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15 goldene Fütterungsregeln


  • Plötzliche Futterumstellungen jeglicher Art können zu schweren Verdauungsstörungen führen. Gewöhnen Sie die Kaninchen daher immer allmählich an ein unbekanntes oder bislang nur in Maßen gereichtes Futtermittel. INFO

  • Die optimale Grundnahrung für Kaninchens sind Blätter, Kräuter und Gräser – wie in der Natur. Als Folivore (Blattfresser) bevorzugen sie Blätter und Kräuter gegenüber Gräsern. Wann immer möglich, sollten sich die Tiere an gemischtem Wiesengrün sattfressen können. Keinen optmalen, jedoch den bestmöglichen Ersatz hierfür stellen Küchenkräuter und Blattgemüse dar. INFO

  • Um abwechslungsreich zu füttern und dem Kaninchen damit alle notwendigen Näherstoffe zukommen zu lassen, reichen Sie gründsätzlich mit jeder Mahlzeit so viele unterschiedliche Wiesengrün- oder Gemüsesorten wie möglich. Faustregel: Fünf sollten es mindestens sein.

  • Wiesengrün sollte weder in unmittelbarer Nähe viel befahrener Straßen noch auf ausgesprochenen "Hundewiesen" oder direkt an Wegrändern gepflückt werden, wo Hunde regelmäßig ihr Geschäft verrichten - auch, wenn es dort oft besonders hoch wächst.

  • Im Zweifel empfiehlt es sich, Frischfutter zu waschen, um Chemikalien bzw. Krankheitserreger zu eliminieren.

  • Um ein zu gieriges Fressen sowie den Verzehr bereits welken Futters zu vermeiden, teilen Sie die Tagesration Grünfutter in mindestens zwei Portionen auf. Gemüse und Wiesengrün lassen sich durchaus mehrere Tage im Kühlschrank aufbewahren. Reichen Sie vorzugsweise so viel, dass bis zur nächsten Mahlzeit gerade alles gefressen oder noch ein kleiner Rest übrig ist. Sie werden schnell lernen, die Menge richtig einzuschätzen.

  • Zusätzlich zum Grünfutter sollte den Kaninchen rund um die Uhr hochwertiges Heu zur freien Verfügung stehen. Auf diese Weise ist auch dann noch ein gut verträgliches Futtermittel vorhanden, falls einmal kein genießbares Grünfutter mehr vorhanden sein sollte. Grundsätzlich sollte Heu jedoch aufgrund seines unnatürlich geringen Wasser- und Nährstoffgehaltes nur als "Notnahrung" und keineswegs, wie lange Zeit empfohlen, als "Grundfutter" dienen. INFO

  • Ganzjährig sollten den Tieren möglichst rund um die Uhr Zweige, am besten mit Blättern und Knospen, zur Verfügung stehen. Auch dicke Äste, Baumscheiben, Rindenstücke usw. sind reich an Nährstoffen und werden liebend gern benagt, was die Kaumuskulatur fördert, zur Zahnreinigung beiträgt und den natürlichen Nagetrieb befriedigt. Darüber hinaus verderben Zweige nicht so schnell wie Grünfutter und sind daher zugleich eine gute "Notnahrung" (alternativ oder zusätzlich zum Heu). INFO

  • Wurzelgemüse wie Karotten, Paprika und Fenchelknollen sollten nur häppchenweise als Leckerli gefüttert werden: Sind sind vergleichsweise arm an Rohfaser, reich an Kohlenhydraten und Energie und werden durch unphysiologische Kaubewegungen (Quetschen statt Mahlen) zerkleinert.

  • Obst sollte wegen des hohen Fruchtzuckergehaltes sparsam verfüttert werden. Es eignet sich jedoch hervorragend als gelegentliches Leckerli. Frisches Obst ist getrocknetem dabei in jedem Fall vorzuziehen. INFO

  • Weiterhin sehr gut als Leckerlis geeignet sind getrocknete Blüten wie Ringelblumen, Rosen- und Kamillenblüten. Vorsicht geboten ist dagegen bei Obst- und Gemüsechips, Erbsenflocken, Saaten und Körnern: Diese harten Futtermittel können beim Hinaufbeißen Zahnfrakturen verursachen; in größeren Mengen führen sie außerdem zu retrogradem Zahnwachstum.

  • Ein Stand- oder Hängenapf mit frischem Trinkwasser muss den Tieren jederzeit zugänglich sein. Das Wasser sollte täglich gewechselt werden. Nippeltränken sind aus verschiedenen Gründen ungeeignet. INFO

  • Reine Wohnungskaninchen müssen Vitamin D über eine UVB-Lampe oder mit der Nahrung aufnehmen, um Mangelerscheinungen vorzubeugen. Direkte UV-Einstrahlung ermöglicht dem Organismus die Vitamin-D-Synthese; Fensterscheiben hingegen verhindern eine solche. INFO

  • Für Kaninchen gänzlich ungeeignet sind verarbeitetes Getreide (i.B. Mehl, Pellets, ...) sowie Weizen und Roggen in jeder Form, Nüsse, Milch- und Fleischprodukte, Süßig- und Salzigkeiten, Brot, Essensreste und sonstige für den menschlichen Verzehr produzierte Nahrungsmittel. INFO

  • Ein weiteres Tabu: Im Zooladen erhältliche „Allein-“ und „Ergänzungsfuttermittel“ wie Fertigmischfutter, Pellets, Salz- und Kalklecksteine, Knabberstangen, -ecken und -herzen, Joghurt- und Honigdrops usw.. Diese Produkte verfolgen rein wirtschaftliche Zwecke und ziehen bei regelmäßiger Verfütterung oft schwere gesundheitliche Schäden nach sich. Bei bereits angeschlagenen Kaninchen genügt teilweise sogar ein einmaliger Verzehr, um ernsthafte Beschwerden hervorzurufen. INFO