf, dass das Tier aufgrund seiner Bewegungsunfähigkeit nicht unterkühlt! Ein mit Decken oder Kissen gepolstertes Körbchen, in das bei Bedarf auch eine Wärmeflasche o.ä. gelegt werden kann, leistet hier gute Dienste. Um Verunreinigungen in Grenzen zu halten, fragen Sie beim Tierarzt nach speziellen Krankenunterlagen oder besorgen Sie sich ein VetBed.

Musiktherapie: Was erst einmal ungewöhnlich klingen mag, kann Enzephalitozoonose-Patienten mit Trance-Symptomatik durchaus helfen: Über einen längeren Zeitraum hinweg können die oben beschriebenen Trance-Zustände durchaus problematisch werden, da die Tiere währenddessen z.B. keine Nahrung aufnehmen. Allerdings reagieren die Kaninchen meist auf sensorische und akustische Reize.

Das Abspielen leiser, harmonischer Musik, eines Hörbuches o.ä. kann verhindern, dass das Kaninchen in einen Trance-Zustand verfällt. Wichtig ist, Lautstärke, Tonhöhe und Tonlage sorgfältig anzupassen, um die Tiere nicht unter Stress zu setzen.


Gesellschaft: Erkrankte Kaninchen sollten wenn irgend möglich nicht von ihren Artgenossen - zumindest nicht von allen - getrennt werden! Dies würde zusätzlichen Stress für das Tier bedeuten und sich negativ auf den Krankheitsverlauf auswirken.

Je nach Schweregrad der Erkrankung lassen Sie das Kaninchen entweder in seiner gewohnten Umgebung oder gesellen ihm damindest den Artgenossen dazu, mit dem es die innigste Freundschaft pflegt.

Die Trennung aus Angst vor einer Ansteckung ist unbegründet, da Kaninchen derselben Gruppe mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ohnehin alle EC-positiv sind. Insbesondere, wenn ein Kaninchen neurologische Symptome zeigt, bedeutet dies, dass es bereits vor mindestens 9-10 Wochen infiziert wurde. Allein in dieser Zeitspanne ist davon auszugehen, dass die Partnertiere bereits mit seinem Urin und somit den EC-Sporen in Kontakt gekommen sind.

Die Wahrscheinlichkeit einer Infektion oder eines Erkrankungsausbruch bei den Artgenossen wird somit nicht reduziert, indem man das akut erkrankte Kaninchen nachträglich isoliert.

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Prognose bei EC (E. cuniculi)

Die Prognose ist v.a. im akuten Krankheitsfall als sehr vorsichtig zu bewerten; denn selbst, wenn das Kaninchen nicht an der Erkrankung verstirbt, behält es mitunter so schwere Folgeschäden zurück, dass es euthanasiert werden muss.

Dazu gehören Kaninchen, deren Hinterbeine gelähmt bleiben, die aufgrund ihrer Kopfschiefhaltung unfähig sind zu fressen, die sich wegen ihrer Ataxien kaum noch fortbewegen oder nur noch im Kreis laufen können.

Aber: Solange Besserungen erkennbar nicht - auch, wenn sie nur langsam fortschreiten - ist eine Genesung möglich und das Kaninchen sollte die Chance bekommen! Dies gilt auch für schwerste neurologische Symptome wie Rollen und Festliegen. 

In den ersten Tagen kann es trotz Intensivtherapie zu einer Anfangsverschlechterung kommen. Nach spätestens einer Woche sollte sich jedoch zumindest eine positive Tendenz zeigen. Eine gute, möglichst objektive Beobachtung durch den Besitzer ist hier essentiell.

Besonders bei Lähmungserscheinungen kann sich die Genesung lange hinziehen, ist aber mit der richtigen Medikation und physiotherapeutischen Maßnahmen durchaus möglich!

Eine dauerhafte Querschnittslähmung hingegen ist für ein Kaninchen keine Option.

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Akuter Krankheitsverlauf

Der Krankheitsverlauf akut erkrankter Kaninchen ist abhängig von Art und Schweregrad der Symptome, dem Zeitpunkt des Therapiebeginns und eventuellen zusätzlichen Grunderkrankungen.

Einige Kaninchen sprechen bereits nach einem Tag gut auf die verabreichten Medikamente an, bei besonders stark betroffenen Tieren kann die Stabilisierung hingegen bis zu einer Woche auf sich warten lassen; d.h., währenddessen ist sogar eine weitere Verschlechterung der Symptomatik durchaus möglich. Sie sollten Ihrem Kaninchen daher auch dann, wenn es ihm aktuell sehr schlecht geht, mindestens eine Woche lang eine Chance auf Besserung geben.

Ob und innerhalb welchen Zeitraumes die vollständige Genesung erfolgt, ist nicht vorhersehbar: Manche Kaninchen wirken bereits nach wenigen Tagen wieder kerngesund, andere benötigen Monate, bis die neurologischen Symptome ganz abgeklungen sind – oder behalten ein Leben lang Koordinationsstörungen unterschiedlichen Ausmaßes zurück.

Chronischer Krankheitsverlauf

Eine Ausheilung der Enzephalitozoonose ist nicht möglich. Einmal infizierte Kaninchen bleiben ihr Leben lang Trägertiere und ansteckend für Artgenossen. 

In vielen Fällen kommt es nie wieder zum akuten Erkrankungsausbruch; andere Kaninchen leiden immer wieder an Rückfällen. Oftmals behält das Tier auch leichte Symptome zurück, die sich entweder nie verändern oder aber im Laufe der Monate und Jahre schleichend verschlechtern.

Kaninchen mit chronischen Niereninsuffizienzen kommen mitunter noch längere Zeit gut zurecht. Je nach Schweregrad der Nierenerkrankung kann die verbleibende Lebenserwartung durchaus zwei bis drei Jahre betragen, in manchen Fällen aber auch nur Wochen bis Monate. 

Im Falle häufiger Rückfälle oder einer permanenten Verschlechterung der Symptome sollte eine Dauermedikation mit Fenbendazol erwogen werden. Da eine Resistenzbildung in diesem Fall jedoch nicht auszuschließen ist, sollten Sie in Zusammenarbeit mit Ihrem Tierarzt sorgsam die Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen. Grundsätzlich ist eine Dauermedikation anzuraten, wenn das Kaninchen anderenfalls sichtlich unter der Erkrankung leidet – z.B. da es sich zunehmend schlechter fortbewegen kann oder immer wieder Krampfanfälle erleidet.

Ein Mittelweg besteht darin, im Wechsel über vier Wochen Fenbendazol zu verabreichen und vier- bis achtwöchige Pausen einzulegen. Ob dies zur Linderung der Symptomatik ausreicht, ist individuell unterschiedlich und erfordert daher eine Probe.

Schlägt Fenbendazol bei Ihrem Kaninchen nicht länger an, kann eine Umstellung auf Albendazol sinnvoll sein. Dieser Wirkstoff tötet den Erreger ebenfalls ab, greift in einigen Fällen jedoch die Leber an. Daher sind bei einer Albendazol-Therapie regelmäßige Blutkontrollen notwendig, um eine Erhöhung der Leberwerte frühzeitig zu erkennen.

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Prophylaxe bei EC (E. cuniculi)

  • Artgerechte Haltung & Fütterung, Stressvermeidung
  • keine Vergesellschaftung EC-positiver mit EC-negativen Kaninchen
  • Vermeidung (in)direkten Kontakts zu fremden Kaninchen
  • Regelmäßige Fenbendazol-Kuren?
  • Fenbendazol-Kuren vor und während Stresssituationen
  • Fenbendazol-Kuren vor Impfungen
  • Allgemeine Gesunderhaltung

Kaninchen mit intaktem Immunsystem erleiden im Normalfall keinen akuten Erkrankungsausbruch.

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Artgerechte Haltung & Fütterung, Stressvermeidung

Die wirksamste Vorbeugung gegen Enzephalitozoonose besteht daher in einer stressarmen Haltung durch tiergerechte Unterbringung, naturnahe Fütterung, eine vertrauensvolle Mensch-Tier-Beziehung und die generelle Vermeidung von Stresssituationen (ständig neue Partnertiere, Lärm, häufige Umgebungswechsel, ...).

Antikörper-Tests vor Vergesellschaftungen

Ehe Sie Kaninchen miteinander vergesellschaften, sollten Sie unbedingt Blutproben entnehmen lassen, um sie auf E. cuniculi zu testen.

Diese wirksame Prophylaxemaßnahme wird leider sogar in den meisten Tierschutzorganisationen bislang noch sehr vernachlässigt, was eine Ausbreitung der Erkrankung zur Folge hat. Anders als oftmals behauptet, sind längst nicht "die meisten Kaninchen sowieso infiziert", sondern Studien zufolge zwischen 41 und 45 % (Abweichungen je nach Region, in Bayern z.B. nur 39%) - d.h. mehr als die Hälfte aller Hauskaninchen ist bezogen auf EC gesund und muss vor einer Infektion geschützt werden!

Selbstverständlich ist nicht gesagt, dass ein infiziertes Kaninchen tatsächlich einmal Symptome entwickelt. Dennoch ist es aus Sicht des Tierschutzes nicht vertretbar, ein gesundes Tier grundlos zu infizieren und es den erheblichen Risiken auszusetzen, die die Erkrankung mit sich bringt.

Es ist für die Vergesellschaftung unerheblich, ob ein Kaninchen schon einmal EC-Symptome gezeigt hat oder nicht.

Entscheidend ist, ob der Antikörper-Titer positiv oder negativ ausfällt, denn auch ein klinisch absolut gesundes Kaninchen kann den Erreger zeitlebens in sich tragen und ansteckend für Artgenossen sein.

EC-positive Kaninchen dürfen daher grundsätzlich nur mit ebenfalls positiven Artgenossen vergesellschaftet werden und EC-negative Tiere nur mit EC-negativen Artgenossen.

Einen ausführlichen Artikel zu diesem Thema finden Sie hier:


Vermeidung (in)direkten Kontakts zu fremden Kaninchen

Um zu vermeiden, dass EC-negative Kaninchen sich im Laufe ihres Lebens infizieren, muss bedacht werden, dass der Erreger auch mit urinverschmutzten Gegenständen, Klamotten etc. eingeschleppt werden kann. Daher sollten Sie neben direktem auch jeden indirekten Kontakt zwischen Ihren und fremden Kaninchen vermeiden; z.B. indem neue Einrichtungsgegenstände, die zuvor von anderen Tieren genutzt wurden, gut desinfiziert werden, Sie sich nach dem Streicheln fremder Kaninchen die Hände waschen und ggf. (falls sie mit Urin in Kontakt kamen) die Klamotten wechseln, im Falle einer Urlaubsbetreuung eine Pension auswählen, die ein gutes Hygienemanagement betreibt usw.

Grünfutter von draußen ist grundsätzlich unproblematisch, da E. cuniculi in Wildkaninchenpopulationen nach aktuellem Kenntnisstand der Wissenschaft nicht auftritt.


Regelmäßige Fenbendazol-Kuren?

Die prophylaktische regelmäßige Medikation mit Fenbendazol bei EC-positiven Kaninchen wird kontrovers diskutiert. Gegenargumente sind die nicht nachgewiesene Sinnhaftigkeit und die Befürchtung, eine Resistenzbildung von Seiten des Erregers zu provozieren und ihn im Ernstfall nicht mehr bekämpfen zu können.

Allerdings gibt es bisher keine Nachweise für eine Resistenzbildung. Experten vermuten, dass eine solche zwar theoretisch möglich, aber in der Praxis nicht zu befürchten ist, wenn das Kaninchen Fenbendazol nicht häufiger als alle 3 Monate und dann für mindestens 7 Tage erhält. Auch hierfür liegen allerdings noch keine Studien vor.

Ein weiteres Pro-Argument besteht in der möglichen Vorbeugung eines chronisch-progressiven Krankheitsverlaufs; dieser bezieht sich auf Kaninchen, in denen sich der Erreger unbemerkt in einem Organ ansiedelt und dort über Wochen und Monate hinweg immer größere Schäden verursacht, die erst im fortgeschrittenen Stadium zu Symptomen führen (v.a. chronische Niereninsuffizienzen).

Mitunter werden langsam voranschreitende organische Erkrankungen also erst sehr spät erkannt, was die Prognose erheblich verschlechtert. Regelmäßige Wurmkuren würden in einem solchen Fall die Erregerdichte immer wieder reduzieren und dadurch vermutlich verhindern, dass ein Organ langfristig zerstört wird.

Insbesondere bei Kaninchen, die aufgrund von Alter oder anderweitigen Erkrankungen nicht (mehr) so widerstandsfähig sind wie junge und gesunde Artgenossen, ist damit zu rechnen, dass E. cuniculi langsam, aber stetig einzelne Gewebe schädigt und dies nicht rechtzeitig bemerkt wird.

Vor allem bei immunschwachen Tieren sind regelmäßige Kuren daher durchaus eine Überlegung wert. Gerade bei alten Tieren überwiegt vermutlich ihr Nutzen, da eine über Jahre erfolgende Resistenzbildung aufgrund des fortgeschrittenen Alters schlichtweg nicht mehr möglich ist.


Fenbendazol bei Stress

Mit Sicherheit sinnvoll ist eine “Wurmkur” mit Fenbendazol, wenn ein EC-positives Kaninchen aktuell aufgrund einer anderweitigen Krankheit "schwächelt" oder wenn eine Stresssituation unmittelbar bevorsteht (z.B. Vergesellschaftung, Umzug, Urlaubsbetreuung, Tierarztbesuch). Auf diese Weise verhindern Sie, dass der Erreger sich infolge des geschwächten Immunsystems vermehren kann.

Spätestens am Tag der zu erwartenden Stresssituation bzw. bei Ausbruch der anderen Erkrankung sollte mit der Kur begonnen werden; je nachdem, wie lange die Stress-/ Krankheitssituation anhält, wird das Fenbendazol über 7-10 Tage gegeben, bei sehr empfindlichen bzw. geschwächten Kaninchen bis zu 4 Wochen. Dies muss im Einzelfall und ggf. (insbesondere, wenn das Kaninchen noch andere Medikamente erhält!) gemeinsam mit dem Tierarzt entschieden werden.


Fenbendazol vor Impfungen

Unbedingt erfolgen sollten Fenbendazol-Behandlungen vor einer geplanten Impfung EC-positiver Kaninchen. Spätestens am Vortag sollten die Tiere Fenbendazol erhalten; anschließend sollte die Behandlung über mehrere Tage fortgeführt werden. Dadurch wird die Erregerdichte im Körper eingedämmt, sodass das Immunsystem sich optimal auf die Impfung "konzentrieren" kann.

Bei einem Kaninchen, dessen Immunsystem aktuell massiv mit einer anderweitigen Erkrankung beschäftigt ist, erfolgt mitunter nur eine schwache Immunantwort auf die Impfung. In der Folge wird kein optimaler Impfschutz aufgebaut. Dies gilt für Kaninchen mit EC ebenso wie z.B. für Kaninchen mit Kokzidien.

Paradoxerweise wird oft vehement darauf hingewiesen, dass vor jeder Impfung eine Kotprobe auf Kokzidien untersucht werden muss, um diese ggf. vorab zu behandeln und eine optimale Immunantwort zu ermöglichen; die ebenso große Gefahr durch EC wird dagegen noch immer weitestgehend ignoriert. Dadurch kommt es zu tragischen Todesfällen, in denen Kaninchen beispielsweise an RHD versterben, obwohl sie formal korrekt geimpft wurden.

Umgekehrt ist ein Tierarztbesuch mit Stress verbunden und kann somit einen EC-Ausbruch begünstigen. Auch aus diesem Grund sollten Kaninchen vor einer Impfung ebenso wie vor jedem anderen Tierarztbesuch Fenbendazol bekommen.

Einen ausführlichen Artikel zum Thema Impfungen finden Sie hier:

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